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Mittwoch, 23. Oktober 2019

Dritter Anlauf

Seit ich ein kleines Amazon-Tablet habe, benutze ich kaum mehr am Tisch an einem Rechner mit Tastatur. Deshalb schreibe ich hier noch seltener. Am Tablet zu  schreiben ist zu umständlich.
Handarbeitsmäßig tut sich aber durchaus etwas:
Gerade bin ich am dritten Anlauf der Chanel-Jacke nach Jean Frosts Custom fit Knit Jackets, Casual to Couture. Ich hoffe, dabei bleibt es.

Das Garn ist eine Restkone mit Alpaka aus Peru und dazu passend bestellte Pimabaumwolle (auch auf Kone) von der Hamburger Wollfabrik

Das Obige allerdings der vorige Versuch: Das rosa Glitzergarn zum Mitstricken finde ich weiterhin gut, aber der gedoppelte Saum wirkt doch zu grob. Das Muster selbst, ein abgewandelter Leinenstich, ist nämlich doch nicht so fest, wie es scheint. Im Moment bin ich etwa gleich weit wie auf dem Foto.

Richtig peinlich ist der Fortschritt bei der weißen, gehäkelten Cotton-Merino-Jacke. Ich bin parallel an beiden Armkugeln und eigentlich sollte ich mal nachzählen, ob sie halbwegs übereinstimmen. Weil ich aber ein ganz doofes Gefühl habe, ist das Häkelzeug in einem hübschen Korb außer Sicht versorgt.

Zur geschickten Gewissensberuhigung habe ich ein Dreiecktuch nach bekanntem Schema für die Stiefmutter in Arbeit:
Natürlich in natura nicht ganz so knallig. Irgendwann muss ich das mit dem Weißabgleich mal lernen.

Und letztes Wochenende habe ich einen Rock für mich angefangen. Mir kommt es vor, als hätte ich seit Jahren kein Kleidungsstück mehr genäht. Es macht riesen Spaß und ich habe bisher noch keinen schlimmen Fehler gemacht. Zuschneiden ging mir fast automatisch von der Hand:


Bin wie früher auf dem Boden herum gekrochen, anstatt meine Zuschneideplatte zu benutzen. Hat Spaß gemacht.









































Ich mache Abbildung C mit dem eingezogenen Gummiband hinten.. Mir gefällt dieser historisierende Look. Ein paar passende schwarze Spitzen-Oberteile habe ich schon zur Ansicht bestellt, denn ich will in diesem Aufzug mal wieder großartig ins Theater gehen. Einfach so.
Foto folgt.









Montag, 14. August 2017

Aufgearbeitet

Die Spiralsocken machen Fortschritte. Einerseits langweilen sie mich endlos, andrerseits sitzt mir die Angst im Nacken, dass das Kind schon aus ihnen rauswächst und wiederum andrerseits geht es eigentlich ganz schnell, wenn ich es mal mache.

Ganz schnell gingen auch zwei Dinge, die schon länger herum lagen und jetzt endlich fertig gemacht sind.
Ein Rock, den ich vor einem Jahr geplant hatte und bei dem zu meiner freudigen Überraschung nur noch der Bund fehlte. Wurde gestern genäht:

A-form + ungefüttert + Tunneldurchzug = unkompliziert


Weiterhin wurden endlich drei Markisenstoffe aus einem Butinette-Paket verarbeitet, die auch schon mindestens ein Jahr auf das Machen warteten. Der Liebe Mann war vom Rosa nicht begeistert, aber jetzt im Sommer ist seine Toleranz gestiegen:

Die Befestigung mit Kabelbindern und Haken ist nicht so schön und wird nächstes Jahr verbessert

Habt ihr im aktuellen SPIEGEL das Interview mit Frank Trentmann über sein Buch mit dem Titel "Die Herrschaft der Dinge gelesen"? Er fragt dabei, wer eigentlich noch seine Socken stopft und ich kann sagen, zum Beispiel ich:




Mittwoch, 29. Juni 2016

Reiserock (direkt-recycled) - nicht auf der Reise getragen

Seit dem letzten Post war ich zwei Wochen in China und hatte vorher Stress mit der Vorbereitung und seitdem kämpfe ich mit dem Jetlag. Aber beim Me-made-Mittwoch mache ich mit.
Zu Ehren der China-Reise wurde vorher aus einem Patchworkstoff mit Seerouten-Aufdruck noch ein Röckchen genäht:

Direkt-recled, weil ich von einem ungeliebten, gefütterten Blümchenrock den Oberrock abgetrennt und als Schnittmuster benutzt habe. Und den neuen Oberrock wieder mit dem alten Futterrock vereinigt habe. Der Nahtreißer wurde auch wieder verwendet. Selten habe ich so schnell einen Rock genäht! Mitgenommen nach China habe ich ihn nicht, dort war es zu heiß für Röcke, habe kurze (Kauf-)Hosen getragen.

In China habe ich viel an einem Cleanen Jäckchen gestrickt während der Liebe Mann arbeitend am Laptop saß. Wir waren auf eigene Faust unterwegs und konnten uns die ruhigsten und schönsten Hotels auf dem Land aussuchen.
Gekauft habe ich Kashmir-Wolle in Puder für mich und in Weiß und Grün für die Nachbarn, die die Katzen gehütet haben:
Leider sehr teuer, weil ich nicht gefeilscht habe :-(. Aber wunderbar weich!

Eine Woche vor Reisebeginn war ich beim Kurs Spinne dein Garn von Chantimanou und habe gelernt, besser zu spinnen: Ich habe vorher nie die Finger fest genug aufeinander gepresst, um den Drall wirklich daran zu hindern, in den Faservorrat zu laufen. "Bis die Knöchel weiß werden", meinte Chanti. Ehrlich, wenn ich das mal früher verstanden hätte! Seitdem spinne ich sehr schön jeden Tag ein wenig von meiner schwierigen grünen Mischung und es ist endlich richtig entspannend. Schlauer wäre es allerdings, öfter etwas Anderes zu probieren, denn so richtig verstehe ich mein Rad immer noch nicht und während des Kurses habe ich recht viel Zeit damit verbracht, mein Rad einzustellen, währen die anderen Teilnehmerinnen irgendwelche coolen Techniken lernten. Andrerseits möchte ich natürlich mit den grünen Fasern mal fertig werden, vor allem, da das Ende absehbar ist.

Im Kurs

 Seit ich wieder da bin, habe ich in den rückwärtigen Bund der oben erwähnten kurzen Hosen Gummis eingenäht und sonstige Flick- und Fleißarbeiten gemacht. Der nächste Rock liegt so ziemlich auf Eis.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Abschied von den Blümchenröcken

Beim Umräumen des Kleiderschranks gerade habe ich gemerkt, dass ich keine Lust mehr auf Blümchenröcke habe. Jahrelang habe ich sie genäht, meist weißgrundig. Aus Libertys Stoff oder einfacheren Stoffen. Nun scheinen sie nicht mehr zu mir zu passen.
Zum heutigen MMM wird aber der lebendigste -weil nicht weißgrundig wie die anderen- noch einmal getragen:

Hmm, das sieht doch aus wie eine Schürze

Weiterhin bin ich stolz auf den selbst erstellten, vermaßten Schnitt und die gute Verarbeitung - alle Röcke sind mit Batist gefüttert.

Und was jetzt? Toughe Karos? Demnächst ist holländischer Stoffmarkt, da werde ich nach unblumigen Dessins Ausschau halten.
Im Stofflager ist jedenfalls noch der der gleiche Stoff mit türkisem Hintergrund und eine größere Menge eines Paisley-Druckes, aus dem ein längerer Wickelrock geplant ist. In den USA ist der Überschlag bei Wickelröcken übrigens hinten - sehr viel praktischer beim Fahrradfahren :-).

Knalliges Schnäppchen aus Lima


Für einen lebhaften Wickelrock

Donnerstag, 5. Mai 2016

Weiter im Rausch des Planens: Jäckchen für Seidenröcke

Letztes Jahr musste der Liebe Mann beruflich nach China und ich bat ihn, mir ein Seidenstöffchen mitzubringen. Im Kopf hatte ich mit Blumen bestickte Stoffe in Juwelenfarben für einen Rock in A-Linie.
Bekommen habe ich dann je zwei Meter unifarbene Seide in Flaggenfarben: Tomatenrot, Elektrischblau und Goldgelb. Der rote wurde zu einem kleinen Roten nach Maßschnitt von Passt zugeschnitten, aber bei Blau und Gelb war ich erstmal ratlos.












 Bis ich in der Brigitte 10/2016 (eine Seite weiter im Heft) diesen Rock sah: 




Den passenden Schnitt aus dem Lager gibt es auch, Butterick 3088:




Ich möchte auch so cleanes Oberteil wie auf der Abbildung der Röcke, natürlich selbst gestrickt:
1. Entwurf; Bild vom Strickrechner (fully-fashioned.net)


Letztendlich wird es nach viel Überlegen doch ein Raglan von oben mit angestrickten Blenden.
Bei Lanade war/ist wieder die jährliche Rabattaktion und ich habe von meinem Lieblingsgarn Cotton Merino je 350g in Senfgelb und Marine bestellt. Das Elektrischblau geht nämlich doch nicht und wird noch in Marine umgefärbt.



 Aber das Gelb passt super, in natura besser als auf dem Foto:



Passend eingefärbte Perlmutterknöpfe hatte ich auch im Vorrat und nachdem ich schon weiß, wie Knöpfe mit Steg mitgestrickt werden, habe ich es diesmal mit diesen Knöpfen probiert und:
Es klappt tatsächlich!!!! Bin total begeistert - nie wieder das Annähen hinterher!






Mittwoch, 1. Juli 2015

Me Made Mittwoch - nichts Neues unter der Sonne

Bei diesem Superwetter habe ich dauernd meine schon vor einigen Jahren genähten Blümchenröcke an; bzw. Paisleystoff-Röcke:
Dieser ist aus einem Libertys-Stoff, den mir eine Freundin aus London mitgebracht hat. Mit dem Reißverschluss im schrägen Fadenlauf hatte ich mich ziemlich abgeplagt, aber nun liebe ich ihn tatsächlich.

Er ist mit weißem Batist gefüttert und statt einem Bündchen gibt es nur den Tunnel, der von den beiden Stoffen gebildet wird. Sehr praktisch wenn frau ein paar Kilo abgenommen hat, dann zieht sie einfach eine Kordel ein und zumindest die Taille passt wieder!


Nachtrag: Und hier die anderen TeilnehmerInnen des Me Made Mittwoch: Klick!

Mittwoch, 2. Juli 2014

Me-made-Mittwoch: Wetter für Jeansrock mit Leggins

Knapp 20 Grad draußen, da wird mal wieder ein schon vor einiger Zeit genähter Jeansrock rausgekramt. Die Recycled Sari Silk-Jacke passt gut dazu, oder?



Bin gespannt, was beim Me Made Mittwoch gezeigt wird!

Mittwoch, 7. Mai 2014

Doch noch Rock-Wetter für den MMM

Der schöne März hier hatte Hoffnungen auf einen tollen Frühling gemacht, die sich im April und Mai leider nicht erfüllt hatten. Aber gerade scheint die Sonne und ich kann meinen neuen Rock beim MeMadeMittwoch vorstellen:


Er hat nur ein breites Stück Bündchenstrick als Bund, keine Abnäher, keinen RV. Vorgestern habe ich die Herstellung beschrieben.


Montag, 5. Mai 2014

Der einfachste Rock meines Lebens

Mit meinem vermaßten Standardschnitt ohne Abnäher habe ich schon das Nonplusultra in Sachen Vereinfachung entwickelt, dachte ich. Aber beim Stöbern bei Dawanda ich auf einen Rockschnitt gestossen, bei dem der Bund aus Rippenstrick gearbeitet wird. Keine Abnäher (anscheinend), kein Reißverschluss!

Das "anscheinend" deutet schon an, dass ich zu sparsam und zu sehr auf meine Ehre bedacht war, als dass ich alte Hobbyschneiderin den Schnitt gekauft hätte. Ich habe lange überlegt, wie weit der Rippenstrick Richtung Hüfte reichen muss, damit ich noch von oben oder unten in den Rock schlüpfen kann und habe schließlich zum Ausprobieren ein rechnerisches Mittel zwischen Taillen- und Hüftweite verwendet.
Mit nur einer groben Vorstellung im Kopf habe ich dann eine Kopie meines Standardschnittes gezeichnet und 17cm von oben abgeschnitten. Dann den Stoff zugeschnitten, versäubert, Seitennähte geschlossen und oben 35cm Strickbündchen (liegt 70cm breit) doppelt genommen drangenäht.
Saum doppelt umgenäht - fertig!
Auf dem Boden: Uh, was für ein peinliches Bauernröckchen:

Tatsächlich ohne RV


An Paula: Garnicht so schlecht!


Beim nächsten Mal werde ich das Bündchen deutlich kürzer machen und ihn notfalls über Kopf anziehen.

Übermorgen will ich mal wieder beim MMM mitmachen, dann zeige ich ihn angezogen.


Freitag, 2. August 2013

Selten so genervt von einem Rock!

Weiterhin kämpfe ich mit dem Rock aus Liberty's-Stoff. Den unsichtbaren RV habe ich noch ein drittes Mal eingenäht - wieder nichts. Dann einen Normalen gekauft und auch dieser ist nicht perfekt geworden. Dabei habe ich beides schon viele Male gemacht!
Ich glaube, mein Hauptfehler war, dass ich den Stoff nicht vorher gewaschen habe. Er ist so mit Appretur behandelt gewesen, dass die Maschine ihn nicht richtig greifen konnnte.
Außerdem war es wohl ein Fehler, eine sehr feine Nadel (60/8) und extra-feinen Faden zu benutzen. Inzwischen bin ich bei der Vorbereitung der Saumnaht und dann fehlt nur noch das Absteppen der Taillennaht. Uff - drei Kreuze, wenn ich das hinter mir habe und ihn endlich anziehen kann.
Schließlich gibt es schon passende dunkelblaue T-Shirts, Strickjacken und Sandalen für diesen Rock und seinen Bruder aus dem zweiten Liberty's-Stoff, denn die Beiden waren als Hauptkleidungsstücke dieses Sommers vorgesehen gewesen. In einem Blog habe ich gelesen, dass solche schwierigen Projekte meist zu Lieblingsstücken werden - das kann ich nur hoffen.

Das Weiße am Taillenbund ist das Batistfutter

Zu besagtem Bruder aus dem zweiten Stoff: Jegliche Lust darauf, den zu nähen, ist mir gründlich vergangen. Klar habe ich den Stoff heiß gewaschen und werde sicher nicht extrafeinen Faden benutzen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich nochmal denselben Schnitt (je ein Viertelkreis Achtelkreis als Vorder-und Rückteil vermaßt mit meiner Taillenweite) benutzen will. Ich wühle mich durch meine Rockschnitte, aber dieser Schnitt steht und gefällt mir einfach am besten. Ein süßes Muster, aber ein schlichter Schnitt, nicht zu romantisch, perfekt für den Sommer. Gut, dass ich aus den letzten Jahren noch genug in der Art habe!
Nochmal Stoff Nummer Zwei

Montag, 22. Juli 2013

ADHS-Handarbeiten

Zur Zeit arbeite ich an x Sachen gleichzeitig und vor allem, wenn es bei einem Projekt Schwierigkeiten gibt, fange ich schnell das nächste an.
Die dicken Hausschuhe für den Lieben Mann sind fast fertig - aber leider fallen die Hüttenschuhsohlen so klein aus, dass ich die schon gekauften in eine größere Größe umtauschen muss.

Der RV kommt in die Schräge, denn wird ein "Kragen" umgeklappt
Bei 32 Grad draußen wird er die aber eh nicht so bald brauchen!

Beim Rock aus Liberty-Baumwolle habe ich nun schon zum zweiten Mal den verdeckten RV nicht richtig eingenäht - beim ersten Mal zog es den Stoff in die Zähnchen, beim zweiten Mal gibt es eine breite Lücke zwischen den beiden Seiten. Bin fast bereit, einen Normalen einzunähen. Drei Stiche habe ich aufgetrennt, dann habe ich beschlossen, nun zu bloggen...

Zwischen den beiden Versuchen habe ich "noch schnell" mit dem Nähen einer Sarouel-Hose aus einer uralten Carina angefangen.
Den Schnitt hatte ich sogar noch und weil er in 38-42 ist, sollte er mir eigentlich (knapp) passen.
In einem selbstgeklebten Umschlag - Plastikhüllen waren mir damals wohl zu teuer. Blogspot denkt unbeirrbar, das  Bild müsste hochkant sein, sorry
Zur Sicherheit -und weil ich die Technik mal ausprobieren wollte- habe ich aber noch einen Zentimeter in jedes Schnitteil eingefügt.

Das Seidenpapier ist sowas von unpraktisch! Total empfindlich, reisst leicht, die Nadeln reissen Löcher, das benutze ich schon lange nicht mehr.

Die braune Seide hat mir meine indische Freundin Aparna geschenkt. Als ich sie und den zweiten Stoff gewaschen habe, hat die komplette Waschmaschinenladung durchdringend nach Maschinenöl gerochen. Es hat zwei weitere Durchgänge gebraucht, bis alles wieder neutral roch.
Die traditionelle Quittung gefällt mir gut
Beim Durchschauen meines alten Ordners habe ich noch einige Strickmodelle gefunden, die mir gefallen. Zu meinem großen Erstaunen dieser Mohair-mit-Lurex-Pulli:
Und ich würde ihn auch mit Minirock und Strumpfhose anziehen
Sogar die kleinen Sternchen gefallen mir. Ganz ADHS-mäßig bin ich sofort online auf die Suche nach Beilaufgarn für meine beiden Mohairgarne gegangen....

Sonntag, 26. Mai 2013

Wieder im Rausch

Nachdem ich in letzter Zeit eher pflichtbewusst gestrickt habe, hat mich heute wieder der Rausch erfasst: Die Ärmel für die Jacke des lieben Mannes sind endlich an der richtigen Höhe angelangt, um sie und die Maschen des Leibes auf eine Nadel zu nehmen und die Raglan-Passe anzufangen. Klar ist eine Reihe jetzt ewig lang, aber nach Elizabeth Zimmermanns Anleitung habe ich erstmal jeweils 8% der Maschen der Leib-Maschen unter den Achseln stilllegen dürfen. Das sind 26 M je Abschnitt, also nicht wenig! Nun geht es mit den Raglan-Abnahmen los und dann werde ich vorankommen "like a horse on fire" (E.Z.)!

Auch das Nähen hatte eine gute Chance, wieder zum Rausch zu werden, denn der rote Rock ist endlich fertig geworden. Ich habe fest vor, an den nächsten Mittelalterfestivals ein selbst genähtes Gewand zu tragen. Stoff, Schnitt und genug Literatur zum Thema ist schon im Haus und ich müsste mich nur aufraffen, den Schnitt zu kopieren. Es wird Modell von Burda, aber Richtung authentisch abgewandelt.

Der rote Rock sieht gut aus, ist jedoch leider zu groß geworden; seit der Planung habe ich abgenommen und so musste ich ihn beim ersten Tragen ganz unelegant mit einer Sicherheitsnadel zusammenstecken. Vielleicht schaffe ich es, zum nächsten Me-made-Mittwoch ein Trage-Foto zu machen.

Fast so breit wie hoch - warum habe ich nicht früher hingeschaut?

Mittwoch, 7. März 2012

Me-made-Mittwoch - zur Abwechslung ein Blümchenrock :-)


Dies ist der zuletzt fertig gestellte Blümchenrock nach Standardschnitt. Der NahtRV klappte diesmal hervorragend - ich hatte das Füßchen dafür wiedergefunden. Er ist mit leichterm Batist gefüttert und ist zwar wunderbar leicht und luftig, knittert aber auch sofort. Der Stoff ist für wenig Geld (je 22 Soles, ca sechs Euro fünfzig für Stoff und Futter) in Gamarra, dem Textildistrikt von Lima erstanden worden. Leider habe ich kein passendes T-Shirt, aber das werde ich in Deutschland finden. Der Stoff für das nächste Röckchen wird gerade zugeschnitten und es muss bis zum Sonntag fertig sein, denn nächsten Montag kommt die Umzugsfirma zum Packen. Dieser Rock ist im geraden Fadenlauf zugeschnitten, weil ich dachte, der Stoff ist weich genug, um gut zu fallen. Der nächste wird im schrägen Fadenlauf gearbeitet und ich bin gespannt, ob frau den Unterschied sieht.
Zurück in Deutschland will ich mich neuen Herausforderungen stellen: Ich habe ein Kleid gesehen, dass nach "Passt!", dem Buch zur Golden Pattern-Software genäht wurde und es hat mir gut gefallen, denn es saß sehr gut und sah klasse aus. So eins will ich auch! Die Software habe ich schon ewig und habe damit ein-zwei gut passende Röcke genäht.
Alle Me-made-Mittwoch-Teilnehmer sammelt Cat auf ihrer Seite - danke für diese tolle Aktion!

Montag, 5. März 2012

Nähen lassen, 1. Teil

Bevor wir zum Schnuppern nach Lima kamen, hatte ich schon in Blogs gelesen, dass frau sich hier günstig und gut Kleidung nach Maß schneidern lassen kann.
Mein erster Versuch war jedoch ein völliger Reinfall, ich war einfach bei einem klassischen Herrenschneider zur Tür reinspaziert, ein sehr, sehr alter Herr, der mir einen Jeansrock in A-Form nähen sollte. Bei der ersten Anprobe war er viel zu weit und am Schluss immer noch schrecklich. Mit Bleiche habe ich noch versucht, ihn auf modern zu trimmen, aber für diese Katastrophe war alles zu spät. Aus dem Rock ist dies geworden:

Der linke Buchumschlag; noch mit Bleichspuren

Als ich dann hier wohnte, bin ich nur noch zu Schneiderinnen, die mir empfohlen worden waren: Sra Lucy hat mir eine Tunika nach Schnittquelle Belfort genäht und ein Kostüm nach Burdastyle.

Ist an mir auch zu eng. Aber besser gebügelt.



Die Clinica de Modas hatte einen Großauftrag: Ein Kleid nach Patrones, ein Shirt nach einem Bild von Hobbyschneiderin, zwei Tankinis, einen Rock nach Burda ??? (finde den Schnitt weder im Haus noch online).
Üblicherweise bringt frau der SchneiderIn ein Bild oder ein Foto des Modelles oder ein zu kopierendes Original oder macht eine kleine Skizze. Dass jemand einen Schnitt mitbringt, ist völlig unüblich, denn hier gibt es keine Schnitte zu kaufen. Die SchneiderIn fertigt aus alten Zeitungen den Schnitt selbst an. Von Sra Lucy und den Schneiderinnen der Clinica de Modas wurden meine mitgebrachten Schnitte verschmäht. "Ich verlasse mich nur auf mein Maßband", bekam ich auf meine Frage warum zu hören. Ich musste gut aufpassen, dass sie sich an das Modell hielten. Beim grünen Kleid hat es nicht geklappt:
Leider längst nicht so chic geworden wie die Vorlage. Vermutlich war auch der Stoff ein Fehlgriff.
Der Kragen ist hinten leider nicht perfekt
Burda ??? von Clinica de Modas genäht; nicht nach Schnittmuster

Von mir nach Schnittmuster genäht, auch verbesserungsfähig

Wenn frau Stoff hat, bringt sie ihn mit, sonst besorgt ihn die Schneiderin. Auch hier gilt, dass es sich empfiehlt, möglichst genaue Vorgaben zu machen.
Alle haben einen Hang dazu, etwas zu eng abzustecken. Auch meine beiden peruanischen Freundinnen waren trotz ihrer Erfahrung und der gleichen Sprache nicht vor Enttäuschungen gefeit: Mehrmals waren Sachen zu eng (trotz Zwischenanproben) oder Röcke von Kleidern wiederum zu weit. Beide haben mehrmals geschworen, zu dieser oder jener Schneiderin nie mehr zu gehen. Katia hat sich für die Hochzeit ihres Stiefsohns drei Kleider anfertigen lassen und war nur mit dem Dritten völlig zufrieden. Obwohl sie eine perfekte, ganz schlanke Figur hat.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Me-made-Mittwoch

Hier ist es kurz nach acht, die Temperatur im Arbeitszimmer beträgt 27,3 Grad Celsius und die Haare im Nacken sind unerträglich heiss und müssen aufgesteckt werden. So trage ich ein Hemdchen und einen weiten Wickelrock aus Viscose, den ich vor Jahrzehnten von meiner Mutter bekommen habe, genäht nach einem vermaßten Schemaschnitt aus Sew what! Skirts.

Nichts Besonderes, aber sehr luftig und damit genau richtig für Zeit und Ort. Amerikanisch praktisch, dass die Doppelung und der Schlitz hinten sind, nicht vorne, so dass frau im Sitzen den Rock schließt, anstatt bis zur Taille entblößt zu werden. Besonders angenehm bei Fahrradfahren!

Montag, 20. Februar 2012

Immer noch Prinzessin??

Ist es normal, zwei rosa Röcke zu haben und zwei rosageblümte? Wenn, dann bin bin doch schon längst eine Königin und keine Prinzessin mehr!
Für den Rock aus der Baumwolle in der schlechten Qualität habe ich 2,5 Tage gebraucht. Für solch ein einfaches Modell ziemlich lang, finde ich. Ich habe es geschafft, den NahtRV zu verpatzen und einen der Webfehler schön in die Mitte des Vorderteils zu platzieren. Weiterhin ist er etwas zu weit geworden, vielleicht sollte ich mir mal notieren, dass die Nahtzugaben in diesem Schnitt enthalten sind? Ich hatte ihn noch zum Schrumpfen in den Wäschetrockner getan, aber er ist triumphierend gleich groß wieder herausgekommen. Aber angezogen fühlt er sich richtig gut an, denn schwingt so schwungvoll um die Beine.


Hier der andere Rock nach diesem Schnitt (vermaßt); auch sehr schwungvoll. Und beide sind mit feiner Baumwolle gefüttert.
Sorry, leider ungebügelt
Den Schnitt habe ich jetzt für ein kürzeres Modell kopiert -gut, dass ich genug extrastarke Malerfolie mitgenommen habe, die gibt es hier nämlich nicht- und die nächsten zwei Röcke werden NICHT rosa - aber weißgeblümt 

Mittwoch, 15. Februar 2012

Me-made-Mittwoch

Hier ist weiter Sommer mit über 30 Grad und ich habe wieder eines meiner Lieblingssommerröckchen an; heute zufällig dassselbe wie vorletzte Woche.

Mehr Röcke sind allerdings in Arbeit: Gestern habe ich den nächsten Stoff morgens gewaschen und abends gebügelt und dies entdeckt:
Vier Fehler in drei Metern Stoff und ich hatte ihn in einem Wäschenetz gewaschen! Lohnt es sich überhaupt noch, die Arbeit zu investieren? Nachher ist er nach zweimal Tragen schon ruiniert? Das Material habe ich vor ein paar Wochen in Gamarra gekauft, in einem Laden für edle Stoffe übrigens. Obwohl dieser Stoff sicher nicht teuer war. Vielleicht sollte ich mich von den günstigen Preisen nicht blenden lassen und das Material vor dem Kauf genau inspizieren.................. leider bin ich dafür nicht der Typ.....