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Freitag, 4. Januar 2019

Neues Jahr - nicht so viel Neues

Inzwischen habe ich nicht nur einen Schal für meinen Vater in der Schlange, sondern auch noch ein Dreiecktuch für meine Stiefmutter - die übrigens selbst stricken kann. Meine eigenen Projekte kann ich erst mal hinten anstellen. Naja, ich bin dankbar, dass es sie gibt und sie sich um meinen Vater kümmert. Jedenfalls bin ich beim vierten und letzten Knäuel des Tuchs für die spanische Freundin und es ist erstaunlich, wie sich eine liebe Tätigkeit bald wie Pflicht anfühlt, wenn ich erst beim zweiten von vier Schals für Andere bin.

An der Nähmaschine habe ich Sachen angefangen, aber noch nichts fertig gebracht: An der Haube für die Maschine weitergemacht, sie wird auch aus dem Kissenstoff.
Und eine weite Yoga-Hose angefangen, enger zu nähen und Bündchen an die Knöchel. Ich wollte auch jeden Zentimeter nutzen und habe die Overlock-Naht am Saum aufgetrennt - ein elendes Gepfriemel!

Vor Weihnachten habe ich mit einer Abnehm-App angefangen, meine Mahlzeiten etc. zu tracken und da lassen sich auch die Körpermaße eingeben. Weil ich mich also eh vermessen wollte habe ich mir die Golden-Pattern-Schnitte, die ich besitze, mal wieder angeschaut und mir überlegt, eine 42cm-Stoffpuppe mit meinen Maßen zu nähen. Dafür habe ich mir noch den Bodysuit-Schnitt von golden-pattern.de gekauft.
Das erfordert erstmal ein  wenig Geduld und Ausprobieren und ich frage mich, warum ich nicht mit einer einfachen Stoffpuppe nach dem schon vorhanden Vogue-Schnittmuster anfange. Nee, ist nicht, ich will schnell das Endprodukt, keine Probemodelle!
Ich mich also sorgfältig vermessen (die Filzstift-Marker habe ich weiterhin auf der Haut), alles auf eine Körpergröße von 42,5 cm umgerechnet, eingetragen und mal ausgedruckt:


Links ist die Vorlage für die Körperrückseite, rechts für die Vorderseite und die Raute ist für einen Zwickel im Schritt gedacht. Die Paddel unten sind die Füße.
Beim Bodysuit-Schnitt lässt sich einstellen, wieviel Elastik der Stoff haben wird und ich habe 50% genommen. Dadurch ist der Schnitt viel zu gestaucht geraten, ich habe im Verhältnis längere Beine und einen kürzeren Oberkörper. Oder ich habe mich beim eintragen vertan... Echt spannend, den eigenen Körper aus dieser Perspektive zu sehen.
Fortsetzung folgt.

Sonntag, 9. Dezember 2018

License to Craft

Das Geschenk-Tuch ist endlich abgegeben und nun kann es weitergehen mit neuen Untaten. Wie immer fühlt es sich zugleich sehr frei und ein wenig beängstingend an, aus der Pflicht entlassen zu sein und machen zu können, was ich will: Was anfangen mit dieser License to Craft?
Zuerst habe ich das UFO Kragen für ein Abendkleid endlich fertig gestrickt:

Perfekt für die Silvester-Party! (Wenn es fertig ist, natürlich.)

 Beim Ärmel einhäkeln gibt es nichts Neues, denn ich habe viel Zeit damit verbracht, über Stoffpuppen und das Repainten von Barbies und BJDs zu recherchieren. Ich sammle schon seit über einem Dutzend Jahren Schnittmuster für Puppenkleidung und Stoffpuppen. Zwar habe ich auch ein paar Vorlagen für Baby-Puppen und sogar mal einer normalen Baby Born einen Weichkörper genäht, den ich aus mehreren Schnitten zusammengebastelt habe, aber mein eigentliches Interesse gilt erwachsenen Persönlichkeiten.



Hier fehlt mir jedoch die License to Craft. Ich habe sie mir vor 15 Jahren, als mein Interesse zum ersten Mal aufflackerte nicht gegeben, weil ???? Und jetzt finde ich mich weiterhin ein wenig merkwürdig. Zwar hat die Nachbarstochter mal einen Waldorf-Puppen-Kurs gemacht und eine süße Puppe produziert, aber sonst kenne ich niemanden, der sich dafür interessiert. Will ich noch so ein skurriles Hobby anfangen? Andererseits ist da mein Widerwille, mir eine Puppe als Modell zu kaufen, ich bin weiterhin entschlossen, mir eine zu basteln.

Was mich noch bremst: Beim Umräumen bin ich auf Reste von UFOs gestoßen:

Ausgedacht, angefangen, aber nicht fertig gestellt  ..... failed Craft!

 Echt schade um den schönen Stoff! Ich will mich mit einem neuen Hobby nicht verzetteln, unter Druck setzen, Geld und Zeit verschwenden. Obwohl ich es genieße, Sachen zu planen.

So wie eine Jacke nach dem Buch von Jean Frost: Custom fit knit Jackets. Sie beschreibt ganz ausgefeilt, wie frau sich eine perfekte Jacke im Chanel-Stil strickt. Sogar mit Probemodell aus Stoff, verschiedenen Abschlüssen, unterschiedlichen Strickmustern, evtl. Abnähern und so weiter. Wirklich toll!
Eine Maschenprobe habe ich gerade gemacht:


Ein Tweed-Stich aus dem besten aller Muster-Bücher: Das große Strickmusterlexikon. Das Garn ist eine Mischung aus einem Rest Alpaka auf Kone aus Peru und einem passenden Baumwollfaden, auch auf Kone, von der Hamburger Wollfabrik. Dort hatte ich ein Pröbchen hingeschickt, bekam dann einige Pröbchen zur Auswahl zurück und habe dann den passenden Farbton bestellt. Das Muster und die Mischung sind fast unsichtbar und so ist es auch gedacht.