Sonntag, 11. September 2016

Bilder von Lucy in the Sky und Temperature Blanket

Die Temperatur-Decke und der Lucy in the Sky-Cardigan sind nun weit genug, so dass frau etwas auf den Fotos erkennen kann:


Die 23 schon bestellten Knäul werden nicht weit reichen; meiner Schätzung nach wird diese Decke ungefähr 4 kg Wolle verschlingen und praktisch polarfest sein. Weiterhin finde ich sie wunderbar und habe viel Spaß, wenn ich schon im Voraus Reihen für die nächsten Tage häkle und mir dann Sorgen machen muss, ob die Wettervorhersage so bleibt!




Auch hier habe ich ein ungutes Gefühl, was den Garnverbrauch betrifft. Leider (und unverständlicherweise) wird die Filosoft von Wolle Rödel ja nicht weiter produziert. Laut Anleitung sollten meine 600 Gramm reichen, aber ich habe mir überlegt, die Ärmel mit einem offenen Anschlag kurz vor der Raglan-Zusammenführung zu beginnen und nach der Fertigstellung der Passe wieder aufzunehmen und dann von oben nach unten zu stricken, bis das Garn zu Ende ist. Die schlechtere Alternative wäre es, den Leib schonmal auf Verdacht kürzer zu stricken.
Die Knöpfe sind auch aus der Buttinette-Packung mit den Perlmuttknöpfen in unterschiedlichen Farben! Braun zu braun war mir zu dumpf und da ich grundsätzlich weiße Hemdchen unter Strickjacken trage, die am Ausschnitt hervorblitzen, passt das sehr gut. Natürlich sind die Knöpfe wieder mit eingestrickt. Wie auf der Gegenseite das Knopfloch.

Donnerstag, 1. September 2016

Rentrée

Ein wunderbares französisches Wort für den Schulanfang nach den Sommerferien. In Frankreich und auch Spanien wichtiger als Neujahr im Sinne von Jahresanfang.
 Hier auch sehr passend, denn ich fange die Kosmetikerin- und die Fußpflegeausbildung an, um meine Heilpraxis neu auszurichten.
Die letzten acht Wochen war ich zur Hälfte im Urlaub -wo ich diese Idee bekam- und zur Hälfte im Trubel des Lebens.
Drei Jacken wurden übrigens (fast) fertig gestellt:



Brioche Basic aus Ann Budds Buch Top-Down Sweaters. Leider trägt sie sehr unschmeichelhaft auf und der Ausschnitt ist für eine Frau nicht tief genug. Deshalb habe ich sie dem Lieben Mann verehrt.
Aus in Lima gekaufter Baumwolle, die genau gereicht hat.



Cleanes Jäckchen II. Mit dem Strickrechner von www.fully-fashioned.net ausgerechnet und von unten nach oben gestrickt. Da ich un-be-dingt Ärmel und Leib als Passe stricken wollte und nicht einzeln, wurde es am Ende ein ziemliches Gewurschtel. Leider etwas zu klein, muss auf schlankere Zeiten warten. Ob die Fäden bis dahin vernäht werden? Eher nicht. Garn ist Cotton Merino von Lanade.



Der kleine Faden ist wirlich der letzte Rest Garn. Allerdings überlege ich noch, die Ärmel zu kürzen.

Cleanes Jäckchen I. Nach derselben Anleitung von oben nach unten umgedacht. Der Ausschnitt ist fast zu hoch (falsch eingeschätzt) und beim Anprobieren schien sie mir zu groß, deshalb wurde Jacke II kleiner. Allerdings passt diese hier perfekt. Auch Cotton Merino.

Richtig stolz bin ich darauf, jeweils die Knöpfe gleich mit eingestrickt zu haben. Auch bei der Jacke für meinen Mann, wo es mit vier Löchern pro Knopf ein ziemliches Gezerre wurde.

Bei den Jacken für mich habe ich jeweils die Taille-Hüfte-Abnahmen der Vorderteile an die Knopfleiste gesetzt. Bei den Fotos fällt das vielleicht auf, am angezogenen Stück nicht und sie sitzen beide perfekt auf Figur. Ich bin ziemlich beeindruckt von meiner Idee! Die Abnahmen der Rückenteile sind jeweils an den Seitennähten gearbeitet. Natürlich wurde der Leib jeweils in einem gestrickt.
Die Knöpfe beider Jacken sind aus demselben Päckchen bunter Perlmuttknöpfe von Buttinette.

Anfang des Sommers gab es den Plan, die bunten Blumenröcke entweder ganz zu entsorgen, oder die Überröcke gegen solche in Schwarz-Weiß-Mustern auszutauschen. Eigentlich eine gute Idee und ich habe auch gleich passende Ballerinas und Hoodies gekauft.
Aber seit Anfang Juni trage ich nur die für China gekauften Shorts und Tanktops. Viel kühler und unkomplizierter als ein Rock und mir gefallen meine braunen Beine und Füße! Der erste Rock liegt halbfertig herum und für Hoodies und Ballerinas war es bisher zu warm.
Meine Nähärbeit erschöpfte sich darin, in diese Shorts hinten einen breiten Gummi zum besseren Sitz einzuarbeiten, die Hosen des Lieben Mannes zu flicken, meine sehr weiten Bootcuts zu Slimfits umzuändern und Katzenhalsbänder und sonstigen Kleinkram herzustellen.

Vor zwei Wochen ist mir die Idee eines Temperature Blanket begegnet und hat mich nicht mehr losgelassen. Dabei strickt oder häkelt frau im Lauf eines  Jahres jeden Tag eine Reihe, wobei sich die Farbe dieser Reihe nach der Tageshöchttemperatur richtet. Maßgeblich sind diese Farbleisten auf Wetterkarten, also z.B. dunkelrot für über 37 Grad Tageshöchsttemperatur. Ich habe mich noch nie für Blankets, Afghans oder Decken interessiert, aber das hat mich nicht mehr los gelassen: Einen Jahresverlauf auf diese Weise zu dokumentieren und sich dabei so vom Zufall beeinflussen zu lassen - geniale Idee.
Für die Temperaturspanne von Freiburg braucht frau ungefähr acht Farben, die ich natürlich nicht im Vorrat hatte und bestellen musste. Heute am meteorologischen Herbstanfang habe ich mit Häkeln begonnen und werde berichten.

Gestern habe ich auch schon mit der nächsten Jacke angefangen: Lucy in the Sky von Laura Chau. Wie das Original in Braun und in der leider nicht mehr erhältlichen Filosoft von Wolle Rödel. Hänge an der Entscheidung fest, welche Knöpfe ich nehmen soll. Im Vorrat gibt es nichts Passendes, muss in die Stadt fahren.

Weiterhin schaffe ich es ziemlich oft, mich mal kurz an's Spinnrad zu setzen und das Ende der grünen Fasern, die ja vorher aufwändig kardiert werden müssen, ist absehbar. 

Mittwoch, 29. Juni 2016

Reiserock (direkt-recycled) - nicht auf der Reise getragen

Seit dem letzten Post war ich zwei Wochen in China und hatte vorher Stress mit der Vorbereitung und seitdem kämpfe ich mit dem Jetlag. Aber beim Me-made-Mittwoch mache ich mit.
Zu Ehren der China-Reise wurde vorher aus einem Patchworkstoff mit Seerouten-Aufdruck noch ein Röckchen genäht:

Direkt-recled, weil ich von einem ungeliebten, gefütterten Blümchenrock den Oberrock abgetrennt und als Schnittmuster benutzt habe. Und den neuen Oberrock wieder mit dem alten Futterrock vereinigt habe. Der Nahtreißer wurde auch wieder verwendet. Selten habe ich so schnell einen Rock genäht! Mitgenommen nach China habe ich ihn nicht, dort war es zu heiß für Röcke, habe kurze (Kauf-)Hosen getragen.

In China habe ich viel an einem Cleanen Jäckchen gestrickt während der Liebe Mann arbeitend am Laptop saß. Wir waren auf eigene Faust unterwegs und konnten uns die ruhigsten und schönsten Hotels auf dem Land aussuchen.
Gekauft habe ich Kashmir-Wolle in Puder für mich und in Weiß und Grün für die Nachbarn, die die Katzen gehütet haben:
Leider sehr teuer, weil ich nicht gefeilscht habe :-(. Aber wunderbar weich!

Eine Woche vor Reisebeginn war ich beim Kurs Spinne dein Garn von Chantimanou und habe gelernt, besser zu spinnen: Ich habe vorher nie die Finger fest genug aufeinander gepresst, um den Drall wirklich daran zu hindern, in den Faservorrat zu laufen. "Bis die Knöchel weiß werden", meinte Chanti. Ehrlich, wenn ich das mal früher verstanden hätte! Seitdem spinne ich sehr schön jeden Tag ein wenig von meiner schwierigen grünen Mischung und es ist endlich richtig entspannend. Schlauer wäre es allerdings, öfter etwas Anderes zu probieren, denn so richtig verstehe ich mein Rad immer noch nicht und während des Kurses habe ich recht viel Zeit damit verbracht, mein Rad einzustellen, währen die anderen Teilnehmerinnen irgendwelche coolen Techniken lernten. Andrerseits möchte ich natürlich mit den grünen Fasern mal fertig werden, vor allem, da das Ende absehbar ist.

Im Kurs

 Seit ich wieder da bin, habe ich in den rückwärtigen Bund der oben erwähnten kurzen Hosen Gummis eingenäht und sonstige Flick- und Fleißarbeiten gemacht. Der nächste Rock liegt so ziemlich auf Eis.

Montag, 23. Mai 2016

Vom rechten Weg abgekommen

Der rechte Weg wäre zielbewusstes Stricken oder Nähen. Tja, für mich bedeutet ein Hobby zu haben, etwas auszuprobieren. Und das Ziel nur so grob anzuvisieren.

Letztes Wochenende habe ich also Fasern gefärbt. Die Ergebnisse sehen leider nach ungeplanter Panscherei aus:

Fasern von Frau Wolle

Die braun-grünen Fasern sind aus drei Päckchen Simplicol Blau und einem Päckchen Dylon Grün entstanden. Ich hatte mich nach dieser Anleitung gerichtet, sorgfältig die Stränge ausgelegt und die benötigte Menge an Farblösung ausgerechnet, mit 100ml-Blasenspritzen die Stränge förmlich mit Farbe geimpft und diese Katastrophe kam dabei heraus.





Das hat mich nur herausgefordert, es am nächsten Abend nochmal zu versuchen. Diesmal habe ich die mit Essigwasser vollgesogenen Stränge in einer Schnecke in die Form gelegt, drei verschiedene Rottöne aus dem Vorrat angerührt und hingebungsvoll an drei Stellen in die Form laufen lassen. Entstanden ist dieses fast völlig gleichförmige Pink.

Ich glaube, ich habe die zu lange im Ofen gelassen. Evtl auch mit zuwenig Wasser: Oben rechts sieht es schon fast angebrannt aus.


Angestoßen wurde das Experiment durch den Kurs von Chantimanou in zwei Wochen: Farben spinnen. Ich überlege, mich anzumelden, habe aber kein passendes Material. Und was liegt näher, als es selbst herzustellen? Für den Kurs Spinne dein Garn habe ich jetzt jedenfalls Material genug zum rumspielen!

Gleichzeitig wollte ich ausprobieren, ob ich mit den Simplicol-Farben die Schafwoll-Pflanzenfasern-Mischungen färben kann, die ich vor ein paar Wochen in England bestellt habe. Diese Farben sind nämlich für alle Fasern bis auf reine Synthetiks geeignet.
Und diese Überlegung war richtig; Die mitgefärbten Pröbchen haben die Farbe wunderbar satt angenommen:
Superwash + Flachs

Mittwoch, 18. Mai 2016

Abschied von den Blümchenröcken

Beim Umräumen des Kleiderschranks gerade habe ich gemerkt, dass ich keine Lust mehr auf Blümchenröcke habe. Jahrelang habe ich sie genäht, meist weißgrundig. Aus Libertys Stoff oder einfacheren Stoffen. Nun scheinen sie nicht mehr zu mir zu passen.
Zum heutigen MMM wird aber der lebendigste -weil nicht weißgrundig wie die anderen- noch einmal getragen:

Hmm, das sieht doch aus wie eine Schürze

Weiterhin bin ich stolz auf den selbst erstellten, vermaßten Schnitt und die gute Verarbeitung - alle Röcke sind mit Batist gefüttert.

Und was jetzt? Toughe Karos? Demnächst ist holländischer Stoffmarkt, da werde ich nach unblumigen Dessins Ausschau halten.
Im Stofflager ist jedenfalls noch der der gleiche Stoff mit türkisem Hintergrund und eine größere Menge eines Paisley-Druckes, aus dem ein längerer Wickelrock geplant ist. In den USA ist der Überschlag bei Wickelröcken übrigens hinten - sehr viel praktischer beim Fahrradfahren :-).

Knalliges Schnäppchen aus Lima


Für einen lebhaften Wickelrock

Sonntag, 15. Mai 2016

Gesettled und fleißig

Der Rausch hat sich gelegt und ich werkle stetig an den beiden Merino Cotton-Jacken - bei den Röcken ist allerdings noch nicht viel passiert. Ich hänge vor der Entscheidung fest, ob ich die Seide vorher wasche oder nicht. Dafür spricht, dass Seide durch das erste Waschen ordentlich eingeht, dagegen, dass sie krumpelig wird, sich vielleicht verzieht und nicht mehr so leicht zuzuschneiden sein wird.

Noch ein Foto, weil ich so begeistert bin

Heute habe ich den Kleiderschrank umgeräumt und die Winter- gegen die Sommerkleidung ausgetauscht. Und dabei die Gelegenheit genutzt, den Janker -ein Werk des letzten Winters- für Ravelry zu fotografieren. Und die Geburtstagsjacke des Lieben Mannes.


Aus Haku-Alpaca aus Lima. Nach einer Anleitung von Wolle Rödel
In der Anleitung werden die Hüfte-auf-Taille-Abnahmen und die Taille-auf-Oberweite-Zunahmen innerhalb des Leibes gemacht. Ich glaube nicht, dass das einer echten Trachtenjacke entspricht und habe beim Vorderteil die Zu- und Abnahmen an der Seitennaht ausgeführt und beim Rückenteil nach Anleitung. Sie sitzt ziemlich auf Figur.
Von weitem sehen die Knöpfe ein wenig wie Trachtenknöpfe aus, aber sie sind römischen Münzen nachempfunden. Ein geheimer Hinweis auf mein Interesse an Archäologie und Geschichte.
Hier habe ich zum ersten Mal Knöpfe mitgestrickt. 
Die Tasche ist auch gefakt - etwas Auftragendes kann ich an der Hüfte nicht brauchen :-).
Die Ärmel sind angestrickt, nicht nach dem Schema von Barbara Walker sondern genau nach Anleitung.
Das Alpaka-Garn ist so warm, dass ich die Jacke kaum anhatte.


Hier nochmal die Geburtstagsjacke in ganzer Pracht - nach dem Waschen ist das Garn "aufgeblüht", wie es ein Tweedgarn sollte und ist nun flauschig und warm.
Die Knöpfe imitieren Leder; damit sind sie waschbar.
Mein Mann findet sie super. Ich bin besonders stolz, dass keine Fehler oder falsch gedrehten Verzopfungen dran sind. Sie ist so richtig mit Liebe und Sorgfalt gestrickt!

Donnerstag, 5. Mai 2016

Weiter im Rausch des Planens: Jäckchen für Seidenröcke

Letztes Jahr musste der Liebe Mann beruflich nach China und ich bat ihn, mir ein Seidenstöffchen mitzubringen. Im Kopf hatte ich mit Blumen bestickte Stoffe in Juwelenfarben für einen Rock in A-Linie.
Bekommen habe ich dann je zwei Meter unifarbene Seide in Flaggenfarben: Tomatenrot, Elektrischblau und Goldgelb. Der rote wurde zu einem kleinen Roten nach Maßschnitt von Passt zugeschnitten, aber bei Blau und Gelb war ich erstmal ratlos.












 Bis ich in der Brigitte 10/2016 (eine Seite weiter im Heft) diesen Rock sah: 




Den passenden Schnitt aus dem Lager gibt es auch, Butterick 3088:




Ich möchte auch so cleanes Oberteil wie auf der Abbildung der Röcke, natürlich selbst gestrickt:
1. Entwurf; Bild vom Strickrechner (fully-fashioned.net)


Letztendlich wird es nach viel Überlegen doch ein Raglan von oben mit angestrickten Blenden.
Bei Lanade war/ist wieder die jährliche Rabattaktion und ich habe von meinem Lieblingsgarn Cotton Merino je 350g in Senfgelb und Marine bestellt. Das Elektrischblau geht nämlich doch nicht und wird noch in Marine umgefärbt.



 Aber das Gelb passt super, in natura besser als auf dem Foto:



Passend eingefärbte Perlmutterknöpfe hatte ich auch im Vorrat und nachdem ich schon weiß, wie Knöpfe mit Steg mitgestrickt werden, habe ich es diesmal mit diesen Knöpfen probiert und:
Es klappt tatsächlich!!!! Bin total begeistert - nie wieder das Annähen hinterher!