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Samstag, 18. September 2021

Durchaus noch da mit schwangeren Regenwürmern

 Ja, es gibt mich noch. Und ich handarbeite weiterhin. Leider neige ich aber auch weiterhin dazu, mich zu verzetteln: Im Moment stricke ich einen Schal für meinen Vater, eine Mütze für die Mutter meines Freundes und eine Mütze für mich. Von all den halbfertigen Projekten aus diesem Blog mal ganz abgesehen.

Ich würde mir ja wünschen, dass selbstgemachter MNS wieder erlaubt ist - diese kleine Projekte waren genau meins. Und Ekzeme habe ich von denen nicht bekommen - von gekauften OP-Masken schon.

Heute hat es mich sogar  gepackt und ich habe das Spinnrad aus der Ecke geholt. Leider bin ich so schlecht wie eh und je. Allerdings habe ich es gerade geschafft, einen neuen Drucker mit dem
WLAN und einen alten Bildschirm mit dem modernen Notebook zu verbinden, deshalb bin ich gerade sehr ermutigt, diese schwierig zu durchschauende Technik mal wieder anzugehen.

Naja, das ist noch nicht so überzeugend - aber ich bleibe dran.


Sonntag, 30. Juli 2017

Statt Fidget Spinner - kratzige Wolle

Seit ich wieder hier bin, lerne ich weiter auf die Kosmetik-Prüfung und mache nur einige dringende, angefangene Projekte fertig. Zum Beispiel den scheußlichen Kissenbezug für eine Freundin:


Sie hat von ihrer verstorbenen Schwester einen angefangenen Ärmel und Vorderteil eines Pullis geerbt und ich habe das unter Beibehaltung von soviel Gestricktem der Schwester wie möglich zu einem Kissenbezug zusammengefügt. Mein Perfektionismus führte noch zum Kauf eines passenden Inlett-Stoffes. Wie frau sieht, müssen Inlett und Bezug noch Reißverschlüsse bekommen, dann ist das endlich abgeschlossen und ich kann es als verspätetes Geburtstagsgeschenk der Freundin geben.

Ah ja, und dann gibt es das Spinnrad: Ab und zu brauche ich eine Pause und wo ein Teenager den Fidget Spinner wirbeln lassen würde, setze ich mich an's Spinnrad und wirble die Texel-Fasern.
Erst wollte ich ganz automatisch möglichst fein spinnen, aber dann bin ich zur Besinnung gekommen: Sind schließlich vier Kilo, für feine Jäckchen zu kratzig, das wird besser fettes Garn für mit Weichspüler behandelte große Tücher oder Teppiche. Jetzt also ziemlich dick und fluffig. Meine Chefin vom Wollgeschäft vorletzen Winter lehrt nämlich:  Je enger verstrickt, desto kratziger, je lockerer, desto weniger kratzig.

Ansonsten stricke ich noch Spiralsöckchen in Gr. 23 für den Neffen, der in 2 Wochen seinen ersten Geburtstag feiert.

Aber ich würde soooviel lieber etwas Tolles für mich machen!!! Es juckt mir förmlich in den Händen, eine chice Jacke anzufangen. Ich habe sogar Lust, das Temperature Blanket weiter zu häkeln. Geht aber nicht.

Dienstag, 25. Juli 2017

T-Shirts mit den eigenen Haaren flicken

Ich bin schon seit einigen Wochen aus dem langen Urlaub zurück, aber ich komme kaum zum Stricken, Häkeln, Nähen oder darüber zu Schreiben.
In den USA waren wir eher auf dem Land, aber einen tollen Wollladen habe ich gefunden: Desert Thread in Moab, Utah. Wer Arches National Park oder Dead Horse Point State Park in Utah besucht, kommt praktisch dran vorbei. Habe eine Kugel Fasern zum Spinnen als Andenken gekauft. Immer wieder und auch hier habe ich mich über die hohen Preise für Alles gewundert, sonst wäre es sicher mehr geworden.
Günstiger war es im Walmart, wo es eine große Auswahl an Handarbeitszubehör gab: Eine schöne Auswahl an Quiltstoffen und -zubehör, Kleiderstoffe und Simplicity-Schnitte. Die Garne waren leider mehr aus dem Plastik-Bereich von Red Heart und ich habe nur ein Heftchen mit Häkelmützen-Anleitungen mitgenommen.




Strickzeug - Pulli für den Lieben Mann aus der La-Gomera-Wolle - hatte ich übrigens dabei, aber ich musste entweder selbst den Camper fahren oder in die tolle Landschaft gucken, so dass ich nicht zum Stricken gekommen bin.

Aber ich hab was Verrücktes ausprobiert: Ich hatte einige alte T-Shirts dabei, die ich am Ende der Reise zurück lassen wollte, um Platz im Koffer für Souvenirs zu haben. Ihr größter Fehler waren diese kleinen Löcher, die T-Shirts halt bekommen.
Irgendwann habe ich mich aber doch geniert, immer so gammelig auszusehen und mir ist eingefallen, wie meine Tante Inge (geboren 1935) mal erzählt hat, man habe früher feine Sachen mit den eigenen Haaren geflickt. Ich also einige Haare (mittelblond und schulterlang) aus der Bürste gezogen und es mit einer feinen Nadel probiert:

Links ein schon geflicktes Loch, rechts das größte der Ungeflickten



Nachher

 Ehrlich gesagt, es war ein ziemliches Gefummel, vor allem, weil Haar zu steif ist, um willig im Stoff oder im Nadelöhr zu bleiben. Aber das Ergebnis ist doch nicht schlecht, oder?
In der Waschmaschine ist übrigens nur eins der Löcher - es waren fünf oder sechs - wieder aufgegangen.






Samstag, 25. März 2017

On Hold

Klingt besser als gerade-keine-Zeit-haben oder blockiert sein, gell?
Im Februar hatte ich einen praktischen Teil innerhalb meiner Kosmetikerin-Ausbildung und im März die abschließende praktische Prüfung der Fußpflege-Ausbildung. Das und die weiterhin laufende Vorbereitung der Praxis-Eröffnung haben meine Energien so ziemlich gefressen und aus tollen Nähplänen ist bisher nichts geworden.
Das Spinnrad ist auch weiterhin unbestückt: Ich habe zwar ein Leinen-Wolle-Fasergemisch im Auge, schrecke aber vor dem Anfangen zurück. Denn ich habe noch nie Leinen versponnen und befürchte, viel Fasern mit Ausprobieren zu verbrauchen und damit nicht mehr genug für die geplante Jacke zu haben. Mit dem Gedanken, dass sich die Mischung auch nachbestellen lässt, versuche ich mich abzuregen und die Blockade zu überwinden.


Beim Stricken muss ich ein eher ungeliebtes Projekt machen:


Eine Freundin hat von ihrer verstorbenen Schwester ein angefangenes Strickstück geerbt, Rückenteil und einen angefangenen Ärmel eines Pullis. Die noch nicht nicht angebrochenen Wollknäuel wurden wohl von einer anderen Erbin eingesteckt, jedenfalls gibt es nicht mehr Garn. Ich habe meiner Freundin versprochen, soviel wie möglich vom schon gestrickten Stück zu erhalten und einen Kissenbezug aus den Stücken zu machen. Das Rückenteil habe ich bis zu den Armausschnitten aufgeribbelt -sehr undankbare Aufgabe, Mohairfasern voneinander zu lösen- und stricke nun gerade hoch, Ärmel und ex-Rücken gleich hoch, demnächst auf einer Nadel. Dann werden die Nähte geschlossen, das Rechteck gefaltet, die Naht geschlossen und es kommt noch ein nach Maß genähtes kobaltblaues Innenkissen rein. Stoff dafür ist schon gekauft. Ganz schön viel Aufwand und mir ist gleich wieder klar, warum ich das zwei Jahre lang vor mir hergeschoben habe. Jetzt hat die Freundin Geburtstag und ich nehme ihn zum Anlass, es endlich anzugehen.

Samstag, 21. Januar 2017

Weiterhin Petrasilie verhagelt beim Cardigan

Den braunen Lucy in the Sky-Cardigan habe ich in einen Korb gepackt und dort wartet er nun darauf, was aus ihm wird. Ich habe keine Ahnung. Die Idee des Überfärbens spukt mir weiter im Kopf rum, obwohl es sicher nicht die perfekte Lösung ist. Aber die gibt es vermutlich nicht.

Die elf Knäuel blaue Wolle, die ich auf La Gomera gekauft habe und von der ich vermutete, dass sie von Motten befallen waren, habe ich tatsächlich einzeln in Wollsocken gepackt, erst sich im Handwaschbecken vollsaugen lassen und dann im Wollwaschgang der Waschmaschine gewaschen und in der warmen Wohnung trocknen lassen. Das Garn wirkt nun ein wenig angefilzt, aber ich vermute, das ist nur die oberste Schicht und auf jeden Fall ist der Faden bei Zug so fein wie vor dem Waschen. Ich muss mal bei Tageslicht (!) nach angeknabberten Stellen suchen. Rückstände von der Larvenhülle oder ähnliches sind jedenfalls nicht zu sehen. Waren es vorher allerdings auch nicht. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Vorgehen! Ergänzendes Garn in Weiß habe ich inzwischen auch gefunden.

Im Moment bin ich am Verzwirnen des Garns aus dem Pflanzenfasern-Probepaket, die ich im 2012 gefärbt und nach und nach kardiert und versponnen habe.

Es gibt noch mehr
Ich bin ziemlich entzückt! Nicht, dass das Garn besonders fein oder gleichmäßig wäre, aber das braucht es auch nicht zu sein - sonst könnte ich ja gleich welches kaufen. Ich stricke, wie schon aus meinem ersten selbst gesponnen Garn, ein Dreiecktuch mit Zackenrand für kühle Sommerabende:





Gestrickt wird kraus rechts und einfach, bis das Garn zu Ende ist. Idealerweise nach Abschluss einer kompletten Zacke. Das Garn ist eher glatt und wirkt interessant und lebendig. Dieser nur-noch-eine-Reihe-Zwang hat mich völlig im Griff, weil es total spannend ist, was als nächstes aus dem Knäuel kommt und wie es wirkt. Ich verzwirne auch die völlig unregelmäßigen Stücke von vor dem Spinnkurs. Dieses Muster nimmt alles auf und verwandelt es in ein homogenes Schmuckstück.

Was ich mache, wenn das Spinnrad wieder frei ist, weiß ich noch nicht. Es gibt Mengen von Texelschaf-Fasern, die gewaschen und kardiert sind. Weiterhin ist es mir in Wolljacken aber viel zu warm und hier hängen noch drei fast fertige selbst gestrickte Jacken auf der Stange, die ich deshalb nicht anziehen werde.
Ich habe noch zwei perfekt temperierende Pflanzenfasern- und Schafwollmischungen von World of Wool. Allerdings ungefärbt, was das Spinnen ein wenig dröge macht. Falls ich die Fasern färbe, muss ich sie vor dem Spinnen allerdings nochmal kardieren und dazu habe ich null Lust. Das unendliche Kardieren der grünen Fasern hat mir gereicht.
Oder ich färbe sie und schicke sie zum Kardieren in eine Wollkämmerei..... Muss mal drüber nachdenken und nach Kosten fragen.

Außerdem will ich die Technik mal ausprobieren, bei der frau den Trommelkardierer mit Fasern vollpackt und diese dann durch eine Tülle (diz) geordnet abzieht um roving zu bekommen. Habe auf Youtube eine Anleitung gesehen. Dafür könnte ich die im Ofen gefärben Fasern nehmen und sie mit der Handspindel weiter verarbeiten. Bei der nächsten Reise will ich die Handspindel nämlich mitnehmen.







Dienstag, 22. November 2016

Pflichtkorb als Bremsklotz

Hier hat sich die Lage ein wenig entspannt: Die Fußpflege-Ausbildung geht auf die Prüfung zu und ich bin praktisch und theoretisch gut.
Ich nehme meinen Praxis-Raum wieder in Besitz und damit wandern die Medizin-Bücher, die in den letzten Monaten mein Nähzimmer verstopt haben, dahin und es ist wieder Platz für Ordnung und Übersicht.
Ich habe sogar Lust, noch spät in den Weihnachtskleid Sew Along einzusteigen. Es würde sich anbieten, ein schon bereits begonnenes Kleid aus Seide fertig zu nähen und ich habe es aus dem voll gestopften Projektkorb gezogen:

Steht unter der Arbeitsplatte. Wenn er oben anstößt, muss was geschehen....
Nur doof, dass mir das bereits zugeschnittene Vorderteil nicht mehr passen wird - als ich den Schnitt vor anderthalb Jahren nach www.passt-online.de anfertigte, wog ich viele Kilos weniger als jetzt. Sehr bitter!
Soll ich jetzt von vorne anfangen, nur um mitzumachen? Eigentlich habe ich mehrere schöne Ausgehkleidchen. Oder gibt es einen Ausweg? Zwischen Vorder- und Rückteil einen Rennstreifen zur Vergrößerung einfügen? Mal gucken, ob es Satinband in einer passenden Farbe gibt und dann endgültig entscheiden.

Vor dem Lust-Nähen steht in meinem preußischen Denken leider noch die Pflicht in Form des Stapels mit zu ändernden oder zu flickenden Sachen:
Sieht klein aus, gehört aber noch einiges drauf
Allein drei Sachen sind vom Lieben Mann, davon zwei Sommerhemden, die können warten. Aber dann bleibt immer noch genug. Vielleicht nehme ich mir vor, jeden Tag ein Teil zu machen?

Ansonsten bin ich ganz gut dabei:
Temperature Blanket macht Fortschritte und weiterhin großen Spaß:






Der erste Brigitte-Syrien-Schal für den Lieben Mann ist fertig und ich fange heute mit dem zweiten für mich an.

Beim Lucy in the Sky-Cardigan wurde der erste Ärmel zu eng. Habe den zweiten mit dickeren Nadeln gestrickt und muss nun den ersten aufribbeln und nochmal stricken:




Sogar ans Spinnrad habe ich mich mal wieder gesetzt. Noch eine Sitzung, dann sollte das grüne Garn verzwirnt sein.

Eigentlich alles gut hier!

.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Wiedergefundenes

Beim Austausch der Mottenschutzsäckchen, was ich ja mit fast religiösem Eifer jedes Vierteljahr betreibe, habe ich zwei angefangene Mütze-Schal-Sets wieder gefunden, die seit letztem Winter auf Fertigstellung warten. Das, was weniger Arbeit versprach, habe ich mit nach Schwaig genommen, wo ich für zwei Nächte auf einer Hochzeit war:

Zukünftige Mütze nach einer Anleitung von Maleni über Dawanda

Dazu passender Loop-Schal:
Ehemaliger Rock, nun als Loop wieder geboren

Auf dem Hinweg im Zug wurde das Kopfteil gehäkelt, aber für das wärmende Ohrenband hatte ich nicht die richtige Nadel dabei. Glücklicherweise gibt es in Schwaig einen entzückenden Laden namens Hobbytruhe mit einer Aladins-Schatzkammermäßigen Auswahl an Software (Bastelzeug, Socken- und Mützenwolle) und Hardware im Sinne von Strick-und Häkelnadeln. Natürlich war dann doch keine Zeit mehr zum Häkeln, aber zumindest besitze ich noch eine schöne 5,5er Nadel.....

Bei meinem Temperature Blanket muss ich die verlorenen Tage nun aufholen. Ich sollte sie umbenennen in Freiburg Blanket, denn sie zeigt das Wetter in Freiburg, nicht da, wo ich mich befinde:


Gerade dominiert Grün, das ist die Spanne zwischen 11 und 15 Grad. Die drei helleren Reihen in Gelb links waren wärmere Tage letztes Wochenende.

Auf dem Spinnrad verzwirne ich gerade die zwei Spulen grünes Mischgarn:

Glanz ist realistisch, das Garn besteht hauptsächlich aus Viscose-Fasern

Der Twist ist, glaube ich, zu stark, aber besser bekomme ich es nicht hin. Ich weiß, dass er sich mit heißem Wasser setzen sollte, aber Garn besteht aus ungefähr 80% verschiedenen Pflanzenfasern aus einem gemischten Probepaket, das will ich nicht mit heißem Wasser ruinieren. Wahrscheinlich mache ich ein gezacktes Dreiecktuch draus.

A propos: Beim Austausch der Mottenschutzsäckchen habe ich noch einen weiteren Knäuel rotes Garn gefunden...


Also kann ich die Abkettreihe des ersten Tuches wieder aufziehen und noch etwas dran stricken.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Reiserock (direkt-recycled) - nicht auf der Reise getragen

Seit dem letzten Post war ich zwei Wochen in China und hatte vorher Stress mit der Vorbereitung und seitdem kämpfe ich mit dem Jetlag. Aber beim Me-made-Mittwoch mache ich mit.
Zu Ehren der China-Reise wurde vorher aus einem Patchworkstoff mit Seerouten-Aufdruck noch ein Röckchen genäht:

Direkt-recled, weil ich von einem ungeliebten, gefütterten Blümchenrock den Oberrock abgetrennt und als Schnittmuster benutzt habe. Und den neuen Oberrock wieder mit dem alten Futterrock vereinigt habe. Der Nahtreißer wurde auch wieder verwendet. Selten habe ich so schnell einen Rock genäht! Mitgenommen nach China habe ich ihn nicht, dort war es zu heiß für Röcke, habe kurze (Kauf-)Hosen getragen.

In China habe ich viel an einem Cleanen Jäckchen gestrickt während der Liebe Mann arbeitend am Laptop saß. Wir waren auf eigene Faust unterwegs und konnten uns die ruhigsten und schönsten Hotels auf dem Land aussuchen.
Gekauft habe ich Kashmir-Wolle in Puder für mich und in Weiß und Grün für die Nachbarn, die die Katzen gehütet haben:
Leider sehr teuer, weil ich nicht gefeilscht habe :-(. Aber wunderbar weich!

Eine Woche vor Reisebeginn war ich beim Kurs Spinne dein Garn von Chantimanou und habe gelernt, besser zu spinnen: Ich habe vorher nie die Finger fest genug aufeinander gepresst, um den Drall wirklich daran zu hindern, in den Faservorrat zu laufen. "Bis die Knöchel weiß werden", meinte Chanti. Ehrlich, wenn ich das mal früher verstanden hätte! Seitdem spinne ich sehr schön jeden Tag ein wenig von meiner schwierigen grünen Mischung und es ist endlich richtig entspannend. Schlauer wäre es allerdings, öfter etwas Anderes zu probieren, denn so richtig verstehe ich mein Rad immer noch nicht und während des Kurses habe ich recht viel Zeit damit verbracht, mein Rad einzustellen, währen die anderen Teilnehmerinnen irgendwelche coolen Techniken lernten. Andrerseits möchte ich natürlich mit den grünen Fasern mal fertig werden, vor allem, da das Ende absehbar ist.

Im Kurs

 Seit ich wieder da bin, habe ich in den rückwärtigen Bund der oben erwähnten kurzen Hosen Gummis eingenäht und sonstige Flick- und Fleißarbeiten gemacht. Der nächste Rock liegt so ziemlich auf Eis.

Dienstag, 5. April 2016

Wieder unter den Gesunden

Die letzten vier Wochen hatte ich eine fiese Influenza und bin erst ungefähr seit demWochenende wieder in der Lage, länger am PC zu sitzen. Auch beim Stricken hat sich nicht viel getan, so dass die Geburtstagsjacke für den Lieben Mann leider nicht zum Termin fertig wurde. Aber bald:



Jedes Vierteljahr wechsle ich den Mottenschutz in meinen Garnvorräten komplett aus, so auch letztes Wochenende:

Abfall

Leider habe ich diesmal einen fetten Befall in Alpaka-Fasern aus Peru entdeckt:
Ungewaschen - das Schlimmste überhaupt: Massenhaft Eier im Korb und halb und vollständig geschlüpfte Motten in den Fasern.
Da ich die Fasern eh waschen musste, entschloss ich mich, sie gleich zu färben. Im Vorrat gab es noch dunkelrot - also los:


Am Anfang des Färbevorgangs


Fasern beim Trocknen; in Wahrheit etwas röter, nicht ganz so pink



Gesponnen werden sie auf die neuen Spulen, die inzwischen aus den den U.S.A. gekommen sind:

Hübsch verpackt

Passt tatsächlich auf das Rad
Mit dieser Bestellung bin ich sehr zufrieden: Sie haben mich inklusive Porto und Zoll 75 Euro gekostet. Und ich wollte mal kleine, die schnell voll sind!

Sonntag, 6. März 2016

Grünes Vlies, neue Spulen, Helm-Aufbewahrung

Trotz der gut gemeinten Warnung habe ich die rote Vogue-Jacke bei 50 Grad im Normalprogramm gewaschen und kurz in den Trockner gesteckt. Passiert ist .... nichts. Aufribbeln werde ich sie auf keinen Fall, ich werde sie halt tragen, wie sie ist. Mir vielleicht hinter die Ohren schreiben, dass ich ZU LOCKER stricke, auch wenn die Maschenprobe stimmt. (Denn ich mache immer eine.)

Wo ich wirklich was dazu gelernt habe, ist beim Spinnen und ich traue mir jetzt zu, die wild zusammengestellten grünen Fasern zu schönem Garn zu verspinnen.

Vlies nach der Kardiermaschine (und monatelangem, ratlosem Aufbewahren)

Den Unterschied macht eine wirklich gute Vorbereitung, wobei das Vlies schon in Stränge unterteilt wird, die sorgfältig zu einer Art lockerem Seil auseinander gezogen werden. Dann ist gleichmäßiges Spinnen ein Kinderspiel. Bevor ich das wirklich verstanden und umgesetzt habe, kam nicht viel Gutes heraus.
Ein Band abgetrennt

Ein noch schmaleres Band, schon zum Spinnen auseinander gezogen


Ich brauche dafür aber mehr Spulen, und da für mein Aura eine normale Spule 49 Euro kostet, habe ich bei Akerworks.com Spulen aus dem 3D-Drucker bestellt. Die werden zwar aus den U.S. angeschippert, kosten aber deutlich weniger. Kann es kaum erwarten!

Schon letzte Woche habe ich eine Aufbewahrung für einen Fahrradhelm genäht. Der lag immer so ungeschützt unten im Schrank rum und deshalb hat er einen liebevoll konstruierten Beutel bekommen.
Ich weiß nicht, was ich überkam, diese Mühe auf mich zu nehmen, aber es hat Spaß gemacht:

Erst habe ich grob den Umriss abgemalt


Dann habe ich ausgerechnet, wieviel mir für die Höhe des Helms in Länge und Breite fehlen und den Umriss auseinander geschnitten und mit Abständen wieder zusammen geklebt.


Einmal längs und dann noch quer

Das wurde der Schnitt für eine Schildkrötenpanzer-mäßige Aufbewahrung

Ja, wird passen, braucht aber einen Zipper


Der Zipper ist richtig mies eingenäht, aber der Helm liegt jetzt zufrieden unten im Schrank

Als nächstes mache ich aus der Vorlage eine Art Turnbeutel.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Mixed Mittwoch

Das mit den Hausschuhen hat leider nicht geklappt wie geplant: Die sind viel zu groß, um sie in eine Hüttensohle Größe 40/41 zu nähen:

Hmm, die Farben hätten auch nicht zusammen gepasst

Mir passen sie auch nur mit dicken Socken. Habe hektisch versucht, kleinere Leisten zu bestellen, aber nichts zu machen. Naja, auf jeden Fall sind sie schön warm und bekommen noch eine rutschfeste Sohle aus irgendwas verpasst.
Für die Hüttenschuhsohlen werde ich aus der bunten 8-fach Sockenwolle Schläppchen nach einer Anleitung von WoolAffair häkeln:


 Ich versuche täglich zumindest kurz am Spinnrad zu sitzen und finde, ich werde langsam besser:


Da der Liebe Mann demnächst in England ist, habe ich mir einen schon lange gehegten Wunsch erfüllt und bei WorldofWool eine custom blend, also nach Kundenwunsch kardierte Mischung zu seinem Hotel (viiel weniger Porto!) bestellt. Als die Bestellung draußen war, meinte der Mann, er müsse in Paris in einem engen Zeitfenster vom Gare du Nord (Eurotunnel-Bahnhof) zum Gare de l'Est (TGV-nach-Deutschland-Bahnhof) flitzen und könnte nicht kiloweise Wolle mit sich durch Metro und Bahnhöfe schleppen. Also habe ich die Bestellung nach Hause umgeleitet -Porto nachgezahlt- und gestern ist sie angekommen:

Sieht nach nichts Besonderem aus, ich weiß, aber ich bin hochgradig begeistert! Links ist eine Schafwolle 1:1 mit Flax kardiert und rechts eine andere mit Ramie - ich kann mich für traditionelle Pflanzenfasern absolut begeistern! Und das Färben wird eine Herausforderung, weil man für pflanzliche und tierische Fasern jeweils andere Farben braucht! Mache ich aber nach dem Spinnen, auch wenn das Spinnen mit bunten Fasern mehr Spaß macht; meine Erfahrungen mit den verkorksten grünen Fasern haben mich abgeschreckt:

Vielleicht sollte ich es als Art yarn betrachten?



Samstag, 6. Februar 2016

Wieder unter den Bloggenden

Hurra, in meinem Leben ist wieder Zeit um zu Stricken. Und um drüber zu schreiben. Von August bis Januar habe ich in einem Wollgeschäft gejobbt und habe zwei Jacke und zwei Mützen für das Geschäft gestrickt. Bei meinen eigenen Projekten ist nicht viel passiert - will ich schreiben. Aber ein Blick in Ravelry verrät, dass drei Jacken und ein Capelet fast fertig sind.
Bei weiteren drei Jacken fehlen noch Nähte und/oder Knöpfe. Ich fühle mich nicht schlecht dabei, denn der Winter dieses Jahr ist einfach zu warm für dicke Strickjacken. Ich habe meist die dünnen, gekauften Baumwolljacken an, die ich sonst im Frühling und Herbst trage.
Konsequenterweise werde ich in nächster Zeit auch vorrangig meine Baumwoll- und Baumwollmischgarne verstricken. Davon gibt es nun mehr, da ich im Geschäft 30% Mitarbeiterrabatt bekommen habe... Bilder folgen.

Gehäkelt habe ich 25 Zentimeter des Leibes einer geplanten Chanel-mäßigen Jacke aus einer weißen Drops Cotton-Merino, die ich bei der letzten Rabatt-Aktion von Lanade bestellt hatte. Leider fraß das Häkelmuster so viel Garn, dass sich das Teil schwer und dick wie eine Sicherheitsweste anfühlte und mir die gekaufte Menge nie gereicht hätte. Schließlich habe ich aufgegeben und alles wieder aufgezogen und das Garn auch gleich gewaschen und mit dem Knäuelwickler wieder ansprechend gewickelt.

Die Texelfasern vom Bauern um die Ecke sind wie gehofft ein endloser Vorrat zum Spielen. Das erste Garn ist eine absolute Katastrophe und ich nenne es nur das Päläo-Garn, weil ich mir so die ersten Spinnversuche unserer Vorfahren vorstelle:



Dass es zart auf der Haut ist, lässt sich nicht behaupten, recht kratzig trifft es gut. Ich mache aber weiter, um technisch besser zu werden. Und es macht weiter Spaß!!

Montag, 6. Juli 2015

Verstrickte Dienstagsfrage 27/2015 - Komplimente

Eine sehr schöne Frage hat das Wollschaf letzte Woche gestellt:
Achtest Du bei wildfremden Menschen auf Gestricktes und versuchst herauszufinden, ob die Sachen selbstgestrickt sind?
Hast Du jemanden schon mal darauf angesprochen? Und wenn ja, wie hat derjenige reagiert?


 Oh, ja, ich gucke Gestricktes immer genau an und mache immer ein Kompliment, wenn es mir gefällt. Allerdings sage ich es auch, wenn mir Fabrikware gefällt. Letzte Woche im Olymp-Laden z.B. hatte die Angestellte coole, schlichte weiße Lederschuhe an, was von mir positiv kommentiert wurde.
Bei Selbstgestricktem sagen die Frauen dann manchmal "Habe ich selbst gestrickt" und ich antworte: "Ja, das sehe ich - echt schön geworden!"
Unvergesslich die Frau in unserem Viertel in Lima, die einen selbstgestrickten Pulli trug. Ich war völlig erstaunt, denn ich dachte, diese reichen Frauen haben keine oder ganz andere Hobbies. Habe mich für meine Vorurteile schämen müssen; Stricken ist schließlich eine auf der ganzen Welt verbreitete Beschäftigung. Jedenfalls habe ich ihr auch ein Kompliment gemacht.

Auch echt schön geworden sind die Texelschaf-Fasern, die letzte Woche von der Wollkämmerei Godosar zurück gekommen sind. Schneeweiß, riechen wunderbar nach Lanolin und sind ein Traum zum Spinnen!!! Es fließt aus meinen Handen auf die Spule, dass es eine reine Freude ist und ich merke mal wieder, dass Spinnkönnen zum Großteil von den Fasern abhängt.
Entgegen meiner Erwartungen gab es fast keinen Schwund und ich habe immer noch 4,9 Kilogramm. Das könnten neun Jacken für mich werden, oder........ ein Teppich! So soft, dass ich die Fasern auf der Haut haben will, fühlen sie sich nämlich nicht an, eher etwas kratzig.

Beim Nähen hat sich nicht viel getan, die Schwager-Jacke ist auf dem alten Stand und nun habe ich mitbekommen, dass nächstes WE in Waldkirch Mittelalterfest ist und ich könnte mir auf die Schnelle noch ein Kleid dafür nähen.....

Mittwoch, 20. Mai 2015

Dienstagsfrage 21/2015: Als Graphik oder in Worten - überraschend egal!

Diese kurze Frage hat das Wollschaf gestern veröffentlicht:
Strickschrift oder das Muster reihenweise in Worten beschrieben – was ist Dir lieber und warum?
Gibt es ggf. bestimmte Arten von Strickschriften, die Du bevorzugst?
Was machst Du, wenn Dein Wunschmodell keine Strickschrift bzw. keine Beschreibung in Worten hat? Durchkämpfen, umändern oder ganz verzichten?

 
Bevor ich das erste Mal nach einer in Worten verfassten Anleitung arbeitete, hätte ich geantwortet, dass ich graphische Strickschriften bevorzugen würde. Aber da es dann überraschend glatt lief, nach der reihenweisen Vorlage zu arbeiten, würde ich heute sagen: Egal! Es geht beides.

Im Allgemeinen finde ich es interessant, etwas Neues auszuprobieren, dazu zu lernen und meinen Horizont zu erweitern, deshalb würde ich auf den zweiten Teil der Frage antworten: Durchkämpfen. Zumindest einmal ausprobieren.

So habe ich es auch mit meinen am WE erworbenen Fasern gemacht: Gestern habe ich mich von Spinn-Guru Roswitha beraten lassen, wie ich sie reinigen könnte. Sie meinte, die Fasern von Milchschaf, Schwarzkopfschaf und Rhönschaf hätten Kundinnen von ihr schon erfolgreich in der Waschmaschine gewaschen und ich könnte es ja mal mit einer kleinen Menge versuchen. Ein Anruf beim Bauernhof ergab dann, dass es sich um Texelschafe handelt - noch nie gehört.
Ich hätte nur mit 30 Grad oder weniger gewaschen, aber Roswitha riet mir zu mindestens 40 Grad, da ansonsten das nicht völlige gelöste Wollfett die Waschmaschinenabflüsse verkleben könnte.

Vorher


Shampoo mit Spülung, ohne Silikone. Wollwaschprogramm, 50 Grad, in zwei Wäschenetzen

Ergebnis:
Nicht ganz sauber, recht angefilzt, noch nass

Hmmm, ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Handkarder das verarbeiten kann. Gut wäre es jetzt, einen Wollpicker zu haben, der eine grobe Vorbereitung auf das Kardieren übernimmt. Wie es jetzt weitergehen soll, ist mir noch nicht klar.