Mittwoch, 22. Juli 2015

Verstrickte Dienstagsfrage 30/2015 - Online-Kurse?

Super Frage hat das Wollschaf gestern gestellt:
Kostenlose Videos zu allen möglichen Handarbeitsthemen und -techniken findet man im Internet zuhauf.
Aber darüber hinaus gibt es ja auch ausführliche -zumeist kostenpflichtige- Online-Kurse z.B. bei Craftsy (englisch) oder Makerist (deutsch).

Hast Du Dich schon mal mit Online-Handarbeitskursen beschäftigt?
Worin siehst Du (neben dem finanziellen Aspekt) Vorteile oder Nachteile gegenüber kostenlosen Videos?

Hast Du eventuell schon mal einen Online-Kurs belegt? Wenn ja, berichte doch mal von Deinen Erfahrungen. Welchen Kurs hast du auf welcher Plattform belegt, was war positiv, was ggf. negativ und kannst Du diesen Kurs bzw. die Plattform weiterempfehlen?

 Ich bin sowohl bei Craftsy als auch bei Makerist Kundin. Von Craftsy habe ich Kurse über Stricken, Häkeln, Nähen und Spinnen gekauft.
Bei Makerist  habe ich außer Nähvideos den "Erste Strickjacke"-Video und den "Designerhäkeljacke"-Video gekauft. Für Spinnkurse bin ich Frühbucherkundin.
Bei kostenlosen Videos habe ich kein Durchhaltevermögen, oft dauert es mir zu lang, bis die Instruktorin endlich auf den Punkt kommt. Da zahl ich lieber, wenn es was im Angebot (Craftsy und Makerist) oder mit Frühbucherrabatt (1/2 Preis bei Makerist) gibt.

Nach einer Craftsy-Anleitung habe ich noch nichts gestrickt, jedoch den Spinnen-lernen-Kurs angeschaut und sehr hilfreich und gut gefunden. Auf die die Celtic Cables-Jacke freue ich mich schon. Die Nähkurse finde ich auch allesamt gut. Einmal habe ich eine Antwort der Instruktorin auf meine Frage nicht richtig verstanden, da hätte mein Englisch noch besser sein müssen.

Mein Strickjacken-Video von Makerist war leider der volle Flopp! In der gedruckten Anleitung war ein Fehler, den ich in meiner blinden Folgsamkeit nicht gesehen hatte, so dass ich die halbe Jacke wieder aufziehen musste. Als ich sie dann glücklich fertig hatte, war sie so von der Passform her so eine Katastrophe, dass ich sie gleich wieder aufgezogen habe. Hier ist ein Bild.
Beim Designerhäkeljacke-Kurs finde ich, dass die Jacke am Modell null designermäßig sitzt sondern viel zu groß an ihr hängt. In Ravelry habe ich sie leider nicht gefunden, würde mich interesieren, wie sie bei Kundinnen geworden ist, die sie vielleicht mit besserer Passform gehäkelt haben. Ausprobieren werde ich die Anleitung aber auf jeden Fall bald.
Außerdem habe ich den kostenlosen Beanie-Kurs gebucht, der auch ein süßes Beanie aus Angebotsgarn von Wolle Roedel erzeugt hatte, die ich in der kalten Phase im Mai dauernd trug.

Nichts besonderes, sieht aber süß aus
Nur nebenbei zum Schnittmuster erstellen-Kurs bei Makerist und Craftsy: Der Craftsy-Kurs dauert 5 3/4 Stunden (noch nicht gesehen), der Makerist-Kurs ungefähr 4 Stunden, war verständlich, auf Deutsch, auf den Punkt und hat mir ein perfektes Bleistiftrock-Schnittmuster für meine Hohlkreuzfigur beschert. Allerdings hat die Instruktorin bei einer Frage eher pampig geanwortet, das fand ich unprofessionell. Gut, dass eine andere Kundin weiterhelfen konnte. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden und würde Craftsy für Leute, die gut Englisch verstehen und Makerist für alle Anderen unbedingt empfehlen.

Montag, 13. Juli 2015

Fleiß ohne Preis

Anfang letzter Woche habe ich mitbekommen, dass am Wochenende in Waldkirch Mittelalterfest sein würde und beschloss, über das Wochenende zuerst auf das Färben-mit-Pflanzen-Event im Aventon-Park zu fahren und auf der Rückfahrt noch Waldkirch mit zu nehmen.
Das würde der Anlass werden, endlich meine Gewandung zu nähen. Eine Chemise gibt es schon, das Überkleid fehlte noch. Der Schnitt (Burda 7468) war schon vorbereitet, also ausgeschnitten und der Brustabnäher entfernt. Das Kleid ist bedingt authentisch, denn der Baumwollnessel ist unregelmäßig gefärbt und ich habe alle sichtbaren Nähte von Hand genäht. Die Chemise null, weil aus glatter Baumwolle und komplett maschinengenäht.
In jeder freien Minute dieser Woche saß ich auf meinen vier Buchstaben, hörte Harry Potter-Hörbücher und stichelte am Überkleid.
Am Freitagnachmittag strich ich den Gedanken an eine längere Autofahrt in einem Auto ohne Aircondition. Am Sonntag strich ich die Idee, in einer doppelten Lage bodenlangen Stoffes durch die Hitze zu wandeln und blieb auf dem schattigen Balkon.
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Aber das Überkleid ist fast fertig:

Es fehlen nur noch die Schnürung am vorderen Schlitz und die Seitennähte der Chemise, die ich enger geschnitten habe

Hier mit Gürtel, Schuhen und Korb
Ich würde gerne noch Muster auf die Schuhe brennen lassen und vielleicht das Kleid noch weiter besticken. Außerdem habe ich noch eine Idee für einen historischen BH. Und der Korb braucht noch ein Innenfutter. Und, und, und. Im September ist Mittelalterfest in Staufen, bis dahin habe ich es definitiv fertig und eventuell ist der September nicht so heiß, wie er die letzten Jahre war....

Montag, 6. Juli 2015

Verstrickte Dienstagsfrage 27/2015 - Komplimente

Eine sehr schöne Frage hat das Wollschaf letzte Woche gestellt:
Achtest Du bei wildfremden Menschen auf Gestricktes und versuchst herauszufinden, ob die Sachen selbstgestrickt sind?
Hast Du jemanden schon mal darauf angesprochen? Und wenn ja, wie hat derjenige reagiert?


 Oh, ja, ich gucke Gestricktes immer genau an und mache immer ein Kompliment, wenn es mir gefällt. Allerdings sage ich es auch, wenn mir Fabrikware gefällt. Letzte Woche im Olymp-Laden z.B. hatte die Angestellte coole, schlichte weiße Lederschuhe an, was von mir positiv kommentiert wurde.
Bei Selbstgestricktem sagen die Frauen dann manchmal "Habe ich selbst gestrickt" und ich antworte: "Ja, das sehe ich - echt schön geworden!"
Unvergesslich die Frau in unserem Viertel in Lima, die einen selbstgestrickten Pulli trug. Ich war völlig erstaunt, denn ich dachte, diese reichen Frauen haben keine oder ganz andere Hobbies. Habe mich für meine Vorurteile schämen müssen; Stricken ist schließlich eine auf der ganzen Welt verbreitete Beschäftigung. Jedenfalls habe ich ihr auch ein Kompliment gemacht.

Auch echt schön geworden sind die Texelschaf-Fasern, die letzte Woche von der Wollkämmerei Godosar zurück gekommen sind. Schneeweiß, riechen wunderbar nach Lanolin und sind ein Traum zum Spinnen!!! Es fließt aus meinen Handen auf die Spule, dass es eine reine Freude ist und ich merke mal wieder, dass Spinnkönnen zum Großteil von den Fasern abhängt.
Entgegen meiner Erwartungen gab es fast keinen Schwund und ich habe immer noch 4,9 Kilogramm. Das könnten neun Jacken für mich werden, oder........ ein Teppich! So soft, dass ich die Fasern auf der Haut haben will, fühlen sie sich nämlich nicht an, eher etwas kratzig.

Beim Nähen hat sich nicht viel getan, die Schwager-Jacke ist auf dem alten Stand und nun habe ich mitbekommen, dass nächstes WE in Waldkirch Mittelalterfest ist und ich könnte mir auf die Schnelle noch ein Kleid dafür nähen.....

Mittwoch, 1. Juli 2015

Me Made Mittwoch - nichts Neues unter der Sonne

Bei diesem Superwetter habe ich dauernd meine schon vor einigen Jahren genähten Blümchenröcke an; bzw. Paisleystoff-Röcke:
Dieser ist aus einem Libertys-Stoff, den mir eine Freundin aus London mitgebracht hat. Mit dem Reißverschluss im schrägen Fadenlauf hatte ich mich ziemlich abgeplagt, aber nun liebe ich ihn tatsächlich.

Er ist mit weißem Batist gefüttert und statt einem Bündchen gibt es nur den Tunnel, der von den beiden Stoffen gebildet wird. Sehr praktisch wenn frau ein paar Kilo abgenommen hat, dann zieht sie einfach eine Kordel ein und zumindest die Taille passt wieder!


Nachtrag: Und hier die anderen TeilnehmerInnen des Me Made Mittwoch: Klick!

Dienstag, 23. Juni 2015

Verstrickte Dienstagsfrage 26/2015 - im Bürostil, oh ja

Eine tolle Frage hat das Wollschaf heute:
Für die meisten ist Selbstgestricktes Alltagskleidung, in der Freizeit getragen oder -je nach Dresscode- auch auf der Arbeit.
Aber ab und zu findet man in Strickzeitschriften auch elegante, festliche Modelle und das eine oder andere gestrickte oder gehäkelte Brautkleid hat das Wollschaf auch schon gesehen.
Kannst Du Dir vorstellen, zu einem formellen oder festlichen Anlaß oder einfach nur abends zum Ausgehen Stricksachen zu tragen?
Besitzt Du besonders schicke, elegante selbstgestrickte Sachen? Zeig mal!


Eine begeisterte Strickerin aus meiner Bekanntschaft hat sich vorgenommen, ihr Brautkleid zu stricken - falls sie mal heiratet. Sie ist 39, sehr bindungsscheu und es sieht nicht so aus, als ob sie in diesem Leben den Bund der Ehe schließen wird..... Ich bin gespannt.

Ein gestricktes Brautkleid ich nicht mein Ehrgeiz, aber ich kann mir absolut vorstellen, abends  auf eine Party oder in's Theater etwas Selbstgestricktes zu tragen.
Das hier wäre elegant genug über einem schwarzen Kleid oder Top mit Spaghettiträgern:

Banana-Silk Cardigan


Dress Code Büro: Diese Jacke ist für meinen zukünftigen Job als Bibliothekarin gestrickt worden, zu tragen mit einem Bleistiftrock, den ich mir nähe, sobald ich eine Zusage für eine Stelle bekomme:

https://store.vogueknitting.com/p-149-v-neck-cardigan.aspx

 Diese Jacke hat mich total begeistert und ich habe mir vorgenommen, ab jetzt mehr in diese Richtung zu denken als in Richtung Freizeit.









Sonntag, 21. Juni 2015

Einkäufe vom Holländischen Stoffmarkt

Gestern war hier Holländischer Stoffmarkt - die Gelegenheit für alle Schnäppchenjägerinnen und so habe ich auch genauso oft Französisch und Schwyzerdütsch gehört wie Hochdeutsch.
Eine Bekannte meinte, die Atmosphäre sei so, dass frau gleich nach Hause fahren und sich an die Nähmaschine setzen möchte und das stimmt genau!
Ich habe total schöne Sachen gekauft und freue mich schon auf das Nähen:


Links gibt es zwei Sweatshirtstoffe, daraus werden die Kleider Frau Fannie von fritzi und Grace von La Maison Victor.
Rechts oben ein Denim-Coupon,  aus dem ich eine Jeans nach dem Makerist-Hosenschnitt nach Maß nähen werde, wenn er erschienen ist.
Und rechts unten ein dick gewebter Möbelstoff, aus dem ich einen Rock wie meinen Herbstrock ohne Abnäher von vor drei Jahren nähen werde:


Gut, dass diese Projekte noch nicht gleich umgesetzt werden können, denn ich habe mich entschlossen, die schon fast aufgegebene Jacke für den Schwager doch anzugehen. Beim Durchsehen meiner alten Ordner ist mir nämlich ein Jackenschnitt aus der Carina 21/1983 aufgefallen. Ich kann mich noch genau an das Nähen erinnern; was das für ein elendes Gewurschtel mit dem festen Jeansstoff war und dass ich es doch gut hinbekommen habe und wie ich diese Jacke liebte.

Tasche hatte ich weggelassen

Meine Nähmaschine hatte mir mein Vater kurz zuvor geschenkt und ich habe sie mit diesem Projekt gleich mal an ihre Grenzen gebracht.
Egal, nur ein kurzer historischer Exkurs. Jedenfalls hatte ich die Schwager-Jacke ja an der hinteren Mitte durchgeschnitten und gestern habe ich fast alle Nähte der einen Hälfte aufgetrennt und die Stoffstücke beschriftet.
Bei einigen Extranähten wollte ich mich eigentlich drücken, aber was ich mir halbwegs zutraue, werde ich machen.
Was ich mir nicht gut zutraue:
Eingesetzte Tasche und Paspeltasche mit Klappe (abgetrennt)

RV am Ärmel

Dienstag, 16. Juni 2015

Dienstagsfrage 25/2015 - trotz Maschenprobe

Dies fragt das Wollschaf heute:
Wer hat es nicht schon einmal erlebt: Brav eine Maschenprobe gestrickt und das fertige Strickstück passte später doch nicht :-(
Welche Tipps habt ihr für eine exakte Maschenprobe?

Und an alle, die auf einem großen Stück grundsätzlich lockerer oder fester stricken als bei ihrer Maschenprobe: Wie handhabt ihr diese Abweichungen; was macht ihr, damit es zum Schluß trotzdem passt?

Ja, ist mir auch schon passiert, dass eine Jacke zu groß wurde trotz Berechnung nach der Maschenprobe. Wenn ich mich recht erinnere, war das Gestrick schließlich elastischer als erwartet und zog sich deshalb in Weite und Länge.

Was ich jetzt mache:
Ich stricke eher eine größere MaPro,
zerre an ihr herum,
wasche sie.
Und behalte das alte
Missgeschick im Kopf.

Bei der aktuellen Strickjacke gibt es Fortschritte zu verzeichen, ich bin beim ersten Ärmel. Erstaunlich, wie schnell sich die Jacke strickt, wenn ich mal dran bin. Ich muss mich dran erinnern, dass die Blende plus Kragen nochmal ordentlich Arbeit wird.... Foto folgt.

Ansonsten bin ich gerade beim Erstellen eines Rockschnitts nach dem Makerist-Kurs "Schnittmuster für Röcke erstellen". Ich musste eine größere, aber leicht durchzuführende Änderung am Papierschnitt machen und bin jetzt sehr zufrieden: Das zweite Nessel-Modell sitzt wirklich perfekt und ich werde als nächstes den Modestoff verarbeiten. Foto vom Nessel gibt es nicht, denn Vorder- und Rückteil des Rockes sind aus verschiedenen Stoffen und unterschiedlich lang, richtig hässlich.

Modestoff plus Futter, wird ein schmaler, knielanger Rock

Insgesamt gefällt mir der Kurs gut, bloß dass die Referentin eine Frage zu ihrer Messung mit "Ich weiß wirklich nicht, wie ich das besser erklären soll" beantwortet hat, finde ich sehr schwach!

Trotzdem habe ich die Kurse zur Hosenschnitt-Muster-Erstellung vorgebucht. Ich träume ja weiterhin von gut sitzenden Stoffhosen. Die Schlupfhose vom vorletzten Blog ist nicht so der Hit geworden und braucht noch Nachbesserung.