Montag, 22. September 2014

Des Wahnsinns fette Beute

Von Freitag bis gestern war auf der Baden Messe die "Inspiration", eine kleine Sonderausstellung für Selbermacher und Selbstgemachtes. Mit Verkauf natürlich. Und einigen Workshops.
Ich war mit einer Freundin da und wir haben es gerade so geschafft, noch halbwegs fit beim Ziel Inspiration anzukommen, ohne vorher zuviel anderes anzuschauen und völlig ausgelutscht zu werden.
Die Inspiration konnte unter klein aber fein abgelegt werden. Es gab wenige Stände, aber mit ausgewählt schönen Sachen.
Zum Beispiel war die Schwarzwälder Spinnstube mit mehreren Spinnrädern und selbst produzierten Garnen vertreten.
War schön, Roswitha mal wieder zu sehen und ich hoffe, ich schaffe es diesen Winter mal zu einem Spinntreffen in ihrem schönen Haus



Danach war ich noch kurz in der Innenstadt und habe Zubehör für die geplanten vier Taschen besorgt. Nachdem der Liebe Mann mehrmals angemerkt hat, das ich immer nur mit großen, sportlichen Messenger-Bags rumlaufe, habe ich mich nämlich von der Loretta-Tasche bei Farbenmix verführen lassen.
Da ich die Anleitung beim Stoffkauf nicht parat hatte, habe ich zuwenig Stoff gekauft und den Schnitt nur mit 90% ausgedruckt. Ist aber immer noch genug Tasche.

Links die vier Stoffe (von Kessler-Stoffe in Lörrach), in der Mitte die Vlieseline und die Futterstoffe, rechts die Gurtbänder

Alles noch harmlos, der Wahnsinn kommt jetzt:
Am Wochenende habe ich beim unbedarften Recherchieren mitbekommen, dass meine Lieblingswolle Filosoft von Wolle Rödel in deren Internetshop nur noch € 1,99 kostet und nur in drei Farben erhältlich ist. Vermutlich kein nettes Sonderangebot sondern der Abverkauf, weil das Garn nicht weiter geführt wird.
Heute morgen bin ich sofort in die Freiburger Filiale und habe mir alles zeigen lassen, was noch da ist. Und habe Garn in Rosa, Braun, Schwarz und gemischt für vier Jacken gekauft....

Daraus wird die Less is More-Jacke von Amy King

Das ist Schwarz. Oder Braun.
Aus dem braunen Garn wird vielleicht eine Jacke für den Lieben Mann.
Ich weiß schon, dass es das gleiche Garn bei Fischer Wolle gibt und bei Lanade. Aber nachher beziehen die alle vom gleichen Produzenten und dieser stellt die Produktion ein. Nicht auszudenken!
Ein wenig habe ich ein schlechtes Gewissen, denn ich habe ja bereits einen großen Vorrat. Aber bei einem Preis von ca 25 Euro pro Jacke? Und das im idealen Garn? Eigentlich doch noch ganz gesund.

Samstag, 20. September 2014

Kurze Updates

Ich war ein paar Tage in Hamburg und Berlin und saß ansonsten lieber im Garten als vor dem PC, deshalb heute nur kurz:

Auf dem Bahnhof in Hamburg habe ich diese nette Person gesehen und gleich angequatscht.
Sie meinte, sie könne leider nicht mehr Wandern, aber noch Stricken. Im Moment arbeitet sie an einem klassischen Troyer in Sockenwolle für ihren Enkel - in Größe XL. Ich finde, das ist wahre Liebe!


Ich selbst hatte kleines Gepäck und deshalb nur die aktuellen Socken zum Stricken dabei.

Bei der Jacke für den Schwager habe ich bei www.sewingpatterns.com zwei vom Modell her passende Schnittmuster gekauft. Ich finde diese Website ja genial, frau bekommt tatsächlich noch für wenig Geld Neue Mode-Schnitte und andere Raritäten. Zum Runterladen, Selbst-Ausdrucken und Selbst-Zusammenkleben allerdings.

Das ist eine ziemliche Arbeit und nichts für Kleinmütige. Die einzelnen Blätter sind aus dem Altpapierstapel des Lieben Mannes; inzwischen bin ich schon in der Schicht des Jahres 2007 angelangt.
Leider ist selbst die Größe 46 viel zu groß, und dabei ist der Schwager zwar schlank, aber nicht klein. Ich hätte gedacht, die kleinste Größe käme hin. Aber in den Achtzigern, aus denen der Schnitt stammt, saßen die Sachen halt superweit... Der zweite Schnitt ist auch aus dieser Zeit und ich denke, deshalb steht mir auch noch mehr Arbeit durch Verkleinern bevor.


Freitag, 5. September 2014

Aus dem Urlaub zurück

Ich bin schon seit einigen Tagen wieder im Lande, aber nadelmäßig ist noch nicht soviel passiert. Den Häkelpulli habe ich allerdings fertig gestellt und muss ihn nun über den Winter wegpacken.

Im Original kürzer, aber das gefällt mir nicht mehr

Ach ja, und im Urlaub habe ich regelmäßig gestrickt, auch am Strand. Die Französinnen brieten wie besinnungslos in der Sonne, was mich daran erinnerte, dass im Englischen das gleiche Wort für gerben und bräunen benutzt wird. Die wenigen deutschen Frauen lagen unterm Sonnenschirm und lasen aktuelle Bestseller, sehr sympathisch.

Ärmel der  bunten Jacke, gut zur Hälfte fertig
Dummerweise habe ich angefangen, den Makerist-Video-Kurs "Deine erste Strickjacke" zu gucken, den ich vor ein paar Monaten zum Vorbestellerpreis mit 50% Rabatt erstanden habe. Und noch dümmer habe ich festgestellt, dass ich genau die passende Alpakawolle für so eine geniale Kimono-Jacke in meinem Vorrat habe..... Gerade bin ich an der Maschenprobe.
Der Video  gefällt mir übrigens sehr gut, obwohl ich null zur Zielgruppe von jüngeren Strickanfängern gehöre. Frau Schweisgut spricht sortiert und sehr professionell ohne Ähs und Öhs und freundlich.

Das nächste Nähprojekt wird ein Blouson für meinen Schwager, als Gegengabe dafür, dass er meine Praxis-Webseite aufgesetzt hat und pflegt.
Er wünscht sich eine Kopie seiner alten Lieblingsjacke, die er mir schon vor Monaten geschickt hat.



Schon als ich diese Fotos sah, musste ich schlucken. Soviele Einzelheiten. Und ich nähe doch eher einfache Röcke in A-Linie! Naja, versprochen ist versprochen.
Die erste Idee war, die alte Jacke aufzutrennen und die Teile als Schnittmuster zu benutzen. Aber praktisch jede Naht ist durch eine Ziernaht abgesteppt, da sitze ich wochenlan dran. Also suche ich im Moment nach einem passenden Schnittmuster. Vogue-, Burda- und Butterick-Kataloge wurden schon abgehakt. Nachher suche ich online weiter.
Während des Urlaubs kam auch der vom Schwager ausgesuchte Stoff an. Leider bin ich mir nicht sicher, ob der das Richtige ist. Die alte Jacke ist ganz weich und der neue Stoff ist auch nach dem Waschen noch so steif, dass aus ihm wohl eher ein blusiger Blouson als eine lässige Jacke wird.

Der Stoff steht von selbst, da ist nichts drunter

Donnerstag, 21. August 2014

Gruesse aus Frankreich

Eigentlich wollte ich noch vor dem Urlaub schreiben, aber es war zu hektisch.
Hier aus dem staedtischen Internet-Cafe mit der fremden Tastatur ist es auch kein
Vergnuegen; Deshalb nur zum Beweis, dass mit Nadeln gearbeitet wurde ein paar Bilder:
Sommermuetze fuer den Lieben Mann

Sommermuetze fuer mich

Fuer das Begleitkind

Ein Aermel der aktuellen Strickjacke; der andere ist genauso weit
Fuer Alles ist es natuerlich viel zu heiss!!

Dienstag, 5. August 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 32/2014 - Perfektion von Handarbeiten

Kurz und provokant ist die Frage des Wollschafs diesmal:

“Selbstgestrickte Sachen brauchen nicht perfekt zu sein, es ist schließlich Handarbeit” – stimmst Du dieser Aussage zu?

 Kurz und knapp kann ich antworten: Obwohl meine Sachen nicht immer perfekt sind (siehe letzter Post), gebe ich mir Mühe. Und von keiner Strickerin habe ich je gelesen oder gehört, dass sie vorsätzlich schludrig arbeitet.
.
Iiks, doch! Eine Bekannte, die auch näht, meinte mal, ihr gehe es beim Nähen mehr um die Kreativität und sie ließe die Fäden einfach hängen.

Montag, 4. August 2014

Mal wieder in's Stocken geraten

Bis vor einigen Tagen lief es sowohl beim Nähen als auch beim Stricken schlecht und ich war recht frustriert. Ich hatte angefangen, den ersten Ärmel nach dem Schema von Barbara Walker (in Knitting from the Top) zu stricken und wollte mir nicht eingestehen, dass es nicht gut wird:

Vielleicht sieht man es nicht so richtig, aber der Ärmel wird am Oberarm viel zu weit. Ich kenne das schon von einer Jacke, die ich im 2010 nach diesem Schema gestrickt hatte.
Aber aufziehen konnte ich es auch nicht gleich, denn es ist so eine elegante Methode. Vor zwei Tagen habe ich es aber endlich gemacht und mit der Maschenprobe und dem Strickrechner die Ärmel neu ausgerechnet und von unten angeschlagen. Ich werde sie dann mit unsichtbarem Nähgarn einnähen. Denn das war das zweite Problem: Bei B. Walkers Methode werden die Endmaschen des Ärmels um den Armausschnitt herum aufgenommen. Da ich aber mit drei Farben Streifen stricke, war die Aufnehmreihe öfter in einer anderen Farbe, was merkwürdig aussah.

Für das aufgedröselte Stück am Bund habe ich eine, wie ich finde O.K.-Lösung gefunden:

Ich habe eine einfache Blüte gehäkelt und mit der Filznadel eingefilzt. Die jetzt verfilzen Blütenblätter werde ich noch mit einem lila Faden betonen.
Ende nächster Woche fahren wir für zwei Wochen nach Südfrankreich, dort werde ich die Ärmel stricken. 

Bis dahin werde ich den weißen Bw-Häkelpulli fertigmachen, dessen fehlenden zweiten Ärmel ich inzwischen wiedergefunden habe. Vielleicht kann ich den sogar in den Urlaub mitnehmen.

Nähen: Für wirklich sauberes Arbeiten fehlt mir die Sorgfalt und auch die Übung. So liegen beim Leinenkleid auf einer Seite die Abnäher nicht genau übereinander. Ich habe das schon gleich gemerkt, aber ich war mir sicher, dass ich es beim zweiten (und dritten, vierten etc.) Versuch auch nicht besser hinbekommen würde und habe es deshalb so gelassen. Beim Tragen verschwindet diese Stelle auch unterhalb der Brust und fällt nicht mehr auf. Auch der nicht ganz sauber eingenähte RV fällt unter der Achsel nicht mehr in's Auge:
Burda 06/2014, Modell 109. Leinen aus der Stoff-Galerie in der Konviktstraße

Ehrlich gesagt sitzt es an mir auch recht knapp und der Ausschnitt ist sowohl zu weit als auch zu tief und bedeckt die BH-Träger nicht
 Alles in allem nicht gerade ein Meisterwerk, aber ich werde es anziehen. Zumindest im Urlaub.


Dienstag, 22. Juli 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 30/2014 - Lieblingsstrickbuch: Letztendlich - der PC

Feine Frage hat das Wollschaf heute:

Habt Ihr ein oder mehrere Lieblings-Strickbücher?
Wenn ja, welche(s)?
Aus welchem Buch habt Ihr bisher die meisten Modelle nachgestrickt?
Welches Buch in Eurer Strickbibliothek hat Euch bisher den meisten Nutzen gebracht und warum?
 
An meiner Muscheljacke habe ich gestern die Knopflöcher in die Blende gestrickt und vorher in allen Technikbüchern geschaut, welche die beste Lösung für mein Problem ist, insofern passt die Frage gerade gut.
Geschaut habe ich in:
F. Patmore und V. Haffenden: Stricken : Alle Techniken Schritt für Schritt
M. Stanley: The Handknitter's Handbook
H. Jaacks: Die große Strickschule
S. van der Linden: Stricken : Das Standardwerk.
und
B. Barnden: Basisbuch Stricken.
Meine Lösung "Knopfloch mit Hilfsfaden" ist in Stephanie van der Lindens und in Montse Stanleys Buch enthalten. Sind jetzt aber nicht meine Lieblingsbücher geworden, denn aus allen genannten und weiteren Titeln habe ich schon mal gute Tipps gezogen und kann sie empfehlen.
Bei den Modell-Büchern habe ich aus S. Japels Fitted Knits schon zwei Sachen gestrickt, in K. Bullers Chic in Strick kleben auch sechs Zettelchen und dabei wurde über Muster-Sammlungen noch garnicht gesprochen.
Wenn ich nur ein Buch behalten dürfte, wäre es wohl schon Montse Stanleys Handknitters Handbook, weil darin Massen an Ideen für alle möglichen Fragestellungen enthalten sind.
Und ich würde unbedingt ein IT-Gerät behalten wollen, um Ravelry, Online-Mustersammlungen und den Strickrechner benutzen zu können. Um Technik-Lösungen im Internet nachzusehen, fehlt mir die Geduld. Im Buch ist es eine Zeichnung, im Internet ein zwölfminütiger Film.

Ein Foto des aktuellen Standes der Jacke wird nachgereicht - im Moment liegt Joey gerade gemütlich zwischen den Knäulen:
Und um der Gerechtigkeit willen; Sammy hat heute mehrere Zähne unter Vollnarkose entfernt bekommen und liegt völlig geschafft auf dem anderen Sofa: