Mittwoch, 17. Dezember 2014

Die verstrickte Dienstagsfrage 50/2014 - Was ich beim Stricken nicht leiden kann

Das hat das Wollschaf gestern gefragt:
Stricken ist toll und macht riesig viel Spaß.
Aber mal ganz ehrlich: Es gibt auch beim Stricken einiges, was wir nicht leiden können, oder?
Was mögt Ihr überhaupt nicht, was nervt Euch, was findet Ihr ganz schrecklich?


Falls es um Techniken geht: Ich mache mir nichts aus Lace. Schwierig zu stricken, weil frau sich sehr konzentrieren muss, selbst ein gutes Hörbuch lenkt ab, vom Stricken auf Reisen ganz zu schweigen.
Habe ich auf der Polenreise lernen müssen.
Da ich gerne nähe, machen mir sowohl zusammennähen als auch Fäden vernähen nichts aus.

Und ganz allgemein: Dass es öfter nichts wird. Siehe die Jacke vom letzten Post, die sich wieder in Wollstränge und -knäuele zurückverwandelt hat:


Gerade habe ich die Maschenprobe für den Vogueknitting V-Neck Cardigan gestrickt und muss mich jetzt entscheiden, ob ich die Schrägung des Saums übernehme oder weglasse. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei einer Frau mit vorhandenem Gluteus maximus vorteilhaft aussieht.

Als elegantes Büroteil geplant.

Drops MerinoCotton, ohne Blitz nicht ganz so strahlend. Nach dem Waschen kommt die Heatherung des Garns erst richtig zur Geltung. Wenn auch vielleicht nicht auf diesem Foto.. 
 Nähtechnisch passiert gerade auch nicht viel und ich freue mich schon auf die Feiertage, wo ich das nachholen werde. Gestern habe ich ein kleines Auto-Accessoire für meinen dunkelblauen Käfer fertig gestellt:
In dem Beutel befindet sich eine Rolle Toilettenpapier, die nach Entfernen der Papphülse von innen entrollt wird. Mit dem Bändchen kann er im Fall der Fälle an einen Ast oder eine Türklinke gehängt werden. Ich habe das Teil schon aus anderem Stoff für das Auto meines Mannes genäht und für eine schwäbische Freundin, die für Papiertaschentücher zu sparsam ist und im Erkältungsfall immer eine Rolle Toilettenpapier mit sich herumträgt.




Mittwoch, 3. Dezember 2014

Dies Bild ist eine Lüge


Diese Jacke sitzt an mir nämlich extrem schlecht und sieht furchtbar aus. Es ist die Kimono-Jacke Nina aus dem gleichnamigen Makerist-Kurs und nach der vielen Mühe, die ich investiert habe, bin ich total sauer und entäuscht.
Ich habe sie in der größeren Größe gestrickt, die mir, nachdem ich ein paar Kilos abgenommen habe, nun zu groß ist. Aber der schlechte Sitz ist vor allem dem Schnitt mit der über den Rücken laufenden Naht geschuldet. Der Schalkragen, der zugleich das Oberteil bildet, kann die Ärmel nicht halten, die immer über die Schultern rutschen wollen. Auf Paula halten sie mal kurz, aber an meinem sich bewegenden Körper ist das Ganze nur ein Ärgernis. Morgen ribbel ich sie auf.

Dienstag, 18. November 2014

Die verstrickte Dienstagsfrage 46/2014 - Knit-alongs

Das Wollschaf fragt heute:
KALs/CAls (knit-along/crochet-along) erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Insbesondere für Designer sind solche Aktionen ein probates Mittel, um sich und ihre Anleitungen publik zu machen.
Hast Du schon mal an einem oder auch mehreren KALs oder CALs teilgenommen?
Wenn ja, welche Gründe haben Dich dazu bewogen?
Wer hat den KAL/CAL initiiert?
Worin siehst Du für Dich persönlich den Nutzen, ein Modell gleichzeitig mit anderen Menschen zu stricken/häkeln?
Hast Du eventuell auch schon einmal negative Erfahrungen bei einem KAL/CAL gemacht?

Falls Du noch an keinem KAL/CAL teilgemommen hast: Warum nicht?

Dieses Jahr habe ich zum zweiten Mal an Meikes Frühlingsjäckchen-KAL teilgenommen und mache nächstes Jahr vielleicht wieder mit. Allerdings bin ich eine seeehr langsame Strickerin und schaffe es kaum, die Zeit einzuhalten. Ich bin schon superstolz, dass ich das Frühlingsjäckchen 2014 nur kurz nach "Einsendeschluss" fertig bekommen habe und nicht zwei Jahre später wie das Frühlingjäckchen 2012.... Spaß hat es aber gemacht und mitgezogen hat es mich auch.
In Bezug auf Mystery-Kals sehe ich es genauso wie ConnieM: Geld und Zeit für ein unbekanntes Ergebnis investieren - niemals würde ich das machen!

Ansonsten bin ich dabei, die Nina-Kimonojacke von Makerist (zum zweiten Mal - grrr) zusammenzunähen.

Beim Nähen habe ich mir die Jacke für den Schwager nochmal vorgenommen: Ich hatte ja bei sewingpatterns.com zwei Jackenschnitte gekauft, die gut zu passen schienen. Allerdings sind die Schnitte aus den Achtzigern oder Neunzigern und sowohl der Leib (leicht änderbar) als auch vor allem die Ärmel (schwer änderbar) sind viel zu weit.


Naja, nachdem ich also vier große Schnittmusterbögen aus selbst ausgedrucktem DIN A4-Papier zusammengeklebt habe und die Einzelteile mit der Original-Jacke verglichen hatte, habe ich sie doch in den Müll gegeben. Der neue Plan ist, die Original-Jacke in der vertikalen Mitte durchzuschneiden und eine Seite tatsächlich von Hand aufzutrennen

Samstag, 25. Oktober 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 42/2014 - Alles über Bücher

Hier ist gerade soviel los, dass ich bisher nicht zum Beantworten dieser Frage gekommen bin und dabei wollte ich doch mit meinen dicht gestellten Bücherregalen prahlen.
Das Wollschaf fragte nämlich:
Hallo Liebes Wollschaf,
Ich hätte folgende Frage für dich:
Derzeit erweitere ich immer wieder meine Büchersammlung zum Thema Stricken.
Daher interessiert es mich, was eure Bibliothek bisher so beinhaltet.
Sind es Musterbücher, Grundlagenbücher, Bücher zu bestimmten Themen wie Socken oder Oberteilen?
Sind die Bücher in eurer Muttersprache geschrieben oder nutzt ihr auch andere Sprachen, um eure Erkenntnisse zu erweitern?
Habt ihr schon Muster aus den Büchern nachgestrickt, oder war es nur ein Spontankauf und die Bilder sind toll anzusehen?
Wie umfangreich ist eure Büchersammlung zu diesem Thema?
Müsst ihr die Bücher in den Händen halten können oder habt ihr auch Ebooks?

Dann hätte ich noch eine Frage:
Habt ihr Zeitschriften-Abos zum Thema Stricken?
Sind dies Offline- oder Online-Abos?
Oder kauft ihr regelmäßig Strickzeitschriften?
Welche Zeitschriften habt ihr? Gibt es welche, die euch enttäuscht haben?

Vielen Dank an Jana für die heutige Frage!


Im ersten Beruf bin ich ja Bibliothekarin, da ist Liebe zu Büchern natürlich Pflicht. Bei Handarbeitsbüchern setze ich weiterhin auf gedruckt Bände während ich bei Belletristik inzwischen lieber meinen E-Reader volllade als meine Bücherregale.
Ich habe sowohl mehrere Musterbücher, als auch mehrere Grundlagenbücher, als auch Titel zu Socken, Schals und Jacken.
Die meisten meiner Strickbücher sind auf Deutsch, aber einige auch auf Englisch (Tudor Roses, Knitting around the World, The Handknitter's Handbook) und ich habe sogar einige Heftchen auf Französisch und Spanisch.
Klar habe ich schon Anleitungen nachgestrickt, sowohl ganze Teile als auch Muster aus einer Mustersammlung.
Bücher, die eher toll anzusehen sind, habe ich auch; das schon erwähnte Tudor Roses zum Beispiel. 
Gezählt habe ich sie noch nie. Ich könnte aber mal wieder konsequent in Ravelry einpflegen. Das ist wirklich hilfreich.
Ich habe ein Ebook zum Stricken auf dem Kindle.
Ein Strickzeitschriften-Abo habe ich gerade nicht.
Und regelmäßig eine Zeitschrift kaufen - nein. Ab und zu, alle paar Monate.

Strick-update:

In den Anleitung für die Ärmel der Nina-Kimono-Jacke war ein schlimmer Fehler und ich habe es erst gemerkt, als ich schon zusammengenäht hatte. So dass ich die Ärmel wieder aufziehen und das Garn waschen musste. Auch das Vorderteil/der Schalkragen musste dran glauben, weil der Mustermix mir nicht gefiel.
Ziemlich frustrierend für ein Teil, das mal eben schnell gestrickt werden sollte.
Im Moment bin ich wieder beim Schalkragen/Vorderteil und habe ungefähr vier Fünftel davon.


Dienstag, 14. Oktober 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 41/2014 - Stricken und Schlafen

Das Wollschaf  fragt heute:
Das Wollsch(l)af hat verschlafen :-(
Passend dazu die heutige Diensschlafs…ähhh…tagsfrage:
Bist Du schon mal während des Strickens eingeschlafen?
Was machst Du, wenn Du müde bist, aber trotzdem noch stricken möchtest?


Bin noch nie während des Strickens eingeschlafen, müde geworden jedoch schon. Wenn das passiert, gehe ich in's Bett, wenn es Schlafenszeit ist. Falls nicht, stehe ich auf und verschaffe mir etwas Bewegung, räume die Spülmaschine aus oder hänge die Wäsche ab/auf. Trinke einen Grüntee und stricke weiter!

Hier gibt es mal wieder keine gloriosen Neuigkeiten, deshalb wird der Dienstag für Updates genutzt.
Die Loreta-Tasche ist bis auf den Druckknopf fertig und ziemlich schön geworden. Die Größe ist auch gut, da passen Buch/Kindle, Geld und Handy super rein. Bloß, eigentlich ist das bunt-blumige nicht mein Stil! Schreibe ich, während ich einen Blümchenrock trage.
Ich sollte sie einfach ganz fertig machen und benutzen. Dann wird sie halt meine Stil. Foto folgt.

Die blaue Alpaca-Jacke ist im selben Stadium, fast fertig. Eigentlich hatte ich ja geplant, die blauen Teile nochmal mit Drogeriemarkt-Farben zu färben, weil das Garn so auf die Hände gefärbt hatte. Aber dann wäre es nicht mehr das Blau gewesen, das mir so gut gefällt. Also habe ich die Teile in der Waschmaschine mit dem Wollprogramm gewaschen, um zu sehen, wie sehr sie abfärben und wie sich die Originalfarbe nach dem Waschen zeigt. Die Farbe hat sich nicht verändert.
Danach wurde gespannt. Das Dochtgarn ist so unbalanciert, das sich die Teile völlig schräg verzogen haben. Die Maschenprobe hat sich genauso verhalten, deshalb war ich nicht schockiert sondern habe die Teile zentimetergenau auf gerastertes Schneidervlies gespannt.

Inzwischen sind sie trocken und warten auf das Zusammennähen.

Weiterhin habe ich in der letzen Woche noch ein chemische Experimente durchgeführt und versucht, die grüne Twice as Nice-Jacke die bei achtlosem Waschen eingegangen war, wieder zu vergrößern. Darauf gekommen bin ich durch Clara Parkes KnittersReview-Artikel über das Produkt UnShrink. Eine Kommentarin schrieb, sie hätte mal gehört Epsom salt, also Bittersalz könne gefilzte Pullis wieder entfilzen. Das habe ich zuerst probiert. Eine Waschmittelportion Bittersalz im Wollwaschgang hat aber null gebracht.
Dann bin ich richtig verzweifelt mutig geworden und dem Eindruck von Clara Parkes gefolgt, dass Dauerwellmittel in UnShrink enthalten sein könnten. Ich habe eine billige Dauerwellpackung im Drogeriemarkt gekauft und die komplette Dauerwellflüssigkeit beim Wollwaschgang eingesetzt. Leider überhaupt keine Effekt....

Dienstag, 7. Oktober 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 40/2014 - Selbstbewusstsein

Interessante Frage hat das Wollschaf auf's Tapet gebracht:
Wieder einmal beschwört ein abwertender Artikel über handarbeitende Frauen einen Shitstorm in Netz herauf.
Was denkst Du?
Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt?

Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?


Ja, es mangelt vielen Frauen an Selbstbewusstsein. Und zwar in unterschiedlichsten Zusammenhängen und leider auch heutzutage weiterhin. Weil männliche Kinder mehr bestätigt wurden und werden als weibliche. (Beispiele im Bekanntenkreis.)

Ich denke, ein schönes Zuhause mit selbstgemachter Kleidung/Deko/Nahrung kann ein warmes Nest sein, in dem sich auch eine Frau toll fühlen kann, die nicht Gehirnchirurgin geworden ist. Und wenn ihr schöner Nestbau niedergemacht wird, regt sie sich auf. (Keine Beispiele im Bekanntenkreis. Ich kenne nur einige -meist amerikanische- Blogs, die diese Theorie unterstützen.)

Ich meine, wir Strickerinnen sollten realistisch einschätzen können, welche Tätigkeiten hoch geschätzt und bezahlt werden und welche einfach Hobby sind. Wer da wirklich nicht differenzieren kann, sollte zu einer Coachin gehen. Vielleicht schlummern in ihr mehr Fähigkeiten und mehr Ehrgeiz, als durch Handarbeiten befriedigt werden kann.

Für mich finde ich einiges in dem Artikel richtig und wahr und sehe ihn als Aufruf, über Relevanteres zu bloggen als über Strickjacken. Andrerseits: Für das Relevante gibt es Journalistinnen; die können über schwierige Themen besser recherchieren und schreiben als ich. Und werden noch dafür bezahlt. Ich bin Heilpraktikerin. Als Beruf versuche ich, Menschen zu heilen, ohne in ihrem Hirn zu schnippeln, und in meiner Freizeit mache ich Handarbeiten.

Dienstag, 30. September 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 39/2014 - Strickunlust

Tichiro und das Wollschaf fragen heute:
Hattest Du schon mal eine Phase akuter Strickunlust?
Wenn ja, was hast Du dagegen unternommen?
Oder hast Du einfach abgewartet, bis die Phase vorüber war?
Wie lange hat die Phase angedauert?
Was hast Du in dieser Zeit stattdessen gemacht?
Gibt es Gründe, woran es gelegen haben könnte?
Vielen Dank an Tichiro für die heutige Frage.

Ich habe immer mal wieder für ein paar Tage diese Phasen. Meist dann, wenn ein Projekt nicht gut läuft und ich nicht weiß, ob und wie ich weitermachen soll.
Mein geheimer Trick -jetzt nicht mehr- für diesen Zustand ist, dass ich als Rechthänderin mit der linken Hand etwas arbeite. Gerne zum Beispiel male ich dann ein Mandala mit Buntstiften aus. Erst ein Ornament mit der rechten Hand, dann eins mit der Linken, immer abwechselnd. Das regt mein Hirn so an, dass ich förmlich spüren kann, wie sich die Synapsen neu verknüpfen. Und kurz danach präsentiert sich mir eine gute Lösung.
Im Moment male ich aber eine Abbildung eines Malbuches von Tom Tierney aus. Macht mir extra Spaß, denn ich interessiere mich auch für Kostümgeschichte.

Zur Zeit läuft entsprechend beim Stricken auch alles gut, ich bin in den Endzügen meiner Makerist-Kimonojacke und sehr zufrieden. Genial, wie schnell das geht! Und das Garn fühlt sich einfach super an, denn es hat so eine glatte und seidige Oberfläche.

Färbt weiter gut ab:







Reklamieren will ich nicht, das Garn ist trotzdem super. Wäre auch schwierig, ich habe es bei einem Projekt in Peru gekauft.