Samstag, 15. Juni 2013

Wolle in Mailand kaufen?

Der Liebe Mann musste beruflich dorthin und hat mich eingeladen mitzukommen. Zurück bin ich seit Dienstag, aber langes Sitzen im Zug unterbrochen von Koffer schleppen ist das Schlimmste für meinen Rücken und nach dieser Strapaze konnte ich ein paar Tage lang nicht länger am PC sitzen und schreiben. Der Dom von Mailand ist jedoch zauberhaft und ich habe bei einem italienischen Schuhhersteller zwei Paar entzückende Ballerina zu einem super Preis gekauft. Kennt ihr noch die Werbung aus den Achtzigern: 
"Die interessantesten Männer und Frauen stehen auf italienischen Schuhen"? Damals wollte ich auch eine interessante Frau auf italienischen Schuhen werden.

Nach Wolle habe ich auch geschaut und langsam frage ich mich, was für Wunder ich eigentlich erwarte? Supertolle einheimische Wolle zu einem Schnäppchenpreis? Träum weiter! Die Verkäuferin in Fonte della Moda hatte zwar Merinogarn in vielen schönen Farben da und versicherte überzeugend, dass dies ein italienisches Produkt von italienischen Schafen sei, aber der Preis war recht hoch mit 50 Gramm für 5 Euro.

Links die italienische Merinowolle
Das Hauptangebot sind Stoffe:
Nur die Angestellte hat den Durchblick!

Einer der sichtbaren Stoffe: Petrolfarbenes Leinen für € 40/m - zu teuer für mich
Bei Guffanti dachte ich, ich sei falsch:
Unten liegen einige Knöpfe, der Rest ist Wäsche
Das ist ein Foto vom rechten Schaufenster, im linken ist nur Reitsswäsche von der Sorte, die aus schwarzen Bändchen besteht oder Kreisen mit Troddeln dran, die auf die entsprechenden Körperteile geklebt werden.

Innen war jedoch alles so seriös und traditionell, dass ich mir solche Wäsche hier sofort kaufen würde!

Wolle und Zubehör hatten sie nicht, verwiesen aber auf Mani di fata, zweihundert Meter weiter. Diese hatten tatsächlich einen Musterkatalog mit Wollproben und viele Artikel von Prym, wollten mich aber keine Fotos machen lassen.
Also: Keine Wolle gekauft, nur zarte Ballerinas und so den Koffer nicht weiter beschwert!

Dienstag, 4. Juni 2013

Verstrickte Dienstagsfrage 23/2013 - Geheimrezepte für Socken

Das Wollschaf hat heute eine Frage aus dem Archiv gezogen:
Hast du ein "Geheimrezept" für deine Socken – falls du Socken strickst ? Und wenn ja wie lautet es ? Es gibt ja viele Anleitungen für Socken und mindestens genauso viele verschiedene Füße, breite, schmale, hoher Spann, dicke Waden usw. Mich würde interessieren wie du den verschiedenen Anforderungen gerecht wirst!
Vielen Dank an Bianca für die heutige Frage!

Ich stricke ab und zu Socken, aber nur ohne Muster und gerne aus dickerem, also sechsfädigem Garn.
Naja, ein Geheimrezept habe ich nicht, eher aus bitterer Erfahrung gewonnene Erkenntnisse: 
a) Die Tabellen mit Schuhgröße und Maschenanschlag stimmen nur für dünne Nadeln und enges Stricken,
b) denn zu schlabbrige Socken:


c) und zu lange Socken sind doof!
Hier zu lang gehäkelt

d) Meiner Meinung nach profitieren gestrickte Socken von Beilaufgarn in Spitze und Ferse. Gehäkelte sind eh dick genug und brauchen das nicht.
e) Auch schlimm sind zu kurze Schäfte, deshalb bin ich ein Fan von Toe-up-Socken, weil ich dann so lange stricken kann, wie das Garn reicht oder mit anderem Garn weiter.
Der richtige Moment, um bei Toe-ups für mich mit der Ferse anzufangen ist, wenn das Fußteil bis zum Knick reicht, der entsteht, wenn ich den Fuß flexe, also den Fußrücken Richtung Schienbein ziehe. Da ich eh nur für mich oder den Lieben Mann Socken stricke, kann ich schnell mal probieren (lassen). Wenn ich denke, das muss zu kurz sein, ärgere ich mich später über zu lange Socken!
f) Seit ich Toe-up und Bumerangferse kenne, mache ich nur noch das, die klassische Ferse plus Bändchenspitze fand ich eigentlich noch nie schön. Die Breite von beidem passe ich ein wenig an den zu  bestrickenden Fuß an, schmaler für mich, breiter für den Lieben Mann.
g) Abgekettet wird italienisch, das sieht gut aus, finde ich. Wird aber gerne mal recht eng, wenn ich mich nicht sehr konzentriere.

Samstag, 1. Juni 2013

Ein Satz mit x

Unsere Katzen kamen schon mit hartnäckigen Endoparasiten zu uns und müssen alle paar Wochen mit bitter schmeckenden Medikamenten behandelt werden. Die erfolgreichste Methode war bisher, die Katze in ein größeres Handtuch einzuwickeln, die Tablette in etwas Wasser aufzulösen, die Pampe auf eine kleine Spritze zu ziehen und in den Maulwinkel zu geben. Eine Person hält die Katze, die andere spritzt.
Ich dachte, da müssste sich doch etwas Passgenaues anstatt des Handtuches anfertigen lassen und habe aus einem anderen, nicht beendetem Projekt dieses schöne Teil genäht:
Es fehlen noch die extrastarken Druckknöpfe an den eingefassten Seiten und die Naht am Rest
Hier im Einsatz:
Sieht gut aus, oder? Die Katze sitzt drin und die Druckknöpfe am Hals und am Körper werden gerade geschlossen.
Von kurz drauf gibt es leider kein Foto: Da sprengte die Katze einen Druckknopf am Hals, zwängt eine Vorderpfote mit durch und versuchte sich durch die Öffnung zu quetschen. Wir mussten sie dann senkrecht stellen, um sie unten wieder rausrutschen zu lassen. Ich habe zu sehr gelacht, um davon ein Foto machen zu können.
Vielleicht probiere ich es nochmal mit einem Zugverschluss um den Hals.

Dienstag, 28. Mai 2013

Die verstrickte Dienstagsfrage 22/2013 - dekorative Aufbewahrung von Wolle

Das Wollschaf hat wieder interessante Frage weitergegeben:

Wie bewahrt ihr eure Wolle auf? Ich bin auf der Suche nach einer praktischen und auch gleichzeitig optisch tollen Idee, meine Wolle hübsch in Szene zu setzen. Denn ich finde die schöne Wolle gehört nicht hinter Schranktüren oder in Boxen versteckt, man darf sie ruhig sehen, auch Wollknäule sind dekorativ. Wie habt ihr das gelöst?
Vielen Dank an Andrea für die heutige Frage!

Ich würde nach CD-Regalen suchen, weil diese weniger tief sind als Bücherregale, aber mehr Unterteilungen haben und die Knäule darin liebevoll aufbauen. Eine erste, schnelle Suche über Google hat auch ein paar ergeben, die ich mir vorstellen könnte. Dieses hier z.B. hat mir sofort gefallen. Meine gesamten Vorräte wie Bücher aufzustellen, würde ich nicht, hauptsächlich weil ich Bedenken hätte, dass die Farben ausbleichen.

Weitere Plastikkisten kommen mir nicht in's Haus. Und offen präsentieren würde ich die schon garnicht.
Vor zwei Jahren habe ich für den Peru-Aufenthalt Wollvorräte angelegt, weil ich irrtümlicherweise annahm, dass es in Peru keine schöne Wolle zu kaufen gibt.
Dafür habe ich dann ein Set von drei Holzkisten gekauft. Die Qualität ist O.K., halt Made in China, aber sie sehen gut aus, waren überhaupt nicht teuer und zumindest in die Größte passt einiges hinein:
Im Korb links sind die UFOs, alles riecht heftig nach Lavendel
 Drei übereinander sehen gewollt aus, also stehen die beiden Kleineren im Schlafzimmer:

Weiterhin gibt es noch graue Archivboxen unter dem Schreibtisch des Lieben Mannes (früher und bald wieder mein Hobbyzimmer):
Hier sind Garne drin, die ich schon lange habe.
Einiges ist in Ziploc-Tüten, aber nicht alles.
Zu Peru: Naja, es gibt dort auch wirklich hauptsächlich buntes Plastik oder Alpaca in verschiedenen Qualitäten. Und davon habe ich welche gekauft. Und als wir dann in Argentinien, dem Nachbarland von Uruguay, jenem Land, aus dem Manos del Uruguay und Malabrigo-Garne kommen, im Urlaub waren und die Garne dort so viel günstiger waren als in Deutschland, ist der Vorrat noch mehr gewachsen. Also gibt es im Keller (trocken,warm) noch eine große Plastiktasche mit günstigem Alpaca-Garn. Nur gut, dass es schon diese Holzkisten gab!
Habe ich schon erwähnt, dass ich einen Garn-Kauf-Bann über mich verhängt habe? Nachdem das kürzlich probegestrickte Garn für den  Portulaca-Cardigan überhaupt nicht gepasst hat, komme ich sogar von der Idee ab, der Cardigan müsse unbedingt grün sein und werde das erwähnte Alpaca-Garn aus dem Lager verstricken.
Auch das selbstgesponnene Garn passte nicht und aus dieser groben Maschenprobe ist ein prima Deckchen für die Katzen geworden:


Sonntag, 26. Mai 2013

Wieder im Rausch

Nachdem ich in letzter Zeit eher pflichtbewusst gestrickt habe, hat mich heute wieder der Rausch erfasst: Die Ärmel für die Jacke des lieben Mannes sind endlich an der richtigen Höhe angelangt, um sie und die Maschen des Leibes auf eine Nadel zu nehmen und die Raglan-Passe anzufangen. Klar ist eine Reihe jetzt ewig lang, aber nach Elizabeth Zimmermanns Anleitung habe ich erstmal jeweils 8% der Maschen der Leib-Maschen unter den Achseln stilllegen dürfen. Das sind 26 M je Abschnitt, also nicht wenig! Nun geht es mit den Raglan-Abnahmen los und dann werde ich vorankommen "like a horse on fire" (E.Z.)!

Auch das Nähen hatte eine gute Chance, wieder zum Rausch zu werden, denn der rote Rock ist endlich fertig geworden. Ich habe fest vor, an den nächsten Mittelalterfestivals ein selbst genähtes Gewand zu tragen. Stoff, Schnitt und genug Literatur zum Thema ist schon im Haus und ich müsste mich nur aufraffen, den Schnitt zu kopieren. Es wird Modell von Burda, aber Richtung authentisch abgewandelt.

Der rote Rock sieht gut aus, ist jedoch leider zu groß geworden; seit der Planung habe ich abgenommen und so musste ich ihn beim ersten Tragen ganz unelegant mit einer Sicherheitsnadel zusammenstecken. Vielleicht schaffe ich es, zum nächsten Me-made-Mittwoch ein Trage-Foto zu machen.

Fast so breit wie hoch - warum habe ich nicht früher hingeschaut?

Sonntag, 19. Mai 2013

Wenn frau nicht in den Regen raus will, muss sie es sich drinnen schön machen

Schon wieder so ein Text über Aufräumen, dabei bin ich weißGöttin kein Messie, eher das Gegenteil. Jedenfalls hatte ich vor einigen Monaten das Gefühl, die Übersicht über mein Handarbeitszubehör zu verlieren und nahm mir vor, die Schnittmuster und Strick- und Nähzeitschriften ein-für-alle-Mal zu sortieren. Mit den Schnittmuster fing ich an, leider fehlten aber ein paar Stehsammler und ganz schlau glaubte ich, es würden welche frei, wenn ich die Zeitschriften denn sortiere.
Auf dem freien Platz rechts saß ich und sortierte
Das hat sich leider nicht bestätigt und nächste Woche muss ich mal zum schwedischen Möbelhaus fahren und weitere Stehsammler für die Schnittmuster kaufen, die immer noch kein Plätzchen gefunden haben.
Noch nicht perfekt also, aber es wird. Ein paar Zeitschriften und Schnittmuster habe ich bei Ebay reingestellt und es fühlt sich ein wenig an, als würde ich Pfandflaschen wegbringen: Verstecktes Geld, das ich wieder zugänglich mache. Verplant ist es auch schon: Als Belohnung für die 1,5 Stunden, die ich an Ebay saß, werde ich mir dieses Paket an Patchwork-Stoffen bestellen und einen bunten Rock wie diesen draus zu nähen.

Ab und zu mache ich ein Päuschen und stricke an den Ärmeln der Jacke für den Lieben Mann, bei denen ich inzwischen 40 von 46 Zentimetern habe. Beim Aufräumen habe ich E. Zimmermanns Knitting Without Tears wiedergefunden und überlegt, ob nicht eine Sattelschulter nach ihrer Anleitung schöner wäre als Raglan?  Allerdings sieht es so aus, als verbräuchte diese mehr Wolle als Raglan und seit dem Taschendiebstahl gibt es keine Reserven mehr. Ein andermal also.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Manchmal war es nur Freude am Stricken

Gerade lese ich das Buch Magic Cleaning von Marie Kondo.
Naja, ich habe es zwar gerne sauber und ordentlich, kann das Putzen selbst aber nicht magisch finden. In diesem Buch geht es auch mehr um Aufräumen und Entrümpeln.
Und damit kommen wir zurück zum Thema: Ich habe eingesehen, dass ich mehrere selbstgestrickte Jacken nicht mehr anziehen werde und für die Altkleidersammlung bereitgelegt. Teilweise sind sie älter und zu sehr verpillt, teilweise sind sie jedoch einfach nichts geworden. Meist liegt es daran, dass sie zu gummiartig um die Schultern rutschen und der ganze Sitz nicht stimmt. Bei einem werde ich die Schulterlinie mit Anglerschnur oder Ähnlichem nachhäkeln um Stabilität reinzubringen.

MIt Strickrechner ausgerechnet, zu locker gestrickt, sitzt deshalb nicht gut

Schon sehr alt, gefällt und steht mir noch, leider verpillt. Wird irgendwann nochmal gestrickt

Rutscht um die Schultern rum, bekommt eine Stabilisierung
Marie Kondo schreibt, bei vielen Dingen ginge es nicht um das Objekt an sich sondern um die Emotionen, die es mal erzeugt hat: Freude beim Kauf oder beim geschenkt bekommen. Oder eben Vorfreude und Begeisterung beim Stricken. Bei einigen Jacken war eben der Weg das Ziel.