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Freitag, 23. Dezember 2016

Erst Restbestände ausgeräumt, dann Strickalarm ausgelöst

Ich bin seit ein paar Tagen auf La Gomera im Urlaub und wie immer schaue ich mir das Wollangebot vor Ort genau an.
In der Inselhauptstadt San Sebastian habe ich nichts gefunden, aber das Geschäft, das nach Wolle aussah, hatte entzückende Schäfchen-Hausschuhe für Kinder - auch in Erwachsenengrößen:


1. Vorweihnachtsgeschenk vom Lieben Mann

Aber eine kleine Libreria in Valle Gran Rey, ein paar hundert Meter von der Ferienwohnung entfernt, hat tatsächlich Garn im Angebot:

Was wohl in dem Korb ist?


Und Wolle:

2. Vorweihnachtsgeschenk! Wenn die seit mindestens 2002 im Laden liegen, müssen sie mit Mottenschutz behandelt sein, oder?


Genau die richtige Farbe und Qualität für eine Jacke für den Lieben Mann!
Der Preis ist € 1.75/Knäuel - ich glaube, dieser Preis wurde im 2002 zum Euro-Umstieg ausgerechnet und seitdem nicht angepasst. Auf jeden Fall habe ich alle elf noch vorhandenen Knäuel gekauft.... Bestände ausgeräumt, meinte der Liebe Mann. Vermutlich mache ich eine Raglanjacke mit einem Strukturmuster und einer glatten Passe in einer ergänzenden Farbe daraus.

Am nächsten Tag aber der Strickalarm: Die teure Knitpro Cubics-3.5mm-Rundstricknadel ist gebrochen. Einfach so! Und dabei strickte ich voll Zufriedenheit an der Lucy in the Sky-Jacke weiter. Ich also voller Hoffnung zurück zur Libreria geeilt, aber leider, leider gibt es diese Stärke nur als Jackennadel.Und jetzt?




Freitag, 26. Dezember 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 21/2014 - Hamsterweibchen mit dicken Backen

Die Vorweihnachtsfrage des Wollschafs kommt alle paar Jahre mal wieder so ähnlich auf's Tapet:
Heute möchte das neugierige Wollschaf gerne wissen, ob Ihr Hamster oder Puristen seid.
Hast Du einen Wollvorrat oder kaufst Du nur projektbezogen?
Schöpfst Du gerne aus dem vollen oder belasten Dich größere Vorräte eher?

Das Wollschaf wünscht Euch allen wunderschöne Feiertage!

Ich habe bei Ravelry einen Stash von 34 Einheiten und damit genug Garn für 25 Jacken und ein wenig Kleinzeug wie Socken und Mützen. Garantiert bin ich keine Puristin, eher ein Hamsterweibchen mit dicken Backen.
Meistens freue ich mich bei einem Blick auf meine schönen Holztruhen, die die Wolle beherbergen. Aber ein wenig sind sie auch Belastung und ich komme mir etwas gierig vor. Andrerseits ist vieles günstig gewesen, z.B. die Nelapsa-Alpaka-Garne aus Peru, da hat ein Knäuel nur € 1,60 oder so gekostet. Diese werden sicher auch noch länger im Vorrat bleiben, denn bei den aktuell milden Wintern und meiner warmen Disposition habe ich keinen Grund, besonders warme Jacken zu stricken. Die Wolle-Baumwolle-Mischungen werden zuerst verarbeitet werden und mit dieser Planung bin ich ganz zufrieden und im Reinen mit meinem Wollvorrat!

Im Moment stricke ich auch aus der roten Cotton-Merino von Drops den Leib der Vogue-Jacke. Nach einem misslungenen Versuch, mich an die Anleitung zu halten, habe ich Rücken- und Vorderteile nun in einem angeschlagen und stricke den geschwungenen Saum mit verkürzten Reihen. Geplant ist, die Ärmel nach Tichiros Methode von unten nahtlos mit zu stricken. Bloß die Schulternaht will ich der Stabilität wegen abketten und nähen.







Dienstag, 30. September 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 39/2014 - Strickunlust

Tichiro und das Wollschaf fragen heute:
Hattest Du schon mal eine Phase akuter Strickunlust?
Wenn ja, was hast Du dagegen unternommen?
Oder hast Du einfach abgewartet, bis die Phase vorüber war?
Wie lange hat die Phase angedauert?
Was hast Du in dieser Zeit stattdessen gemacht?
Gibt es Gründe, woran es gelegen haben könnte?
Vielen Dank an Tichiro für die heutige Frage.

Ich habe immer mal wieder für ein paar Tage diese Phasen. Meist dann, wenn ein Projekt nicht gut läuft und ich nicht weiß, ob und wie ich weitermachen soll.
Mein geheimer Trick -jetzt nicht mehr- für diesen Zustand ist, dass ich als Rechthänderin mit der linken Hand etwas arbeite. Gerne zum Beispiel male ich dann ein Mandala mit Buntstiften aus. Erst ein Ornament mit der rechten Hand, dann eins mit der Linken, immer abwechselnd. Das regt mein Hirn so an, dass ich förmlich spüren kann, wie sich die Synapsen neu verknüpfen. Und kurz danach präsentiert sich mir eine gute Lösung.
Im Moment male ich aber eine Abbildung eines Malbuches von Tom Tierney aus. Macht mir extra Spaß, denn ich interessiere mich auch für Kostümgeschichte.

Zur Zeit läuft entsprechend beim Stricken auch alles gut, ich bin in den Endzügen meiner Makerist-Kimonojacke und sehr zufrieden. Genial, wie schnell das geht! Und das Garn fühlt sich einfach super an, denn es hat so eine glatte und seidige Oberfläche.

Färbt weiter gut ab:







Reklamieren will ich nicht, das Garn ist trotzdem super. Wäre auch schwierig, ich habe es bei einem Projekt in Peru gekauft.


Montag, 22. September 2014

Des Wahnsinns fette Beute

Von Freitag bis gestern war auf der Baden Messe die "Inspiration", eine kleine Sonderausstellung für Selbermacher und Selbstgemachtes. Mit Verkauf natürlich. Und einigen Workshops.
Ich war mit einer Freundin da und wir haben es gerade so geschafft, noch halbwegs fit beim Ziel Inspiration anzukommen, ohne vorher zuviel anderes anzuschauen und völlig ausgelutscht zu werden.
Die Inspiration konnte unter klein aber fein abgelegt werden. Es gab wenige Stände, aber mit ausgewählt schönen Sachen.
Zum Beispiel war die Schwarzwälder Spinnstube mit mehreren Spinnrädern und selbst produzierten Garnen vertreten.
War schön, Roswitha mal wieder zu sehen und ich hoffe, ich schaffe es diesen Winter mal zu einem Spinntreffen in ihrem schönen Haus



Danach war ich noch kurz in der Innenstadt und habe Zubehör für die geplanten vier Taschen besorgt. Nachdem der Liebe Mann mehrmals angemerkt hat, das ich immer nur mit großen, sportlichen Messenger-Bags rumlaufe, habe ich mich nämlich von der Loretta-Tasche bei Farbenmix verführen lassen.
Da ich die Anleitung beim Stoffkauf nicht parat hatte, habe ich zuwenig Stoff gekauft und den Schnitt nur mit 90% ausgedruckt. Ist aber immer noch genug Tasche.

Links die vier Stoffe (von Kessler-Stoffe in Lörrach), in der Mitte die Vlieseline und die Futterstoffe, rechts die Gurtbänder

Alles noch harmlos, der Wahnsinn kommt jetzt:
Am Wochenende habe ich beim unbedarften Recherchieren mitbekommen, dass meine Lieblingswolle Filosoft von Wolle Rödel in deren Internetshop nur noch € 1,99 kostet und nur in drei Farben erhältlich ist. Vermutlich kein nettes Sonderangebot sondern der Abverkauf, weil das Garn nicht weiter geführt wird.
Heute morgen bin ich sofort in die Freiburger Filiale und habe mir alles zeigen lassen, was noch da ist. Und habe Garn in Rosa, Braun, Schwarz und gemischt für vier Jacken gekauft....

Daraus wird die Less is More-Jacke von Amy King

Das ist Schwarz. Oder Braun.
Aus dem braunen Garn wird vielleicht eine Jacke für den Lieben Mann.
Ich weiß schon, dass es das gleiche Garn bei Fischer Wolle gibt und bei Lanade. Aber nachher beziehen die alle vom gleichen Produzenten und dieser stellt die Produktion ein. Nicht auszudenken!
Ein wenig habe ich ein schlechtes Gewissen, denn ich habe ja bereits einen großen Vorrat. Aber bei einem Preis von ca 25 Euro pro Jacke? Und das im idealen Garn? Eigentlich doch noch ganz gesund.

Sonntag, 29. Juni 2014

Werbung aus Überzeugung: Renaissance Dyeing

Auf Renaissance Dyeing wurde ich durch Lene Alves Blog Dancing with Wool gebracht, die mal erwähnte, dass es dort so geniale pflanzengefärbte Farbtöne auf Biowolle gibt. Weil die Inhaber sich an mittelalterlichen Färberezepten orientieren, ist das Stickgarn z.B. besonders interessant für RestauratorInnen von historischen Wandteppichen und anderen historisch interessierten Personen.
Na, da gehöre ich eindeutig dazu. Und Biowolle finde ich auch super.
Letzten Oktober konnte ich endlich mal Andie und ihren Mann kennenlernen und etwas Wolle kaufen.
Und heute kommt eine Mail von ihnen, dass sie über den Sommer ihre ungefärbte Standardqualität mit 20% Rabatt auf den 100g-Strang und 25% Rabatt auf die 1.3 kg-Kone verkaufen. (Wer darüber bloggt, bekommt sogar einen 30%-Rabatt.) Leider, leider brauche ich ja nun wirklich nicht mehr Garn. Aber wenn, würde ich sofort zuschlagen und aus der 1.3 kg-Kone je eine Aran-Jacke für mich und den Lieben Mann stricken.
Dann würde ich 35 Euro für das in Europa hergestellte Bio-Garn für eine Jacke bezahlen. Und ein Projekt unterstützen, das ich großartig finde. Und Menschen, die mir sympathisch sind.
1300g cone
Foto von www.renaissancedyeing.com



Samstag, 28. Juni 2014

Nutze was du hast oder Im Häkelrausch

Ich wollte schon früher schreiben, aber einige Tage lang habe ich jede Minute am PC bei Ravelry verbracht und überlegt, was ich aus der Rowan Purelife Schafwolle stricke.
Nebenbei: Wäre gut gewesen, wenn ich schon meine gesammelten Bücher und Strickhefte in der Library hätte - ein Projekt für die nächsten Regentage.
In die Endauswahl kamen der tea leaves cardigan , der schon seit 2010 in der Queue wartet und der #06 V-Neck Cardigan .
Die Purelife-Wolle habe ich in ein kühles, modernes, etwas unregelmäßiges Blau-Violett gefärbt, was gut zum Tea Leaves Cardigan, aber nicht zum klassichen V-Neck Cardigan passt. Und auch nicht zu einer Anleitung von Rowan für diese Wolle, wie ich auch überlegt hatte.

Nach dem Motto "Nutze was du hast", wollte ich schließlich eine schon gekaufte Anleitung benutzen, möglicherweise leicht verändert.
Letztendlich habe ich die beiden Ravelry-Anleitungen gekauft und werde den V-Neck Cardigan aus der klassisch-roten Cotton-Merino-Mischung von Drops stricken, die ich erst kürzlich gekauft habe.:

Aber: Tatsächlich habe ich -wie geplant- erst angefangen, die Ärmel der weißen Häkeljacke mit Trompetenärmeln einzunähen. Wenn ich gewußt hätte, wie einfach und schnell das geht, hätte ich das nicht so lange vor mir hergeschoben! Wo eh ein Fadenende unter den Ärmeln hingen, habe ich diesen gespalten und damit mit Vernähen angefangen. Es gefällt mir nämlich, wenn nicht alle zu vernähenden Enden an einer Stelle kumulieren. Dann habe ich mit Jeansnähgarn weitergemacht.
Blöd bloß, dass der zweite Ärmel irgendwie verschwunden ist. Es gibt ihn jedoch, wie das Foto im vorletzten Post beweist!
Trotz dieser guten Ausrede habe ich nicht, wie frau denken könnte, mit einem neuen Projekt angefangen. Nein, ich habe eine gute Idee für die Häkeljacke im Muschelmuster gehabt (beim Einschlafen) und gleich umgesetzt: Die (schon begonnenen) Ärmel werden nicht auch im Muster gehäkelt sondern in unregelmäßigen Ringeln und von oben angestrickt. Damit umschiffe ich elegant die komplizierten Häkelabnahmen und das Einnähen des dicken Häkelstoffes. Außerdem ist das ganze Teil schon so seeehr warm.
Naja, und jetzt häkele ich in jeder freien Minute am Leib und bin auch schon recht weit.
Das letzte WE war ich wieder auf einem Geburtstag und hatte sogar das Strickzeug plus Wolle dabei, ein großes Paket, das über die Hälfte des Platzes in meinem Rucksack beanspruchte.  Aber wie an den Wochenendreisen davor hatten die Züge so viel Verspätung, dass ich nicht die innere Ruhe hatte, zu häkeln. Schaff ich jetzt meinen Anschluss oder nicht? Und was, wenn nicht? Hektisches Rumtippen auf der Handyapp.
Die Fahrgäste um mich rum versprühten in voller Lautstärke Sarkasmus und schlechte Laune, was auch nicht zu einer entspannten Atmosphäre im Abteil beitrug. Bin froh, dass in nächster Zeit keine Zugreise ansteht.


Dienstag, 29. April 2014

Verstrickte Dienstagsfrage 18/2014 - nicht oft

Heute stellt das Wollschaf wieder eine spannende Frage:
Mich interessieren die Antworten zu folgender Frage, weil ich selber immer wieder Sachen dazwischen habe, die ich, obwohl sie gut gelungen sind, nicht so gerne oder eigentlich gar nicht tragen mag, und bei anderen sieht immer alles so toll aus. Also bitte, Hand aufs Herz und ganz ehrlich zu euch selber sein.
Wieviel Prozent von euren selbstgestrickten Sachen tragt ihr:
- sehr gern und oft
- nur selten
- leider nie
Und…habt ihr schon sehr viel geribbelt ?
weil es ja so ist wie im "richtigen" Kleiderschrank. Man wollte es haben, es ist auch gut geworden aber man zieht es trotzdem nicht an, oder der 47ste von 112 Schals wurde schon sehr lange nicht mehr getragen….
Vielen Dank an Nina für die heutige Frage!

 Ich habe ja schon vor einigen Wochen eingestanden, dass ich eigentlich keine selbst gestrickten Pullis oder Jacken brauche und andersherum betrachtet heißt das, dass ich die vorhandenen nicht oft anziehe.
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Ich bin zum Kleiderschrank gelaufen und habe geschaut, was dort Selbstgestricktes liegt. Es ist das Sommerhalbjahr, die Wintersachen sind weggepackt und es finden sich drei selbstgestrickte Sommerjacken:

Modern Garden Cardigan: Hatte ich dieses Jahr schon mehrmals an, als das Wetter schön war.

 
Cropped Cardigan w/o leaf ties: Schon letztes Jahr fertig geworden, noch nie oder einmal getragen.


Recycled Silk Cardi (mit Strickrechner berechnet): Schon lange, lange fertig. Sehr selten angehabt.

Gründe für das seltene Tragen: a) Zu warm in der Wohnung. b) Ein Kater, der gerne auf meiner Schulter hängt und sich mit spitzen Krallen an der Kleidung festhält.

Bei der Jacke aus Recycelter Seide war das Teil so flutschig, dass es mir ständig von den Schultern rutschte. Kürzlich habe ich deshalb zur Stabilisierung eine Reihe Kettmaschen aus Zahnseide in die Schulter- und Ausschnittnähte häkelt.
Falls eine Verbesserung so einfach möglich ist, mache ich das. Aber eigentlich ist fertig für mich abgeschlossen.
Falls ein Teil nicht zur retten ist oder überhaupt nicht gefällt, kommt es in die Altkleidersammlung. Und ich ribble nur, wenn mir die Wolle extrem am Herzen liegt.

Die Schals und Mützen, die ich Anfang des letzen Winters angefertigt hatte, habe ich oft getragen. Aber die Winterjacken sind eigentlich generell zu warm für die Wohnung und zu dick unter Jacken.
Ich lese immer mal wieder, dass Leute am liebsten mit Wollgarnen Wintersachen stricken und nach meinen Erfahrungen kann ich das nicht nachvollziehen. Selbst wenn ich die Heizung in der Wohnung und Praxis runterdrehen würde, würde ich an den Händen frieren. Oder soll ich mit Halbhandschuhen in der Wohnung/Praxis sitzen?
Folglich kaufe ich nur noch Ganzjahresgarn, z.B. aus einer Baumwolle/Merinomischung. Netterweise hat Lanade gerade Sale und mein Lieblingsgarn im Angebot. Klar, dass ich Garn für eine Jacke bestellt habe. Aber die Alpaca- und Schafwollvorräte werden natürlich aufgehoben. Falls die Russen uns den Gashahn zudrehen.





Sonntag, 2. Februar 2014

Endlich etwas Neues anfangen : Frühlingsjäckchen Knit-Along 2014

Nachdem die Jacke für den Lieben Mann endlich fertig ist, erlaube ich mir, ein neues Stück zu beginnen. Wenn ich mir jetzt auferlegen würde, erst die UFOs fertig zu machen, würde ich vermutlich nie mehr handarbeiten.
Da kommt der Frühlingsjäckchen-Knit-Along vom Me-Made-Mittwoch-Blog gerade richtig.
Meike schreibt ganz süß und enthusiastisch, aber ich bin super pragmatisch:
Das Garn wird zwei Kriterien erfüllen:
1. Schon im Haus sein
2. Frühlingsgeeignet, d.h. nicht zu warm sein.
Ganz ausgezeichnet, dass ich noch 600 Gramm von meinem Lieblingsgarn Wolle Rödel Filosoft in einem sanften Pfirsich da habe.
Im Original nicht pink. 52% Merion, 48% BW
Gekauft im Frühjahr 2011 vor dem Peru-Aufenthalt. Ich ging davon aus, dass ich dort kein Garne finden würde, die mir gefallen und habe einige Vorräte angelegt. Und es ist richtig, dass es dort vor allem Alpaka gibt oder Acrylgarne. Aber gestrickt habe ich dort doch nicht so viel wie gedacht.

Maschenprobe habe ich schon gemacht und gewaschen. Mit 3mm-Nadeln 19,5 Maschen auf zehn Zentimeter. Mit dieser Angabe durchsuche ich nun sowohl meine Ravelry-Queue als auch meine gesammelten Anleitungen nach einer Jacke.
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Alles klar - ich mache den Tappan Zee Cardigan aus Knitty Spring-Summer 2010. Aber insgesamt länger und mit ellenbogenlangen Ärmeln.
Komisch, dass die Entscheidung auch damit zusammenhängt, dass das Originalgarn auch orange ist und dass das Model auch Jeans und langärmeliges T-Shirt anhat, wie ich meistens. Sogar die Garnzusammensetzung passt: In der Vorlage ist es eine fast 50:50 Merino-Bambus-Mischung.
Auch in die engere Auswahl kamen der Tea-Leaves-Cardigan und der Vanadium-Cardigan. Aber die gefallen mir in den geheatherten Garnen besser. Ich habe sogar kurz überlegt, ob ich einen Faden Baumwollgarn dazunehmen soll, um den geheatherten Effekt zu faken, aber damit würde die Wolle jede Elastizität verlieren. Und vermutlich würde sich das Garn auch nur mit viel Aufwand regelmäßig um den Grundfaden schlingen lassen oder eben schlimm poolen.
Vielleicht mache ich mit dem anderen Filosoft-Garn aus dem Vorrat mal einen Test.

Yak, am 20. April soll die Jacke schon fertig sein. Da lasse ich mal lieber alles Andere beiseite und fange an!








Montag, 23. Dezember 2013

Weihnachtsgrüße aus dem Süden

Wie fast jedes Jahr verbringe ich mit dem Lieben Mann Weihnachten da, wo es warm ist. Oder zumindest wärmer als in Deutschland.
Für diesen Urlaub in Spanien hatte ich keinerlei Ehrgeiz mehr, irgendetwas handarbeitstechnisch Interessantes zu finden, nachdem ich in den letzten Spanien-Urlauben immer nur die gleichen Wollqualitäten sah. Aber heute waren wir auf einem kleinen Mittelalter-Weihnachtsmarkt und ein Stand bot u.a. beinerne Häkelnadeln an:


Schön, oder?

Und etwas später kam ich an einem Wollgeschäft vorbei, davon musste ich natürlich auch ein Foto machen. Schade, dass es keine Karte der Wollgeschäfte Europas gibt, dort könnte ich Einiges eintragen.
Lanas y Algodones El Paraiso, Plaza de mercado no. 24, Valencia
Genau gegenüber ist übrigens ein weiteres Wollgeschäft, aber nicht so eine Alibabas Schatzhöhle wie dieses. Und direkt daneben ist ein Korbgeschäft mit sowohl traditionellen als auch moderneren Korbsachen (da muss ich nochmal hin....)
        
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das Neue Jahr!!

Donnerstag, 14. November 2013

Spinnen ohne Rücksicht auf Verluste

Als friedliebender Mensch stehe ich eigentlich null auf diese Militärsprache - das Schema F von gestern hat mich eigentlich schon gestört. F steht nämlich für Frontrapporte (s. Wikipedia). Und obwohl der Militärausdruck den Schluss griffig ausdrückt, muss ich die Geschichte von vorne aufrollen (= ein Begriff aus der Geschichte des Buches - sehr sympathisch):
Nachdem ich  nochmal die ganze Wohnung plus Keller auf der Suche nach der schon versponnenen grünen Wolle durchstöbert hatte, habe ich vor ein paar Tagen zumindest die zugehörige Spule gefunden - sie war genau da, wo sie hingehört, im Korb mit ihren Schwestern. Und ich musste einsehen, dass mein Gedächtnis mich trügt und ich die ROTE Wolle ordentlich versorgt hatte, wohingegen von der GRÜNEN Wolle garnicht mehr als die Spule plus ein Knäuel existiert.
Ein näherer Blick auf die Spule erinnerte mich auch daran, warum es nicht weiterging: Das Ende des Fadens war gerissen und hat sich unauffindbar in die schon aufgewickelten Fäden eingegraben.
Und solange ich es nicht finde, brauche ich die Spule nicht weiter zu benutzen. Denn wenn ich noch mehr Fäden da drüber spinne, sinken die Chancen das Ende wieder zu finden noch weiter.


Ich habe immer mal wieder mit einer Häkelnadel einzelne Fäden verfolgt, bis jetzt erfolglos. Schließlich kam ich drauf, auf einer anderen Spule schon mal gleichviel Garn zu spinnen und in der Zwischenzeit immer mal wieder weiter zu versuchen, das Ende zu finden.
Aber beim Spinnen ist der Faden ist dauernd gerissen und mein Geduldsfaden auch.
Also habe ich die günstigen Fasern hervor geholt, die ich letztes Jahr bei Frau Wolle kaufte und übe an diesen nun Spinnen. Das Vlies ist auf keinen Fall so wunderbar glatt, glänzend und leicht zu verspinnen wie die BFL sondern ähnelt sehr den grünen Fasern. Aber das ist der Sinn der Sache. Ich kann das Spinnrad immer wieder probeweise verstellen und muss mich nicht ärgern, wenn es nicht toll wird.Für einen Schulterwärmer für daheim ist es allemal schön genug. Diesmal bin ich auch so schlau, die Einstellung des Spinnrads auf Karteikärtchen zu notieren!

Inzwischen ist auch die eklige Alpakawolle einen Schritt weiter: Ich habe sie mit Haarwaschmittel 2x mit 30 Grad im Wollprogramm der Waschmaschine gewaschen und beim 2. Mal eine Lanolinkur in das  Weichspülerfach gegeben. Nun ist sie nur minimal klumpiger als zuvor, aber sauberer, neutral riechend und etwas fettig. Im Petziforum stand, die würde sonst zu flusig.


Die Klumpen würden den Handkardierer ruinieren und so nehme ich mir immer mal wieder den Korb vor und entklumpe sie.




Donnerstag, 17. Oktober 2013

Da gewesen und nichts (für mich) gekauft!

Der Liebe Mann meinte, er müsse nochmal in den Süden, bevor hier der Herbst richtig ernst macht und hatte für das letzte Wochenende den TGV nach Avignon gebucht. Er hätte lieber an's Meer gewollt, aber ich hatte Ruso and the Root of All Evils gelesen, das in der Gegend von Nimes handelt und wollte die römischen Hinterlassenschaften dort ansehen.
Außerdem wollte ich Renaissance Dyeing in den Pyrenäen besuchen und einen Großeinkauf dort machen, aber das ließ sich in vier Tagen nun nicht mehr unterbringen.
Wie gut, dass kurz vor Abfahrt eine Mail von Renaissance Dyeing kam, dass sie bis zum Sonntag mit einem Stand auf dem Markt des "Forum International de la Couleur Vegetal" in Lauris vertreten sein würden.

Wir haben den Garten mit Färbepflanzen besichtigt...

 ... und den Markt. Die Stände von oben:
An einem Stand spann ein alter Mann Flachs, an einem anderen eine junge Frau Wolle. Dort habe ich einen Knäuel graue Wolle für Socken für den Lieben Mann gekauft.
€ 7,50 für 100 Gramm. Macht nicht viel her, aber die Socken werden sicher schön warm

Zwischen all den pastelligen Angeboten hatte Andie von Renaissance Dyeing mit Abstand den schönsten Stand mit den buntesten Farben!
War mir sehr sympathisch: Andie an ihrem Stand
Der Häkelschal rechts auf dem Bild hat mich schon gelockt, aber nachdem ich nun wirklich genug Wolle für die nächsten Jahre habe, konnte ich mich (mühsam) beherrschen und nur der Liebe Mann hat sich einen Strang für Socken ausgesucht. 17 Euro für hundert Gramm Biowolle mit Pflanzen gefärbt - da kann frau nicht meckern. (Was für eine Beize benutzt wurde, weiß ich jedoch nicht.) Wenn wir allerdings das nächste Mal nach Südfrankreich und tatsächlich in die Pyrenäen kommen, werde ich jegliche Zurückhaltung aufgeben!

Freitag, 11. Oktober 2013

Iih-bäh!

Wolle im Küchenwaschbecken

Kotstückchen und Pflanzenreste
Diese Bilder haben eine Vorgeschichte, eigentlich zwei halbe Vorgeschichten.
a. Nachdem mein Rücken wieder viel, viel belastbarer geworden ist, wollte ich an der grünen Wolle weiterspinnen, finde aber die schon fertigen Knäule nicht mehr. Die unversponnene Wolle ist da, aber ich brauche einen Anhaltspunkt, mit welcher Stärke ich angefangen hatte. (Vielleicht sollte ich mir mal ein wraps-per-inch-Maß anschaffen.)
b. Meine rechte Schulter tat weh (sorry wegen der Gesundheitsthemen - ist auch schon wieder gut) und ich dachte, ich könnte mir aus feiner Schafwolle mal eben einen One-Skein-Wonder-Schulterwärmer stricken.
Über das verlängerte Wochenende waren wir bei lieben Freunden in Rosenheim und dabei auch auf dem kleinen Herbstmarkt in Übersee. An einem Stand gab es handgesponnene Wolle, die sehr gesund aussah - aber für 14€/100 Gramm! Und das von eigenen Schafen und ungefärbt. Das finde ich zuviel.

a. + b.: Also bin ich vorhin in den Keller gestiefelt und habe die Schurwollfasern hochgeholt, die ich zusammen mit meinem Spinnrad gekauft hatte. Und dabei bin ich auf den inzwischen leicht müffelnden Sack mit Alpaka-Fasern gestoßen, den ich vor anderthalb Jahren in Cusco gekauft habe. Der Plan damals war, die Fasern mit Schafwolle zu "strecken" und eine Jacke draus zu stricken. Inwzischen weiß ich, was für eine Schweinearbeit das Kardieren von 500g Fasern ist und werde das sicher nicht tun. Aber diese wenigen, kostbaren Gramm zum Waschen und Kardieren wegschicken? Das dann doch nicht!
Nachdem ich zum vierten Mal eine braune Brühe abgelassen habe, kam ich drauf, dass ich den Kotkügelchen vielleicht Zeit geben muss, sich im Wasser aufzulösen. Habe den Eimer mit Fasern auf den Balkon gestellt und die Spüle geputzt. Fortsetzung folgt.


Donnerstag, 29. August 2013

Eine glückliche Frau

Nein, mich meine ich nicht, ich bin zwar ganz happy mit meinem Leben, aber so eine strahlend glückliche Ausstrahlung wie Andrea Ostheide von Andreas Glücksmasche habe ich nicht. Dies ist ein Wollgeschäft in Bad Meinberg, wo ich letzte Woche mit dem Lieben Mann drei Tage verbrachte.
Bad Meinberg ist ein recht verschlafen wirkendes Kurstädtchen, das ich niemals als Standort für ein Geschäft mit eher teuren Garnen eingeschätzt hätte. Sieht man mal, wie man sich irren kann.
Eigentlich hätte ich mich schon bei dieser Skulptur im Kurpark denken sollen, dass dies ein guter Ort für Handarbeiten ist:
Die sozial engagierte Fürstin Pauline zur Lippe mit Strickzeug
 Frau Ostheide hat auf ihre nette, offene Art erzählt, wie ihr Geschäft die Kunden und sie selbst glücklich macht:
1. Die älteren Einwohnerinnen, die früher stricken mussten, gehen mit abschätzigen Bemerkungen am Schaufenster vorbei, aber die Mittleren und Jüngeren sind ernsthaft vom aktuellen Strickhype erfasst, stricken viel und kommen zu den wöchentlichen Strickabenden.


2. Bad Meinberg ist ein Kurort und viele weibliche Kurgäste fangen -oft nach sehr langen Pausen- wieder mit Stricken an, weil sie sich langweilen. Wenn sie dann sehen, dass sie es noch können und erst einen Spiralschal und dann etwas anderes Schönes schaffen, sind sie ganz begeistert und diese Begeisterung macht wiederum Frau Ostheide glücklich.


3. Am Ort ist ein Mutter-und-Kind-Kurheim und eine Mitarbeiterin der Glücksmasche zeigt jeweils in der ersten Kurwoche dort das Häkeln von bunten Mützen. Frau Ostheide erzählt, dass die Frauen oft zwei Tage später mit dem ganzen Kindertrupp in den Laden kommen und jedes Kind darf sich Garn für eine Mütze aussuchen. Und teilweise häkeln die Kinder die Mützen auch selbst.
Im Geschäft gibt es also etwas Mützenhäkelgarn, ein wenig Spiralschalgarn und ansonsten das Sortiment von Zitron, weil Frau Ostheide deren Umwelt-, Sozial- und Produktstandards wichtig sind.
Mich selbst hat der hübsche Laden so begeistert, dass ich mit vier Strängen Lace No. 1 filigran in Blau aus dem Laden kam. Glück zum Kaufen sozusagen. Der schlechte Einfluss von Tina Hees' Artikel über die Rückkehr der feinen Garne in der aktuellen Verena bewirkte das Lacegarn - das dünnste Garn in meinen Vorräten und eines der teuersten.
Und ich habe ernsthaft überlegt, ob ich nicht im nächsten Kurstädtchen mit Mutter-und-Kind-Kuren einen kleinen Laden aufmachen soll....



Donnerstag, 1. August 2013

Verstrickte Dienstagsfrage 31/2013 - die älteste Wolle im Lager

Das Wollschaf hat eine alte Frage aus dem Archiv gezogen und fragt uns nach archivierter Wolle:
Welche Wolle liegt schon am allerlängsten in deinem Vorrat? Warum ist sie noch nicht verarbeitet (oder verkauft oder verschenkt…)? Was soll(te) aus ihr einmal werden?

 Das ist zur Zeit meine älteste Wolle:
Sechshundert Gramm Rowan purelife in der Farbe Onion, ungefähr 2008 bei Wolle und Design herabgesetzt gekauft. Dies war eines der ersten ökologischen Garne auf dem Markt und zum normalen Preis wollte ich es mir nicht leisten. Was ich daraus machen wollte, wusste ich nicht. Bloß, dass ich es haben musste! Großer Fehler - die Farbe gefällt mir eigentlich überhaupt nicht. Aus dem dazugehörigen Anleitungsheft hatte ich mir damals Comfrey herausgesucht, aber nun will ich das Garn mit rosa und pinker Simplicol-Farbe bunter färben und etwas anderes stricken. Allerdings kommt es mir etwas widersprüchlich vor, erst ein ökologisches Garn zu kaufen, um es dann mit schnöder Chemiefarbe zu verhunzen. Außerdem muss ich mich entscheiden, ob ich die Stränge färbe -was viel Extra-Arbeit bedeutet- oder das fertige Stück, was Stricken mit dieser Nicht-Farbe heißt.
Es wird auf jeden Fall eine Jacke, entweder Safire, Concetta Cardigan oder Manu. Noch eine zu fällende Entscheidung!

Samstag, 15. Juni 2013

Wolle in Mailand kaufen?

Der Liebe Mann musste beruflich dorthin und hat mich eingeladen mitzukommen. Zurück bin ich seit Dienstag, aber langes Sitzen im Zug unterbrochen von Koffer schleppen ist das Schlimmste für meinen Rücken und nach dieser Strapaze konnte ich ein paar Tage lang nicht länger am PC sitzen und schreiben. Der Dom von Mailand ist jedoch zauberhaft und ich habe bei einem italienischen Schuhhersteller zwei Paar entzückende Ballerina zu einem super Preis gekauft. Kennt ihr noch die Werbung aus den Achtzigern: 
"Die interessantesten Männer und Frauen stehen auf italienischen Schuhen"? Damals wollte ich auch eine interessante Frau auf italienischen Schuhen werden.

Nach Wolle habe ich auch geschaut und langsam frage ich mich, was für Wunder ich eigentlich erwarte? Supertolle einheimische Wolle zu einem Schnäppchenpreis? Träum weiter! Die Verkäuferin in Fonte della Moda hatte zwar Merinogarn in vielen schönen Farben da und versicherte überzeugend, dass dies ein italienisches Produkt von italienischen Schafen sei, aber der Preis war recht hoch mit 50 Gramm für 5 Euro.

Links die italienische Merinowolle
Das Hauptangebot sind Stoffe:
Nur die Angestellte hat den Durchblick!

Einer der sichtbaren Stoffe: Petrolfarbenes Leinen für € 40/m - zu teuer für mich
Bei Guffanti dachte ich, ich sei falsch:
Unten liegen einige Knöpfe, der Rest ist Wäsche
Das ist ein Foto vom rechten Schaufenster, im linken ist nur Reitsswäsche von der Sorte, die aus schwarzen Bändchen besteht oder Kreisen mit Troddeln dran, die auf die entsprechenden Körperteile geklebt werden.

Innen war jedoch alles so seriös und traditionell, dass ich mir solche Wäsche hier sofort kaufen würde!

Wolle und Zubehör hatten sie nicht, verwiesen aber auf Mani di fata, zweihundert Meter weiter. Diese hatten tatsächlich einen Musterkatalog mit Wollproben und viele Artikel von Prym, wollten mich aber keine Fotos machen lassen.
Also: Keine Wolle gekauft, nur zarte Ballerinas und so den Koffer nicht weiter beschwert!

Dienstag, 28. Mai 2013

Die verstrickte Dienstagsfrage 22/2013 - dekorative Aufbewahrung von Wolle

Das Wollschaf hat wieder interessante Frage weitergegeben:

Wie bewahrt ihr eure Wolle auf? Ich bin auf der Suche nach einer praktischen und auch gleichzeitig optisch tollen Idee, meine Wolle hübsch in Szene zu setzen. Denn ich finde die schöne Wolle gehört nicht hinter Schranktüren oder in Boxen versteckt, man darf sie ruhig sehen, auch Wollknäule sind dekorativ. Wie habt ihr das gelöst?
Vielen Dank an Andrea für die heutige Frage!

Ich würde nach CD-Regalen suchen, weil diese weniger tief sind als Bücherregale, aber mehr Unterteilungen haben und die Knäule darin liebevoll aufbauen. Eine erste, schnelle Suche über Google hat auch ein paar ergeben, die ich mir vorstellen könnte. Dieses hier z.B. hat mir sofort gefallen. Meine gesamten Vorräte wie Bücher aufzustellen, würde ich nicht, hauptsächlich weil ich Bedenken hätte, dass die Farben ausbleichen.

Weitere Plastikkisten kommen mir nicht in's Haus. Und offen präsentieren würde ich die schon garnicht.
Vor zwei Jahren habe ich für den Peru-Aufenthalt Wollvorräte angelegt, weil ich irrtümlicherweise annahm, dass es in Peru keine schöne Wolle zu kaufen gibt.
Dafür habe ich dann ein Set von drei Holzkisten gekauft. Die Qualität ist O.K., halt Made in China, aber sie sehen gut aus, waren überhaupt nicht teuer und zumindest in die Größte passt einiges hinein:
Im Korb links sind die UFOs, alles riecht heftig nach Lavendel
 Drei übereinander sehen gewollt aus, also stehen die beiden Kleineren im Schlafzimmer:

Weiterhin gibt es noch graue Archivboxen unter dem Schreibtisch des Lieben Mannes (früher und bald wieder mein Hobbyzimmer):
Hier sind Garne drin, die ich schon lange habe.
Einiges ist in Ziploc-Tüten, aber nicht alles.
Zu Peru: Naja, es gibt dort auch wirklich hauptsächlich buntes Plastik oder Alpaca in verschiedenen Qualitäten. Und davon habe ich welche gekauft. Und als wir dann in Argentinien, dem Nachbarland von Uruguay, jenem Land, aus dem Manos del Uruguay und Malabrigo-Garne kommen, im Urlaub waren und die Garne dort so viel günstiger waren als in Deutschland, ist der Vorrat noch mehr gewachsen. Also gibt es im Keller (trocken,warm) noch eine große Plastiktasche mit günstigem Alpaca-Garn. Nur gut, dass es schon diese Holzkisten gab!
Habe ich schon erwähnt, dass ich einen Garn-Kauf-Bann über mich verhängt habe? Nachdem das kürzlich probegestrickte Garn für den  Portulaca-Cardigan überhaupt nicht gepasst hat, komme ich sogar von der Idee ab, der Cardigan müsse unbedingt grün sein und werde das erwähnte Alpaca-Garn aus dem Lager verstricken.
Auch das selbstgesponnene Garn passte nicht und aus dieser groben Maschenprobe ist ein prima Deckchen für die Katzen geworden:


Dienstag, 14. Mai 2013

Die verstrickte Dienstagsfrage 20/2013 - was tun bei Motten

Bei der zwangigsten Woche vom Titel denke ich: Oh je, das halbe Jahr bald wieder rum, demnächst ist Sonnenwende und dann geht es schon wieder auf Weihnachten zu. Wenigstens mache ich mir keinen Stress mit Strickweihnachtsgeschenken und kann die Adventszeit einfach genießen.

 Das Wollschaf fragt:
Immer wieder kommt es vor, dass ich beim Stricken plötzlich ein Fadenende in der Hand habe, obwohl noch genug Wolle da ist – Motten! Das kann bei älteren, aber genauso gut bei noch nicht so lange abgelagerten Wollknäulen der Fall sein. Wie schützt ihr euch gegen Motten? Und wie kommen die in die Wolle? Kann es sein, dass das Material schon im Laden befallen wird? Und entsorgt ihr die Wolle und das angefangene Strickstück sofort, oder strickt ihr einfach weiter?
Vielen Dank an Anja für die heutige Frage!

In meiner eigenen Wolle hatte ich bisher noch keine Motten - allerdings habe ich kürzlich eine in einem Raum gesehen, in dem auch Wolle aufbewahrt bin und bin gleich panisch in den Drogeriemarkt gerannt, um Mengen von Mottensäckchen zu kaufen. Die habe ich in den Wolltruhen großzügig verteilt und hoffe, dass damit gut ist. Mein Umweltgewissen erhebt zwar Einwände, aber die Wolle ist wichtiger.
Vor einigen Jahren habe ich mal Wolle von einer Freundin, deren Gewissen stärker ist, zu Socken verstrickt. Das brüchige Garn habe ich mit einem anderen Garn in Ringeln kombiniert. Kürzlich habe ich die Socken an ihren Füßen gesehen, ohne Löcher - scheint also nichts weiter passiert zu sein.
Wie die da rein kamen? Von draußen, denke ich. Kann schon sein, dass auch mal schon der Hersteller oder Laden ein Problem hat. Besonders, wenn die Vorräte nicht regelmäßig an's Licht kommen.

Und wenn ich plötzlich bei eigener Wolle ein Fadenende in der Hand hätte, würde ich das komplette Restgarn zu Strängen wickeln, um zu gucken, wieviel Schaden besteht. Wenn es nicht so schlimm ist, würde ich die Stränge und das schon gestrickte Stück waschen und weitermachen.




Montag, 13. Mai 2013

Grüne Heilpflanzen in Andalusien und grüne Wolle für Portulaca-Cardigan - vielleicht

Noch ein Nachtrag zu Andalusien:
Fast mehr noch als für die römischen Überreste konnte ich mich für die vielen Heilpflanzen begeistern. Ich habe ja schon vor zehn Jahren eine einjährige Heilpflanzenausbildung gemacht und kenne mich ganz gut aus. In Ocuri blühte der Salbei und er und Schachtelhalm wuchsen fast hüfthoch. Außerdem gab es Frauenmantel, blutroten Mohn, Fenchel, Spitz- und Breitwegerich und noch viel, viel mehr. Die reinste Apotheke.

Am Samstag habe ich mir bei Tolle Wolle in Nürnberg einen Probeknäuel Lang Yarns Donegal für den Portulaca Cardigan gekauft. Gerade habe ich die Maschenprobe ausgemessen und stelle zu meiner Erleichterung fest, dass sie nicht passt. Verlangt werden 18 M auf 10chm und ich habe 21, wennn ich mit 3er-Nadeln eng stricke und 19, wenn ich ganz locker stricke. Erleichtert bin ich, weil ich die Maschenprobe selbst zwar sehr schön und lebendig finde, das Garn selbst aber anstrengend zu verstricken, unregelmäßig und dafür zu teuer (€ 7,50 für 50 Gramm).




Genialer Gedanke: Vielleicht stricke ich diese Jacke aus meiner selbstgesponnenen Wolle!? Zumindest die Farbe stimmt - Grün!

Sonntag, 12. Mai 2013

Andalusien - Fortsetzung

Über den Brückentag waren wir auf einer Hochzeit in Nürnberg und prompt habe ich ein Probeknäuel Wolle bei Tolle Wolle gekauft und noch auf dem Rückweg im Zug eine Maschenprobe gestrickt.
Aber eigentlich wollte ich noch mehr von Andalusien erzählen. Wir wollten ein Stück eines alten Römerweges nochmal laufen und weitere römische Hinterlassenschaften besichtigen.


 Hier ein gut erhaltenes Stück des römischen Weges zwischen Benaocaz und Ubrique



Das untere Gebäude (Mausoleum?) von Ocuri, an der modernen Straße zwischen Ubrique und Benaocaz. Hinterher haben wir vor der kleinen Wirtschaft "La Venta de Ocuri" in der Sonne gesessen, den großartigen Ausblick in drei Himmelsrichtungen genossen und uns vom netten Wirt mit kleinen, feinen Köstlichkeiten aus der Gegend versorgen lassen.

Amphitheater von Ronda la Vieja (Acinipo). Bessere Bilder mit mehr Sonne finden sich im Netz.

Als Einstieg in das Römerthema waren wir am Anfang der Reise im archäologischen Museum in Sevilla und haben die von den Ausgrabungsstätten gesicherten Mosaike angeschaut und auch dieses kleine Modell eines Webgestells plus Spindel und Rocken gesehen:

Die Ergebnisse des modernen Spinnens sehen in Spanien heute so aus:
Kurzwarenladen in Jerez

Die Inhaberin eines kleinen Garnladens in El Burgo und ihre Freundin/Kundin verarbeiten diese Garne aber mit Begeisterung:
Leider hängt der Bändel der Kamera im Bild, sorry