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Mittwoch, 22. Juli 2015

Verstrickte Dienstagsfrage 30/2015 - Online-Kurse?

Super Frage hat das Wollschaf gestern gestellt:
Kostenlose Videos zu allen möglichen Handarbeitsthemen und -techniken findet man im Internet zuhauf.
Aber darüber hinaus gibt es ja auch ausführliche -zumeist kostenpflichtige- Online-Kurse z.B. bei Craftsy (englisch) oder Makerist (deutsch).

Hast Du Dich schon mal mit Online-Handarbeitskursen beschäftigt?
Worin siehst Du (neben dem finanziellen Aspekt) Vorteile oder Nachteile gegenüber kostenlosen Videos?

Hast Du eventuell schon mal einen Online-Kurs belegt? Wenn ja, berichte doch mal von Deinen Erfahrungen. Welchen Kurs hast du auf welcher Plattform belegt, was war positiv, was ggf. negativ und kannst Du diesen Kurs bzw. die Plattform weiterempfehlen?

 Ich bin sowohl bei Craftsy als auch bei Makerist Kundin. Von Craftsy habe ich Kurse über Stricken, Häkeln, Nähen und Spinnen gekauft.
Bei Makerist  habe ich außer Nähvideos den "Erste Strickjacke"-Video und den "Designerhäkeljacke"-Video gekauft. Für Spinnkurse bin ich Frühbucherkundin.
Bei kostenlosen Videos habe ich kein Durchhaltevermögen, oft dauert es mir zu lang, bis die Instruktorin endlich auf den Punkt kommt. Da zahl ich lieber, wenn es was im Angebot (Craftsy und Makerist) oder mit Frühbucherrabatt (1/2 Preis bei Makerist) gibt.

Nach einer Craftsy-Anleitung habe ich noch nichts gestrickt, jedoch den Spinnen-lernen-Kurs angeschaut und sehr hilfreich und gut gefunden. Auf die die Celtic Cables-Jacke freue ich mich schon. Die Nähkurse finde ich auch allesamt gut. Einmal habe ich eine Antwort der Instruktorin auf meine Frage nicht richtig verstanden, da hätte mein Englisch noch besser sein müssen.

Mein Strickjacken-Video von Makerist war leider der volle Flopp! In der gedruckten Anleitung war ein Fehler, den ich in meiner blinden Folgsamkeit nicht gesehen hatte, so dass ich die halbe Jacke wieder aufziehen musste. Als ich sie dann glücklich fertig hatte, war sie so von der Passform her so eine Katastrophe, dass ich sie gleich wieder aufgezogen habe. Hier ist ein Bild.
Beim Designerhäkeljacke-Kurs finde ich, dass die Jacke am Modell null designermäßig sitzt sondern viel zu groß an ihr hängt. In Ravelry habe ich sie leider nicht gefunden, würde mich interesieren, wie sie bei Kundinnen geworden ist, die sie vielleicht mit besserer Passform gehäkelt haben. Ausprobieren werde ich die Anleitung aber auf jeden Fall bald.
Außerdem habe ich den kostenlosen Beanie-Kurs gebucht, der auch ein süßes Beanie aus Angebotsgarn von Wolle Roedel erzeugt hatte, die ich in der kalten Phase im Mai dauernd trug.

Nichts besonderes, sieht aber süß aus
Nur nebenbei zum Schnittmuster erstellen-Kurs bei Makerist und Craftsy: Der Craftsy-Kurs dauert 5 3/4 Stunden (noch nicht gesehen), der Makerist-Kurs ungefähr 4 Stunden, war verständlich, auf Deutsch, auf den Punkt und hat mir ein perfektes Bleistiftrock-Schnittmuster für meine Hohlkreuzfigur beschert. Allerdings hat die Instruktorin bei einer Frage eher pampig geanwortet, das fand ich unprofessionell. Gut, dass eine andere Kundin weiterhelfen konnte. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden und würde Craftsy für Leute, die gut Englisch verstehen und Makerist für alle Anderen unbedingt empfehlen.

Montag, 6. Juli 2015

Verstrickte Dienstagsfrage 27/2015 - Komplimente

Eine sehr schöne Frage hat das Wollschaf letzte Woche gestellt:
Achtest Du bei wildfremden Menschen auf Gestricktes und versuchst herauszufinden, ob die Sachen selbstgestrickt sind?
Hast Du jemanden schon mal darauf angesprochen? Und wenn ja, wie hat derjenige reagiert?


 Oh, ja, ich gucke Gestricktes immer genau an und mache immer ein Kompliment, wenn es mir gefällt. Allerdings sage ich es auch, wenn mir Fabrikware gefällt. Letzte Woche im Olymp-Laden z.B. hatte die Angestellte coole, schlichte weiße Lederschuhe an, was von mir positiv kommentiert wurde.
Bei Selbstgestricktem sagen die Frauen dann manchmal "Habe ich selbst gestrickt" und ich antworte: "Ja, das sehe ich - echt schön geworden!"
Unvergesslich die Frau in unserem Viertel in Lima, die einen selbstgestrickten Pulli trug. Ich war völlig erstaunt, denn ich dachte, diese reichen Frauen haben keine oder ganz andere Hobbies. Habe mich für meine Vorurteile schämen müssen; Stricken ist schließlich eine auf der ganzen Welt verbreitete Beschäftigung. Jedenfalls habe ich ihr auch ein Kompliment gemacht.

Auch echt schön geworden sind die Texelschaf-Fasern, die letzte Woche von der Wollkämmerei Godosar zurück gekommen sind. Schneeweiß, riechen wunderbar nach Lanolin und sind ein Traum zum Spinnen!!! Es fließt aus meinen Handen auf die Spule, dass es eine reine Freude ist und ich merke mal wieder, dass Spinnkönnen zum Großteil von den Fasern abhängt.
Entgegen meiner Erwartungen gab es fast keinen Schwund und ich habe immer noch 4,9 Kilogramm. Das könnten neun Jacken für mich werden, oder........ ein Teppich! So soft, dass ich die Fasern auf der Haut haben will, fühlen sie sich nämlich nicht an, eher etwas kratzig.

Beim Nähen hat sich nicht viel getan, die Schwager-Jacke ist auf dem alten Stand und nun habe ich mitbekommen, dass nächstes WE in Waldkirch Mittelalterfest ist und ich könnte mir auf die Schnelle noch ein Kleid dafür nähen.....

Dienstag, 23. Juni 2015

Verstrickte Dienstagsfrage 26/2015 - im Bürostil, oh ja

Eine tolle Frage hat das Wollschaf heute:
Für die meisten ist Selbstgestricktes Alltagskleidung, in der Freizeit getragen oder -je nach Dresscode- auch auf der Arbeit.
Aber ab und zu findet man in Strickzeitschriften auch elegante, festliche Modelle und das eine oder andere gestrickte oder gehäkelte Brautkleid hat das Wollschaf auch schon gesehen.
Kannst Du Dir vorstellen, zu einem formellen oder festlichen Anlaß oder einfach nur abends zum Ausgehen Stricksachen zu tragen?
Besitzt Du besonders schicke, elegante selbstgestrickte Sachen? Zeig mal!


Eine begeisterte Strickerin aus meiner Bekanntschaft hat sich vorgenommen, ihr Brautkleid zu stricken - falls sie mal heiratet. Sie ist 39, sehr bindungsscheu und es sieht nicht so aus, als ob sie in diesem Leben den Bund der Ehe schließen wird..... Ich bin gespannt.

Ein gestricktes Brautkleid ich nicht mein Ehrgeiz, aber ich kann mir absolut vorstellen, abends  auf eine Party oder in's Theater etwas Selbstgestricktes zu tragen.
Das hier wäre elegant genug über einem schwarzen Kleid oder Top mit Spaghettiträgern:

Banana-Silk Cardigan


Dress Code Büro: Diese Jacke ist für meinen zukünftigen Job als Bibliothekarin gestrickt worden, zu tragen mit einem Bleistiftrock, den ich mir nähe, sobald ich eine Zusage für eine Stelle bekomme:

https://store.vogueknitting.com/p-149-v-neck-cardigan.aspx

 Diese Jacke hat mich total begeistert und ich habe mir vorgenommen, ab jetzt mehr in diese Richtung zu denken als in Richtung Freizeit.









Dienstag, 16. Juni 2015

Dienstagsfrage 25/2015 - trotz Maschenprobe

Dies fragt das Wollschaf heute:
Wer hat es nicht schon einmal erlebt: Brav eine Maschenprobe gestrickt und das fertige Strickstück passte später doch nicht :-(
Welche Tipps habt ihr für eine exakte Maschenprobe?

Und an alle, die auf einem großen Stück grundsätzlich lockerer oder fester stricken als bei ihrer Maschenprobe: Wie handhabt ihr diese Abweichungen; was macht ihr, damit es zum Schluß trotzdem passt?

Ja, ist mir auch schon passiert, dass eine Jacke zu groß wurde trotz Berechnung nach der Maschenprobe. Wenn ich mich recht erinnere, war das Gestrick schließlich elastischer als erwartet und zog sich deshalb in Weite und Länge.

Was ich jetzt mache:
Ich stricke eher eine größere MaPro,
zerre an ihr herum,
wasche sie.
Und behalte das alte
Missgeschick im Kopf.

Bei der aktuellen Strickjacke gibt es Fortschritte zu verzeichen, ich bin beim ersten Ärmel. Erstaunlich, wie schnell sich die Jacke strickt, wenn ich mal dran bin. Ich muss mich dran erinnern, dass die Blende plus Kragen nochmal ordentlich Arbeit wird.... Foto folgt.

Ansonsten bin ich gerade beim Erstellen eines Rockschnitts nach dem Makerist-Kurs "Schnittmuster für Röcke erstellen". Ich musste eine größere, aber leicht durchzuführende Änderung am Papierschnitt machen und bin jetzt sehr zufrieden: Das zweite Nessel-Modell sitzt wirklich perfekt und ich werde als nächstes den Modestoff verarbeiten. Foto vom Nessel gibt es nicht, denn Vorder- und Rückteil des Rockes sind aus verschiedenen Stoffen und unterschiedlich lang, richtig hässlich.

Modestoff plus Futter, wird ein schmaler, knielanger Rock

Insgesamt gefällt mir der Kurs gut, bloß dass die Referentin eine Frage zu ihrer Messung mit "Ich weiß wirklich nicht, wie ich das besser erklären soll" beantwortet hat, finde ich sehr schwach!

Trotzdem habe ich die Kurse zur Hosenschnitt-Muster-Erstellung vorgebucht. Ich träume ja weiterhin von gut sitzenden Stoffhosen. Die Schlupfhose vom vorletzten Blog ist nicht so der Hit geworden und braucht noch Nachbesserung.





Dienstag, 2. Juni 2015

Dienstagsfrage - Stricken im Urlaub

Das Wollschaf hat -alle Jahre wieder- diese Frage gestellt:

Nimmst Du Dein Strickzeug mit in den Urlaub?
Wenn ja, lieber kleine handliche Projekte oder ein großes Projekt?
Wo strickst Du? Auf der Fahrt, am Strand, im Hotel oder …?
Hast Du vielleicht schon mal an einem besonders exotischen Ort gestrickt?


Das Strickzeug kommt natürlich mit in den Urlaub. Wenn es irgendwie geht auch das große Projekt, aber vielleicht nicht unbedingt die fast fertige Raglan-von-oben-Jacke. Aus Platzgründen, aber vor allem, seit mir vor zwei Jahren meine Tasche mitsamt Strickzeug aus dem Mietauto geklaut wurde.
Seit ich mal auf einer Autoreise durch die Extremadura in jedem kleinen Kaff verzweifelt nach anständiger Wolle fahndete, weil ich mich im Auto so langweilte, gehört Strickzeug zu meinem Gepäck. Damals musste ich schließlich mit Jackennadeln und einer Polymischung Beinwärmer stricken - das passiert mir nicht nochmal!

Ich stricke gerne im Auto, aber auch am Strand, weil es sich gut anfühlt, die Zeit so nett zu nutzen. Als ich noch täglich mit dem Zug nach Basel pendelte, habe ich meist ein Hörbuch gehört und dabei gestrickt. Das war großartig!
Der exotischste Ort war wohl auf einer Reise durch Nord-Peru, wo wir den Regenwald streiften. Aber für die Bewohner dort war ich sehr exotisch: Wir standen in einem Stau vor einer Straßenbaustelle, als sich Kinder um das Auto sammelten und unter Gelächter und erstaunten Ausrufen auf mich mit meinem Strickzeug zeigten. Sie hatten wohl noch nie eine Ausländerin stricken gesehen und gedacht, das könnten nur ihre Familienmitglieder.
Wir waren im (peruanischen) Sommer auch öfter an einem Strand südlich von Lima, wo ich stets mein Strickzeug dabei hatte.




Montag, 1. Juni 2015

Dienstagsfrage 22/2015 - alte Stricknadeln

Dies fragte das Wollschaf letzte Woche:
Was machst Du mit alten Stricknadeln, die Du nicht mehr benutzt?
Für den Notfall aufheben, verschenken oder wegwerfen?
Oder gar zweckentfremden – und wenn ja, in welcher Weise?


Ich wünschte, ich könnte von einer genialen Sache erzählen, die ich mit alten Stricknadeln bastle, aber eigentlich hebe ich sie auf, bis ich mal wieder eine Aufräumaktion beginne.
Aussortiertes stelle ich entweder mit einem Schild "Zu verschenken" auf die Straße oder bringe es zu Fairkauf.  Abgebrochene Holznadeln spitze ich mit dem Spitzer an, schleife sie glatt und benutze sie als Zopfnadeln.

Kürzlich habe ich meine kompletten Woll- und Faservorräte durchgeschaut, weil ich mehrere Wollmotten sah und habe die gesammelten Reste bei Fairkauf abgegeben:


Macht nicht viel her, ich weiß, aber ich bin froh, dass ich das Foto gemacht habe: Die blauen Garne sind eine Erinnerung an eine nette ehemalige Mitbewohnerin, an die ich sonst nie denke.
Aus dem grauen Plüschgarn hatte ich eine Wickeljacke gestrickt, die ich verschenkt habe und an die es sonst auch keine Erinnerung mehr gäbe. Naja, das sollte als Warnung dienen, denn das Teil war nichts für mich.

Ausgelöst wird eine Aussortieraktion sonst durch das Buch Magic Cleaning von Marie Kondo, die eine ganz entzückende Art hat, der Leserin Spaß am Aufräumen zu vermitteln.

Weiterhin stricke ich kaum, nähe aber an einer Hose, zu der mich Marisa vom Nähcafé inspiriert hat: Eine Schlupfhose nach einem uralten Burdaschnitt, nachdem ich mir vor zwanzig Jahren einige Jacquard-Hosen genäht hatte, die ich dauernd trug, früher als Steghose, dann ohne Steg.
Natürlich heute ohne Steg

Und aus schwarzem Ramie

Mittwoch, 20. Mai 2015

Dienstagsfrage 21/2015: Als Graphik oder in Worten - überraschend egal!

Diese kurze Frage hat das Wollschaf gestern veröffentlicht:
Strickschrift oder das Muster reihenweise in Worten beschrieben – was ist Dir lieber und warum?
Gibt es ggf. bestimmte Arten von Strickschriften, die Du bevorzugst?
Was machst Du, wenn Dein Wunschmodell keine Strickschrift bzw. keine Beschreibung in Worten hat? Durchkämpfen, umändern oder ganz verzichten?

 
Bevor ich das erste Mal nach einer in Worten verfassten Anleitung arbeitete, hätte ich geantwortet, dass ich graphische Strickschriften bevorzugen würde. Aber da es dann überraschend glatt lief, nach der reihenweisen Vorlage zu arbeiten, würde ich heute sagen: Egal! Es geht beides.

Im Allgemeinen finde ich es interessant, etwas Neues auszuprobieren, dazu zu lernen und meinen Horizont zu erweitern, deshalb würde ich auf den zweiten Teil der Frage antworten: Durchkämpfen. Zumindest einmal ausprobieren.

So habe ich es auch mit meinen am WE erworbenen Fasern gemacht: Gestern habe ich mich von Spinn-Guru Roswitha beraten lassen, wie ich sie reinigen könnte. Sie meinte, die Fasern von Milchschaf, Schwarzkopfschaf und Rhönschaf hätten Kundinnen von ihr schon erfolgreich in der Waschmaschine gewaschen und ich könnte es ja mal mit einer kleinen Menge versuchen. Ein Anruf beim Bauernhof ergab dann, dass es sich um Texelschafe handelt - noch nie gehört.
Ich hätte nur mit 30 Grad oder weniger gewaschen, aber Roswitha riet mir zu mindestens 40 Grad, da ansonsten das nicht völlige gelöste Wollfett die Waschmaschinenabflüsse verkleben könnte.

Vorher


Shampoo mit Spülung, ohne Silikone. Wollwaschprogramm, 50 Grad, in zwei Wäschenetzen

Ergebnis:
Nicht ganz sauber, recht angefilzt, noch nass

Hmmm, ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Handkarder das verarbeiten kann. Gut wäre es jetzt, einen Wollpicker zu haben, der eine grobe Vorbereitung auf das Kardieren übernimmt. Wie es jetzt weitergehen soll, ist mir noch nicht klar. 

Sonntag, 17. Mai 2015

Noch schnell die Dienstagsfrage 20/2015: Hässliche Sachen für Andere?

Dies hat das Wollschaf schon letzen Dienstag gefragt:
Hast Du schon mal jemandem zuliebe etwas gestrickt oder gehäkelt, das Du selbst ganz scheußlich fandest?
Was würdest Du auf gar keinen Fall stricken/häkeln?


Habe ich...: Ich glaube nicht. Vielleicht war es nicht das Richtige für mich, aber ganz scheußlich fand ich noch nichts.
Würde ich...: Ich könnte jetzt alles mögliche behaupten, aber die Wahrheit ist, dass ich ziemlich impulsiv sein kann und wenn mir jemand wirklich am Herzen liegt, stricke oder häkle ich auch etwas, was mir nicht gefällt. Andrerseits werde ich ja älter und schlauer und sowas passiert mir tendenziell seltener. 

Weiterhin stricke ich nicht an der Brioche-Jacke weiter,
Baumwolle von Inca-Tops in Lima, Peru. Anleitung nach Ann Budd: Top-down Sweaters
weil ich wegen des Kälteeinbruchs mit ein paar Beanies anfangen musste. Eine ist schon ein Weile fertig und wird auch getragen,

Kostenlose Makerist-Anleitung; Rico-Garn von Wolle Rödel (gerade im Angebot)

 eine ist demnächst fertig:
Gleiches Garn; ohne Anleitung
Und drei Schritte zurück:
Vor 2,5 Wochen bin ich an einer Wiese mit Schafen vorbeigefahren und der Besitzer stand auch gerade da. Spontan bin ich aus dem Auto gestiegen und habe ihn gefragt, wann die geschoren werden und was er mit der Wolle macht. Netterweise hat er mir einen großen Sack versprochen und gestern konnte ich ihn abholen (gegen 5 Euro):

Im Moment im Keller gelagert. Das reicht für eine Jacke, oder?

Gerade fällt mir ein, dass ich nicht mal nach der Rasse gefragt habe, nur ob er sie für Fleisch oder Wolle züchtet - für Fleisch natürlich. Gut, dass ich eh kein Lammfleisch mag.

Von nahem:

Sieht gut aus, oder? Nicht sehr dreckig. Er hat wohl schon die schmutzigsten Teile aussortiert. Oder diese sind ganz unten im Sack... Naja, sobald ich die Energie gefunden habe, das Mammutprojekt Waschen anzugehen, werde ich es wissen. Oder ich probiere es mal mit der Waschmaschine. Mal gucken, was meine Bücher dazu sagen. Auf jeden Fall wäre es ein großer Ansporn für mich, mit günstig erstandenem Material spielen zu können. Ohne Druck, dass das Garn perfekt werden muss.

Dienstag, 5. Mai 2015

Verstrickte Dienstagsfrage 19/2015 - Drei Wünsche frei: Alles klärchen!

Das habe ich doch tatsächlich heute live gehört: "Alles klärchen?" fragte der Dreißigjährige seine Verabredung.
Wenn mir eine gute Fee drei Wünsche anbieten würde, könnte ich das genau so sagen. Bei Stricken und Häkeln sieht es nämlich super aus: Ich habe genug Garn und Zubehör und auch genug Zeit (was sich vermutlich einige Antwortende dieser Dienstagsfrage wünschen) und Ideen.

Meinen Blog habe ich trotz der Pause nicht vergessen und muss nur noch ein paar Fotos nachreichen.
- Die schon 2011 in Lima angefangene Jacke aus Alpaka habe ich endlich fertig gestrickt. Es müssen nur noch die Knöpfe angenäht werden.
- Aus der Cotton Merino, die ich bei einem Lanade-Sonderverkauf bestellt hatte, ist ein tolles Bürojäckchen entstanden (mir fehlt nur noch der Job dazu).
- Aus einem anderen in Lima erstandenen Baumwollgarn entsteht gerade die Brioche-Jacke aus Ann Budds Buch 'Top Down Sweaters'.
- Für einen Teenager ist noch im Winter ein Mütze-Schal-Set gehäkelt worden.
- Ich hätte gerne wieder Ballerina-Füßlinge, die nicht verrutschen und im Schuh unsichtbar sind. Vor Urzeiten habe ich mal angefangen, aus dünner Baumwolle welche zu stricken und kürzlich habe ich endlich den zweiten fertig gestrickt - kein Erfolg, leider:
Vielleicht noch einen Hutgummi in den Rand ziehen?

Ich habe mir auch immer wieder den Flick-Korb vorgenommen und vorhandene Kleidung wieder tragbar gemacht. Am ersten Mai bin ich dabei auf eine Pyjamahose gestoßen, deren Stoff von so mieser Qualität ist, dass ich die hintere Naht schon mehrmals geflickt hatte. Weil sie aber so süß aussieht und eine Erinnerung an schöne Tage in London ist, wurde sie nochmal geflickt. Und sie inspirierte mich dazu, aus einem Blümchenstoff, der eigentlich für einen A-Rock gekauft wurde, eine Pyjamahose zu nähen:

Ehrlich gesagt, sind die Blümchenrock-Zeiten auch irgendwie vorbei. Ich komme mir immer vor wie eine rotbackige Bauerndirn in der Großstadt, wenn ich einen anhabe. Vor zwei Wochen habe den langweiligsten aus der Sammlung in die lokale Kleidersammlung gegeben. Zu doof, dass ich erst danach auf den Gedanken kam, aus dem teuren Liberty-Stoff eine Pyjamahose zu recyclen *argh*.

Und weil das Nähen so viel Spaß machte, habe ich zwei Tage später meinem Kindle eine neue Tasche spendiert:
Denim von einer alten Levis 501


Dienstag, 27. Januar 2015

Verstrickte Dienstagsfrage 5/2015 - Selbstgestricktes anziehen

Nachdem das Wollschaf sich so lange nicht meldete, nahm ich schon an, es sei in einen langen Winterschlaf gefallen und hatte die Beantwortung von alten Fragen vorbereitet. Zum Beispiel:
Dass StrickerInnen Tagesausflüge zu Pilgerstätten für Faserfreunde
unternehmen, ist normal (also Werkverkäufe, Produktionsstätten,
Wollfeste, besondere Geschäfte etc.). Aber habt Ihr schon mal einen
Urlaub um eine besondere Location herum geplant, also in eine Gegend,
die berühmt ist für ihre Wolle o. ä.?

Vielen Dank an Jinx für die heutige Frage!

Nein, würde ich aber gerne! Wenn ich es mir gerade leisten könnte, würde ich Mitte März zum Edinburgh Yarn Festival fahren und danach noch eine Woche in Schottland verbringen, das ich nur aus Büchern kenne. Und würde Schafe, Wollmühlen und Wolle angucken. Vielleicht nächstes Mal!



Jetzt aber zur aktuellen Frage:
Das Wollschaf ist aus dem Winterschlaf wieder erwacht und streckt vorsichtig das neugierige Näschen aus dem warmen kuscheligen Stall.
Brrrr,  immer noch Winter…  Zum Glück ist es warm angezogen und spürt die Kälte kaum.
Aber wie ist das bei Euch?

Habt Ihr genau jetzt, in dem Augenblick, da Ihr diese Frage lest, etwas Selbstgestricktes an? Wenn ja, was? Und vielleicht könnt Ihr ja ein Foto machen?
Vielen Dank an Angela für die heutige Frage!

Als ich das las, hatte ich selbstgestrickte Socken vom letzten Jahr an. Diese sind aber kein Foto wert.
Außer Socken trage ich meine selbst gestrickten Sachen nicht oft. In der Wohnung ist es zu warm für wollene Jacken und draußen habe ich einen dicken Mantel an und würde nur schwitzen. Ich habe aber endlich dazu gelernt und kaufe und verstricke nur noch Baumwoll-Schurwoll-Mischgarne. Die wärmeren Garne im Vorrat hebe ich mir für kühlere Zeiten auf. Vielleicht für nach den Wechseljahren.
Aber ich habe einen selbst gestrickten Rock, den ich schon vor einigen Wintern gestrickt hatte und nie anhabe aus dem Schrank gezogen:

Ich hatte den deutlich kürzer und knackiger in Erinnerung.....







Freitag, 26. Dezember 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 21/2014 - Hamsterweibchen mit dicken Backen

Die Vorweihnachtsfrage des Wollschafs kommt alle paar Jahre mal wieder so ähnlich auf's Tapet:
Heute möchte das neugierige Wollschaf gerne wissen, ob Ihr Hamster oder Puristen seid.
Hast Du einen Wollvorrat oder kaufst Du nur projektbezogen?
Schöpfst Du gerne aus dem vollen oder belasten Dich größere Vorräte eher?

Das Wollschaf wünscht Euch allen wunderschöne Feiertage!

Ich habe bei Ravelry einen Stash von 34 Einheiten und damit genug Garn für 25 Jacken und ein wenig Kleinzeug wie Socken und Mützen. Garantiert bin ich keine Puristin, eher ein Hamsterweibchen mit dicken Backen.
Meistens freue ich mich bei einem Blick auf meine schönen Holztruhen, die die Wolle beherbergen. Aber ein wenig sind sie auch Belastung und ich komme mir etwas gierig vor. Andrerseits ist vieles günstig gewesen, z.B. die Nelapsa-Alpaka-Garne aus Peru, da hat ein Knäuel nur € 1,60 oder so gekostet. Diese werden sicher auch noch länger im Vorrat bleiben, denn bei den aktuell milden Wintern und meiner warmen Disposition habe ich keinen Grund, besonders warme Jacken zu stricken. Die Wolle-Baumwolle-Mischungen werden zuerst verarbeitet werden und mit dieser Planung bin ich ganz zufrieden und im Reinen mit meinem Wollvorrat!

Im Moment stricke ich auch aus der roten Cotton-Merino von Drops den Leib der Vogue-Jacke. Nach einem misslungenen Versuch, mich an die Anleitung zu halten, habe ich Rücken- und Vorderteile nun in einem angeschlagen und stricke den geschwungenen Saum mit verkürzten Reihen. Geplant ist, die Ärmel nach Tichiros Methode von unten nahtlos mit zu stricken. Bloß die Schulternaht will ich der Stabilität wegen abketten und nähen.







Mittwoch, 17. Dezember 2014

Die verstrickte Dienstagsfrage 50/2014 - Was ich beim Stricken nicht leiden kann

Das hat das Wollschaf gestern gefragt:
Stricken ist toll und macht riesig viel Spaß.
Aber mal ganz ehrlich: Es gibt auch beim Stricken einiges, was wir nicht leiden können, oder?
Was mögt Ihr überhaupt nicht, was nervt Euch, was findet Ihr ganz schrecklich?


Falls es um Techniken geht: Ich mache mir nichts aus Lace. Schwierig zu stricken, weil frau sich sehr konzentrieren muss, selbst ein gutes Hörbuch lenkt ab, vom Stricken auf Reisen ganz zu schweigen.
Habe ich auf der Polenreise lernen müssen.
Da ich gerne nähe, machen mir sowohl zusammennähen als auch Fäden vernähen nichts aus.

Und ganz allgemein: Dass es öfter nichts wird. Siehe die Jacke vom letzten Post, die sich wieder in Wollstränge und -knäuele zurückverwandelt hat:


Gerade habe ich die Maschenprobe für den Vogueknitting V-Neck Cardigan gestrickt und muss mich jetzt entscheiden, ob ich die Schrägung des Saums übernehme oder weglasse. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei einer Frau mit vorhandenem Gluteus maximus vorteilhaft aussieht.

Als elegantes Büroteil geplant.

Drops MerinoCotton, ohne Blitz nicht ganz so strahlend. Nach dem Waschen kommt die Heatherung des Garns erst richtig zur Geltung. Wenn auch vielleicht nicht auf diesem Foto.. 
 Nähtechnisch passiert gerade auch nicht viel und ich freue mich schon auf die Feiertage, wo ich das nachholen werde. Gestern habe ich ein kleines Auto-Accessoire für meinen dunkelblauen Käfer fertig gestellt:
In dem Beutel befindet sich eine Rolle Toilettenpapier, die nach Entfernen der Papphülse von innen entrollt wird. Mit dem Bändchen kann er im Fall der Fälle an einen Ast oder eine Türklinke gehängt werden. Ich habe das Teil schon aus anderem Stoff für das Auto meines Mannes genäht und für eine schwäbische Freundin, die für Papiertaschentücher zu sparsam ist und im Erkältungsfall immer eine Rolle Toilettenpapier mit sich herumträgt.




Dienstag, 18. November 2014

Die verstrickte Dienstagsfrage 46/2014 - Knit-alongs

Das Wollschaf fragt heute:
KALs/CAls (knit-along/crochet-along) erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Insbesondere für Designer sind solche Aktionen ein probates Mittel, um sich und ihre Anleitungen publik zu machen.
Hast Du schon mal an einem oder auch mehreren KALs oder CALs teilgenommen?
Wenn ja, welche Gründe haben Dich dazu bewogen?
Wer hat den KAL/CAL initiiert?
Worin siehst Du für Dich persönlich den Nutzen, ein Modell gleichzeitig mit anderen Menschen zu stricken/häkeln?
Hast Du eventuell auch schon einmal negative Erfahrungen bei einem KAL/CAL gemacht?

Falls Du noch an keinem KAL/CAL teilgemommen hast: Warum nicht?

Dieses Jahr habe ich zum zweiten Mal an Meikes Frühlingsjäckchen-KAL teilgenommen und mache nächstes Jahr vielleicht wieder mit. Allerdings bin ich eine seeehr langsame Strickerin und schaffe es kaum, die Zeit einzuhalten. Ich bin schon superstolz, dass ich das Frühlingsjäckchen 2014 nur kurz nach "Einsendeschluss" fertig bekommen habe und nicht zwei Jahre später wie das Frühlingjäckchen 2012.... Spaß hat es aber gemacht und mitgezogen hat es mich auch.
In Bezug auf Mystery-Kals sehe ich es genauso wie ConnieM: Geld und Zeit für ein unbekanntes Ergebnis investieren - niemals würde ich das machen!

Ansonsten bin ich dabei, die Nina-Kimonojacke von Makerist (zum zweiten Mal - grrr) zusammenzunähen.

Beim Nähen habe ich mir die Jacke für den Schwager nochmal vorgenommen: Ich hatte ja bei sewingpatterns.com zwei Jackenschnitte gekauft, die gut zu passen schienen. Allerdings sind die Schnitte aus den Achtzigern oder Neunzigern und sowohl der Leib (leicht änderbar) als auch vor allem die Ärmel (schwer änderbar) sind viel zu weit.


Naja, nachdem ich also vier große Schnittmusterbögen aus selbst ausgedrucktem DIN A4-Papier zusammengeklebt habe und die Einzelteile mit der Original-Jacke verglichen hatte, habe ich sie doch in den Müll gegeben. Der neue Plan ist, die Original-Jacke in der vertikalen Mitte durchzuschneiden und eine Seite tatsächlich von Hand aufzutrennen

Samstag, 25. Oktober 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 42/2014 - Alles über Bücher

Hier ist gerade soviel los, dass ich bisher nicht zum Beantworten dieser Frage gekommen bin und dabei wollte ich doch mit meinen dicht gestellten Bücherregalen prahlen.
Das Wollschaf fragte nämlich:
Hallo Liebes Wollschaf,
Ich hätte folgende Frage für dich:
Derzeit erweitere ich immer wieder meine Büchersammlung zum Thema Stricken.
Daher interessiert es mich, was eure Bibliothek bisher so beinhaltet.
Sind es Musterbücher, Grundlagenbücher, Bücher zu bestimmten Themen wie Socken oder Oberteilen?
Sind die Bücher in eurer Muttersprache geschrieben oder nutzt ihr auch andere Sprachen, um eure Erkenntnisse zu erweitern?
Habt ihr schon Muster aus den Büchern nachgestrickt, oder war es nur ein Spontankauf und die Bilder sind toll anzusehen?
Wie umfangreich ist eure Büchersammlung zu diesem Thema?
Müsst ihr die Bücher in den Händen halten können oder habt ihr auch Ebooks?

Dann hätte ich noch eine Frage:
Habt ihr Zeitschriften-Abos zum Thema Stricken?
Sind dies Offline- oder Online-Abos?
Oder kauft ihr regelmäßig Strickzeitschriften?
Welche Zeitschriften habt ihr? Gibt es welche, die euch enttäuscht haben?

Vielen Dank an Jana für die heutige Frage!


Im ersten Beruf bin ich ja Bibliothekarin, da ist Liebe zu Büchern natürlich Pflicht. Bei Handarbeitsbüchern setze ich weiterhin auf gedruckt Bände während ich bei Belletristik inzwischen lieber meinen E-Reader volllade als meine Bücherregale.
Ich habe sowohl mehrere Musterbücher, als auch mehrere Grundlagenbücher, als auch Titel zu Socken, Schals und Jacken.
Die meisten meiner Strickbücher sind auf Deutsch, aber einige auch auf Englisch (Tudor Roses, Knitting around the World, The Handknitter's Handbook) und ich habe sogar einige Heftchen auf Französisch und Spanisch.
Klar habe ich schon Anleitungen nachgestrickt, sowohl ganze Teile als auch Muster aus einer Mustersammlung.
Bücher, die eher toll anzusehen sind, habe ich auch; das schon erwähnte Tudor Roses zum Beispiel. 
Gezählt habe ich sie noch nie. Ich könnte aber mal wieder konsequent in Ravelry einpflegen. Das ist wirklich hilfreich.
Ich habe ein Ebook zum Stricken auf dem Kindle.
Ein Strickzeitschriften-Abo habe ich gerade nicht.
Und regelmäßig eine Zeitschrift kaufen - nein. Ab und zu, alle paar Monate.

Strick-update:

In den Anleitung für die Ärmel der Nina-Kimono-Jacke war ein schlimmer Fehler und ich habe es erst gemerkt, als ich schon zusammengenäht hatte. So dass ich die Ärmel wieder aufziehen und das Garn waschen musste. Auch das Vorderteil/der Schalkragen musste dran glauben, weil der Mustermix mir nicht gefiel.
Ziemlich frustrierend für ein Teil, das mal eben schnell gestrickt werden sollte.
Im Moment bin ich wieder beim Schalkragen/Vorderteil und habe ungefähr vier Fünftel davon.


Dienstag, 14. Oktober 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 41/2014 - Stricken und Schlafen

Das Wollschaf  fragt heute:
Das Wollsch(l)af hat verschlafen :-(
Passend dazu die heutige Diensschlafs…ähhh…tagsfrage:
Bist Du schon mal während des Strickens eingeschlafen?
Was machst Du, wenn Du müde bist, aber trotzdem noch stricken möchtest?


Bin noch nie während des Strickens eingeschlafen, müde geworden jedoch schon. Wenn das passiert, gehe ich in's Bett, wenn es Schlafenszeit ist. Falls nicht, stehe ich auf und verschaffe mir etwas Bewegung, räume die Spülmaschine aus oder hänge die Wäsche ab/auf. Trinke einen Grüntee und stricke weiter!

Hier gibt es mal wieder keine gloriosen Neuigkeiten, deshalb wird der Dienstag für Updates genutzt.
Die Loreta-Tasche ist bis auf den Druckknopf fertig und ziemlich schön geworden. Die Größe ist auch gut, da passen Buch/Kindle, Geld und Handy super rein. Bloß, eigentlich ist das bunt-blumige nicht mein Stil! Schreibe ich, während ich einen Blümchenrock trage.
Ich sollte sie einfach ganz fertig machen und benutzen. Dann wird sie halt meine Stil. Foto folgt.

Die blaue Alpaca-Jacke ist im selben Stadium, fast fertig. Eigentlich hatte ich ja geplant, die blauen Teile nochmal mit Drogeriemarkt-Farben zu färben, weil das Garn so auf die Hände gefärbt hatte. Aber dann wäre es nicht mehr das Blau gewesen, das mir so gut gefällt. Also habe ich die Teile in der Waschmaschine mit dem Wollprogramm gewaschen, um zu sehen, wie sehr sie abfärben und wie sich die Originalfarbe nach dem Waschen zeigt. Die Farbe hat sich nicht verändert.
Danach wurde gespannt. Das Dochtgarn ist so unbalanciert, das sich die Teile völlig schräg verzogen haben. Die Maschenprobe hat sich genauso verhalten, deshalb war ich nicht schockiert sondern habe die Teile zentimetergenau auf gerastertes Schneidervlies gespannt.

Inzwischen sind sie trocken und warten auf das Zusammennähen.

Weiterhin habe ich in der letzen Woche noch ein chemische Experimente durchgeführt und versucht, die grüne Twice as Nice-Jacke die bei achtlosem Waschen eingegangen war, wieder zu vergrößern. Darauf gekommen bin ich durch Clara Parkes KnittersReview-Artikel über das Produkt UnShrink. Eine Kommentarin schrieb, sie hätte mal gehört Epsom salt, also Bittersalz könne gefilzte Pullis wieder entfilzen. Das habe ich zuerst probiert. Eine Waschmittelportion Bittersalz im Wollwaschgang hat aber null gebracht.
Dann bin ich richtig verzweifelt mutig geworden und dem Eindruck von Clara Parkes gefolgt, dass Dauerwellmittel in UnShrink enthalten sein könnten. Ich habe eine billige Dauerwellpackung im Drogeriemarkt gekauft und die komplette Dauerwellflüssigkeit beim Wollwaschgang eingesetzt. Leider überhaupt keine Effekt....

Dienstag, 7. Oktober 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 40/2014 - Selbstbewusstsein

Interessante Frage hat das Wollschaf auf's Tapet gebracht:
Wieder einmal beschwört ein abwertender Artikel über handarbeitende Frauen einen Shitstorm in Netz herauf.
Was denkst Du?
Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt?

Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?


Ja, es mangelt vielen Frauen an Selbstbewusstsein. Und zwar in unterschiedlichsten Zusammenhängen und leider auch heutzutage weiterhin. Weil männliche Kinder mehr bestätigt wurden und werden als weibliche. (Beispiele im Bekanntenkreis.)

Ich denke, ein schönes Zuhause mit selbstgemachter Kleidung/Deko/Nahrung kann ein warmes Nest sein, in dem sich auch eine Frau toll fühlen kann, die nicht Gehirnchirurgin geworden ist. Und wenn ihr schöner Nestbau niedergemacht wird, regt sie sich auf. (Keine Beispiele im Bekanntenkreis. Ich kenne nur einige -meist amerikanische- Blogs, die diese Theorie unterstützen.)

Ich meine, wir Strickerinnen sollten realistisch einschätzen können, welche Tätigkeiten hoch geschätzt und bezahlt werden und welche einfach Hobby sind. Wer da wirklich nicht differenzieren kann, sollte zu einer Coachin gehen. Vielleicht schlummern in ihr mehr Fähigkeiten und mehr Ehrgeiz, als durch Handarbeiten befriedigt werden kann.

Für mich finde ich einiges in dem Artikel richtig und wahr und sehe ihn als Aufruf, über Relevanteres zu bloggen als über Strickjacken. Andrerseits: Für das Relevante gibt es Journalistinnen; die können über schwierige Themen besser recherchieren und schreiben als ich. Und werden noch dafür bezahlt. Ich bin Heilpraktikerin. Als Beruf versuche ich, Menschen zu heilen, ohne in ihrem Hirn zu schnippeln, und in meiner Freizeit mache ich Handarbeiten.

Dienstag, 30. September 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 39/2014 - Strickunlust

Tichiro und das Wollschaf fragen heute:
Hattest Du schon mal eine Phase akuter Strickunlust?
Wenn ja, was hast Du dagegen unternommen?
Oder hast Du einfach abgewartet, bis die Phase vorüber war?
Wie lange hat die Phase angedauert?
Was hast Du in dieser Zeit stattdessen gemacht?
Gibt es Gründe, woran es gelegen haben könnte?
Vielen Dank an Tichiro für die heutige Frage.

Ich habe immer mal wieder für ein paar Tage diese Phasen. Meist dann, wenn ein Projekt nicht gut läuft und ich nicht weiß, ob und wie ich weitermachen soll.
Mein geheimer Trick -jetzt nicht mehr- für diesen Zustand ist, dass ich als Rechthänderin mit der linken Hand etwas arbeite. Gerne zum Beispiel male ich dann ein Mandala mit Buntstiften aus. Erst ein Ornament mit der rechten Hand, dann eins mit der Linken, immer abwechselnd. Das regt mein Hirn so an, dass ich förmlich spüren kann, wie sich die Synapsen neu verknüpfen. Und kurz danach präsentiert sich mir eine gute Lösung.
Im Moment male ich aber eine Abbildung eines Malbuches von Tom Tierney aus. Macht mir extra Spaß, denn ich interessiere mich auch für Kostümgeschichte.

Zur Zeit läuft entsprechend beim Stricken auch alles gut, ich bin in den Endzügen meiner Makerist-Kimonojacke und sehr zufrieden. Genial, wie schnell das geht! Und das Garn fühlt sich einfach super an, denn es hat so eine glatte und seidige Oberfläche.

Färbt weiter gut ab:







Reklamieren will ich nicht, das Garn ist trotzdem super. Wäre auch schwierig, ich habe es bei einem Projekt in Peru gekauft.


Dienstag, 23. September 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 38/2014 - Herbstprojekte

Heute ist Herbstanfang, die Tage werden kürzer und kälter und wer nicht sowieso schon ganzjährig die Nadeln schwingt, bekommt jetzt richtig Lust auf's Stricken.
Was sind Deine Herbst-Strickpläne, welche Projekte stehen in den nächsten Wochen und Monaten auf Deiner todo-Liste?
Oder lässt Du Dich einfach treiben und strickst, was Dir gerade über den Weg läuft?
Wie gut, dass das Wollschaf wieder gesund ist, hatte mir schon Sorgen gemacht.
Naja, ich plane außer warmen Socken und evtl. Armstulpen keine echten Herbst-/Winterprojekte.
Seit ich vor einigen Jahren das richtige homöopathische Mittel genommen habe, friere ich kaum mehr. Zwar habe ich auch dicke Wolle im Vorrat, aber eigentlich würde ich die als Souvenirkauf einstufen.
Drinnen läuft auch die Heizung und draußen habe ich eine angemessen warme Jacke an.
Hinzu kommt, dass der Winter letztes Mal in Freiburg ausfiel. Von meinen Stiefeln hatte ich kein Paar an.
Was soll ich mir da diesen Winter Stress machen?
Also stricke ich an den eh geplanten Projekten weiter. Allerdings auch Projekte aus dicker Wolle, in denen mir vermutlich ziemlich warm sein wird.

Dienstag, 5. August 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 32/2014 - Perfektion von Handarbeiten

Kurz und provokant ist die Frage des Wollschafs diesmal:

“Selbstgestrickte Sachen brauchen nicht perfekt zu sein, es ist schließlich Handarbeit” – stimmst Du dieser Aussage zu?

 Kurz und knapp kann ich antworten: Obwohl meine Sachen nicht immer perfekt sind (siehe letzter Post), gebe ich mir Mühe. Und von keiner Strickerin habe ich je gelesen oder gehört, dass sie vorsätzlich schludrig arbeitet.
.
Iiks, doch! Eine Bekannte, die auch näht, meinte mal, ihr gehe es beim Nähen mehr um die Kreativität und sie ließe die Fäden einfach hängen.

Dienstag, 22. Juli 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 30/2014 - Lieblingsstrickbuch: Letztendlich - der PC

Feine Frage hat das Wollschaf heute:

Habt Ihr ein oder mehrere Lieblings-Strickbücher?
Wenn ja, welche(s)?
Aus welchem Buch habt Ihr bisher die meisten Modelle nachgestrickt?
Welches Buch in Eurer Strickbibliothek hat Euch bisher den meisten Nutzen gebracht und warum?
 
An meiner Muscheljacke habe ich gestern die Knopflöcher in die Blende gestrickt und vorher in allen Technikbüchern geschaut, welche die beste Lösung für mein Problem ist, insofern passt die Frage gerade gut.
Geschaut habe ich in:
F. Patmore und V. Haffenden: Stricken : Alle Techniken Schritt für Schritt
M. Stanley: The Handknitter's Handbook
H. Jaacks: Die große Strickschule
S. van der Linden: Stricken : Das Standardwerk.
und
B. Barnden: Basisbuch Stricken.
Meine Lösung "Knopfloch mit Hilfsfaden" ist in Stephanie van der Lindens und in Montse Stanleys Buch enthalten. Sind jetzt aber nicht meine Lieblingsbücher geworden, denn aus allen genannten und weiteren Titeln habe ich schon mal gute Tipps gezogen und kann sie empfehlen.
Bei den Modell-Büchern habe ich aus S. Japels Fitted Knits schon zwei Sachen gestrickt, in K. Bullers Chic in Strick kleben auch sechs Zettelchen und dabei wurde über Muster-Sammlungen noch garnicht gesprochen.
Wenn ich nur ein Buch behalten dürfte, wäre es wohl schon Montse Stanleys Handknitters Handbook, weil darin Massen an Ideen für alle möglichen Fragestellungen enthalten sind.
Und ich würde unbedingt ein IT-Gerät behalten wollen, um Ravelry, Online-Mustersammlungen und den Strickrechner benutzen zu können. Um Technik-Lösungen im Internet nachzusehen, fehlt mir die Geduld. Im Buch ist es eine Zeichnung, im Internet ein zwölfminütiger Film.

Ein Foto des aktuellen Standes der Jacke wird nachgereicht - im Moment liegt Joey gerade gemütlich zwischen den Knäulen:
Und um der Gerechtigkeit willen; Sammy hat heute mehrere Zähne unter Vollnarkose entfernt bekommen und liegt völlig geschafft auf dem anderen Sofa: