Donnerstag, 5. Mai 2016

Weiter im Rausch des Planens: Jäckchen für Seidenröcke

Letztes Jahr musste der Liebe Mann beruflich nach China und ich bat ihn, mir ein Seidenstöffchen mitzubringen. Im Kopf hatte ich mit Blumen bestickte Stoffe in Juwelenfarben für einen Rock in A-Linie.
Bekommen habe ich dann je zwei Meter unifarbene Seide in Flaggenfarben: Tomatenrot, Elektrischblau und Goldgelb. Der rote wurde zu einem kleinen Roten nach Maßschnitt von Passt zugeschnitten, aber bei Blau und Gelb war ich erstmal ratlos.












 Bis ich in der Brigitte 10/2016 (eine Seite weiter im Heft) diesen Rock sah: 




Den passenden Schnitt aus dem Lager gibt es auch, Butterick 3088:




Ich möchte auch so cleanes Oberteil wie auf der Abbildung der Röcke, natürlich selbst gestrickt:
1. Entwurf; Bild vom Strickrechner (fully-fashioned.net)


Letztendlich wird es nach viel Überlegen doch ein Raglan von oben mit angestrickten Blenden.
Bei Lanade war/ist wieder die jährliche Rabattaktion und ich habe von meinem Lieblingsgarn Cotton Merino je 350g in Senfgelb und Marine bestellt. Das Elektrischblau geht nämlich doch nicht und wird noch in Marine umgefärbt.



 Aber das Gelb passt super, in natura besser als auf dem Foto:



Passend eingefärbte Perlmutterknöpfe hatte ich auch im Vorrat und nachdem ich schon weiß, wie Knöpfe mit Steg mitgestrickt werden, habe ich es diesmal mit diesen Knöpfen probiert und:
Es klappt tatsächlich!!!! Bin total begeistert - nie wieder das Annähen hinterher!






Montag, 2. Mai 2016

Kevlar-Jacke revisited

Nachdem die Geburtstagsjacke des Lieben Mannes endlich fertig ist, hat mich der Rausch des Anfangens völlig im Griff.
Die einseitige Belastung des Strickens mit dickem Garn verlangte nach Abwechslung für die Hände, also habe ich das naturfarbene Cotton Merino für die letztes Jahr angefangene und wieder aufgeribbelte Chanel-Jacke wieder vorgeholt. Und verschiedene strukturierte Häkelmuster ausprobiert. Am besten gefällt mir aber weiterhin das ganz einfache abwechselnd 1 feste Masche, eine Luftmasche und in der folgenden Reihe 1 feste Masche in das Loch der Luftmasche und über die feste Masche eine Luftmasche. Mit dünner Nadel gibt das ein zu festes Gewebe, eben eine fast schussfeste Jacke:


Oben nochmal die MaPro vom letzten Jahr. Der untere Rand kräuselt sich, weil sich die Anfangskettmaschenreihe stark zusammenzieht. Der Trick ist, soviel Kettmaschen anzuschlagen, wie feste Maschen gewünscht sind und die Luftmaschen zu ignorieren. Was ich damals noch nicht wusste.

Diesmal habe ich mit dickeren Nadeln rumprobiert und mit einer Fünfer-Nadel wird es ein immer noch strukturiertes, aber deutlich lockereres Gewirk. Falls mir das Material nach dem Leib knapp wird, werde ich die Ärmel in einem ähnlichen Stich anstricken, das verbraucht weniger Garn.
 Ausgerechnet habe ich die Anleitung mal wieder nach dem genialen Strickrechner von fully-fashioned.net, den ich euch wärmstens ans Herz lege.

Ausdruck des Programms


Samstag, 30. April 2016

Der Charme des Unschönen

Das Garn -mein erstes selbst gefärbtes und gesponnenes- gefiel mir nämlich nicht, viel zu herbstlich, ich bin aber "ein Sommer-Typ". Aber ich wollte schon immer einen einfachen Garter Stitch Wrap als Ergänzung zu meiner Mittelalter-Ausstattung haben und dazu passt er perfekt.
Dazu kommt, dass es mindless knitting ist und trotzdem spannend, wie sich das Gestrick entwickelt. Und wenn die Wolle zu Ende geht, ist das Umlegetuch fertig!


Natürlich musste ich auch eine Änderung vornehmen: Die ausgefransten Ränder gefielen mir nicht und so habe ich die letzte Masche jeweils als nette kleine Randmasche rechts abgestrickt und die erste der neuen Reihe stets links. Sieht viel ordentlicher aus!

Dienstag, 26. April 2016

Technisches: Strick-Jacke endlich (fast) fertig. Nähjacke angefangen

Dem Lieben Mann war der Rollkragen nicht hoch genug, so dass ich die vorderen Blenden komplett wieder aufgeribbelt habe (und die waren italienisch abgekettet, d.h. mit einer dicken Sticknadel mußte jeder Stich einzeln zweimal vorsichtig aufgezogen werden....) und noch einen Zentimeter dran gestrickt habe. Auch der Rollkragen war natürlich italienisch abgekettet.
Inzwischen denke ich, der Fehler lag nicht am Rollkragen, sondern an der elastischen Halskante -ist ja von oben gestrickt- die vom Halsansatz auf die Schultern rutscht und damit den Rollkragen runterzieht und auch die Ärmel verlängert. Die sind nämlich sorgfältig ausgemessen, wirkten aber bei der Anprobe zu lang. Leider kein Hinweis auf dieses Problem in meinen Strickbüchern.
Werde die Ärmel nicht kürzen sondern die Halskante mit einer Kettmaschenreihe fixieren, die Jacke waschen und dann anprobieren lassen.

Ansonsten habe ich eine genähte Jacke, wie ich sie schon seit fast 30 (in Worten: dreißig) Jahren haben will zugeschnitten. Ist aus einem locker gewebten Dekostoff und solche Jacken wurden auf den Dorfmärkten der französischen Atlantikküste westlich von Bordeaux verkauft. Damals konnte ich mir keine leisten, aber vor einigen Jahren traf ich auf den passenden Stoff:

Wie heißt dieser Stoff doch gleich?
 

Die Jacke von Modell 3, aber etwas länger. Ist ein richtiges Chanel-Jäckchen mit Wiener Nähten und zweiteiligen Ärmeln


Habe den obigen Schnitt aus einer Für Sie-Beilage von 1992 kopiert und mich beim Zuschneiden nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Die seitlichen Teile habe ich nur als Rückenteile zugeschnitten und musste das Vorderteil dann irgendwie noch herausbekommen. Leider habe ich auch erst nach dem Zuschneiden gemerkt, dass es viel schlauer gewesen wäre, den Fadenlauf quer zu nehmen - dann schmiegt sich die Jacke besser an die Körperrundungen an, als sich steif gegen sie zu wehren.




Zu spät für Reue und schließlich habe ich noch ein anderes Dessin aus dem gleichen Material, da werde ich alles perfekt machen. Und nichts mehr neu kopieren. Ich wusste gleich wieder, wie doof ich das finde.

Ja, ich hätte auch einfach ausschneiden können

Dienstag, 5. April 2016

Wieder unter den Gesunden

Die letzten vier Wochen hatte ich eine fiese Influenza und bin erst ungefähr seit demWochenende wieder in der Lage, länger am PC zu sitzen. Auch beim Stricken hat sich nicht viel getan, so dass die Geburtstagsjacke für den Lieben Mann leider nicht zum Termin fertig wurde. Aber bald:



Jedes Vierteljahr wechsle ich den Mottenschutz in meinen Garnvorräten komplett aus, so auch letztes Wochenende:

Abfall

Leider habe ich diesmal einen fetten Befall in Alpaka-Fasern aus Peru entdeckt:
Ungewaschen - das Schlimmste überhaupt: Massenhaft Eier im Korb und halb und vollständig geschlüpfte Motten in den Fasern.
Da ich die Fasern eh waschen musste, entschloss ich mich, sie gleich zu färben. Im Vorrat gab es noch dunkelrot - also los:


Am Anfang des Färbevorgangs


Fasern beim Trocknen; in Wahrheit etwas röter, nicht ganz so pink



Gesponnen werden sie auf die neuen Spulen, die inzwischen aus den den U.S.A. gekommen sind:

Hübsch verpackt

Passt tatsächlich auf das Rad
Mit dieser Bestellung bin ich sehr zufrieden: Sie haben mich inklusive Porto und Zoll 75 Euro gekostet. Und ich wollte mal kleine, die schnell voll sind!

Sonntag, 6. März 2016

Grünes Vlies, neue Spulen, Helm-Aufbewahrung

Trotz der gut gemeinten Warnung habe ich die rote Vogue-Jacke bei 50 Grad im Normalprogramm gewaschen und kurz in den Trockner gesteckt. Passiert ist .... nichts. Aufribbeln werde ich sie auf keinen Fall, ich werde sie halt tragen, wie sie ist. Mir vielleicht hinter die Ohren schreiben, dass ich ZU LOCKER stricke, auch wenn die Maschenprobe stimmt. (Denn ich mache immer eine.)

Wo ich wirklich was dazu gelernt habe, ist beim Spinnen und ich traue mir jetzt zu, die wild zusammengestellten grünen Fasern zu schönem Garn zu verspinnen.

Vlies nach der Kardiermaschine (und monatelangem, ratlosem Aufbewahren)

Den Unterschied macht eine wirklich gute Vorbereitung, wobei das Vlies schon in Stränge unterteilt wird, die sorgfältig zu einer Art lockerem Seil auseinander gezogen werden. Dann ist gleichmäßiges Spinnen ein Kinderspiel. Bevor ich das wirklich verstanden und umgesetzt habe, kam nicht viel Gutes heraus.
Ein Band abgetrennt

Ein noch schmaleres Band, schon zum Spinnen auseinander gezogen


Ich brauche dafür aber mehr Spulen, und da für mein Aura eine normale Spule 49 Euro kostet, habe ich bei Akerworks.com Spulen aus dem 3D-Drucker bestellt. Die werden zwar aus den U.S. angeschippert, kosten aber deutlich weniger. Kann es kaum erwarten!

Schon letzte Woche habe ich eine Aufbewahrung für einen Fahrradhelm genäht. Der lag immer so ungeschützt unten im Schrank rum und deshalb hat er einen liebevoll konstruierten Beutel bekommen.
Ich weiß nicht, was ich überkam, diese Mühe auf mich zu nehmen, aber es hat Spaß gemacht:

Erst habe ich grob den Umriss abgemalt


Dann habe ich ausgerechnet, wieviel mir für die Höhe des Helms in Länge und Breite fehlen und den Umriss auseinander geschnitten und mit Abständen wieder zusammen geklebt.


Einmal längs und dann noch quer

Das wurde der Schnitt für eine Schildkrötenpanzer-mäßige Aufbewahrung

Ja, wird passen, braucht aber einen Zipper


Der Zipper ist richtig mies eingenäht, aber der Helm liegt jetzt zufrieden unten im Schrank

Als nächstes mache ich aus der Vorlage eine Art Turnbeutel.

Mittwoch, 2. März 2016

Mal wieder Me Made Mittwoch (mit Passformmängeln)

Seit Ewigkeiten bin ich mal wieder beim Me Made Mittwoch dabei.
Ich merke, wie ich in Versuchung bin, diese Jacke zu kritisieren. Punkte wären:
Sie ist überall zu lappig, vermutlich schlicht zu groß geraten
Die Knöpfe sind zu klein und flutschen immer aus den undefinierten Löchern
Sie wird schnell zu warm. (Ich kann es kaum erwarten, die Wechseljahre hinter mir zu haben und wie als junge Frau dauernd zu frieren. Aber sie haben ja kaum begonnen.)

No 6 V-Neck Cardigan von Vogue Knitting
 Gute Punkte sind:
Es hat Spaß gemacht, sie zu stricken: Nicht zu langweilig, nicht zu schwierig.
Das Garn ist super, Cotton Merino von Drops.
Sollte ich die mal heiß waschen und danach in den Wäschetrockner tun?? 

Ähnliche Schwierigkeiten mit der Passform habe ich bei der Geburtstagsjacke für den Lieben Mann:


Ich glaube, der von oben eingestrickte Ärmel ist zu weit. Oben eine -zugegeben sehr schmale- gekaufte Jacke. Leider ist der Mann noch bis Sonntag unterwegs. Ich denke, ich fange schonmal mit dem zweiten an und höre vor den Abnahmen auf.

Und noch ein Passformproblem:


 Buchhülle für die alten Georgette Heyer-Taschenbücher, durch die ich mich gerade systematisch durchlese. Ist zu groß geworden. Der Versuch davor wurde zu klein....