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Mittwoch, 29. April 2020

Aus gegebenem Anlass

Aus verschiedenen Gründen habe ich schon lange, lange nicht mehr geschrieben. Und handarbeitsmäßig lief auch nicht soo unglaublich viel. Ich habe zwar als Weihnachtsgeschenk einen schönen Männerschal gestrickt, aber z.B.das schon lange versprochene Dreiecktuch habe ich der Stiefmutter gestern geschickt: Es ist immer noch nicht fertig und da ihr Garten inzwischen tipp-topp ist, hat sie Zeit und Lust, es selbst fertig zu machen.

Aus Verliebt, verstrickt, verheiratet. Faltet sich beim Tragen dekorativ zusammen. Alpacagarn von Online, glaube ich

Ansonsten habe ich den Rock aus dem letzten Post tatsächlich in der Oper angehabt. Für einen Weihnachtsball habe ich mir einen weiten Rock mit Kellerfalten aus moosgrünem Taft genäht. Er ist erst zur Eröffnungsuhrzeit des Balls fertig geworden, so dass wir etwas zu spät kamen.... Auch dazu trug ich ein gekauftes Oberteil aus Spitze und hatte sogar ein zweites zum Wechseln dabei.
Im November ging dann noch meine geliebte Brother-Nähmaschine unrettbar kaputt und ich musste mich sortieren und eine neue bestellen.
Im Januar und Februar hat sich nicht viel getan, aber Mitte März habe ich schon mit dem Nähen der ersten Masken für mich und die Lieben angefangen und sie auch getragen. Damals gab es noch keine deutsche Anleitung außer der der Essener Feuerwehr und ich habe ein koreanisches Schnittmuster über Youtube benutzt. Diese erste hellrosa Probe-Maske oder ihren Zwilling, mit Slots zum Einsetzen eines Hepa-Filters, trage ich immer noch am liebsten.
Inzwischen sind noch Strick-und Häkelmodelle, gefüttert oder ungefüttert dazu gekommen. Teils nach englischen, teils nach deutschen Anleitung.



Weil mich das langweilt hatte, habe ich ein Paar Tabi-Socken toe-up nach Maß begonnen. Ohne Fuß darin sehen sie total skurril aus, aber sie passen tatsächlich wie angegossen. Leider reichen in dieser Größe 100 Gramm nicht mehr und das Stricken artet auch in Arbeit aus.

Linke Socke: Oben links das Teil für den großen Zeh, darunter das für die restlichen Zehen. Für mehr Schaft gab es kein Garn, aber die Socken sind zum Tragen in Flip-Flops gedacht, also eher sommerlich leger.

Ende März-Anfang April war in der Hamburger Wollfabrik Sonderverkauf und ich habe die Gelegenheit genutzt, für zwei Bikinihosen (eine gekauft, die andere noch in Stoffform) passendes Garn zu bestellen Und zwar Garn, das farblich zu beiden Hosen passt. Schon letzten August hatte ich zwei Stoffpröbchen hingeschickt und diese Garnproben zurück bekommen.



Letzte Woche ist das Garn eingetroffen und ich habe angefangen, den Sport and Evening Bra von Lori Monaco aus The Urban Knitter zu stricken.
Fotos folgen!

Sonntag, 16. September 2018

Wenn frau weiß, was sie will, ist es gut...

Ich weiß es mal wieder nicht, deshalb wird nicht weiter gemacht und auch nicht gebloggt. Und ich verstehe jede, die lieber Blogs über sonnig vollendete und perfekte Projekte liest. Hier wird mehr dramatisiert. A propos: Eine Bekannte meinte: "Ist auch eine Frage der Haltung" - was für ein blöder Spruch!! Meine Haltung ist jedenfalls unschlüssig:
Soll das Chanel-Jäckchen lieber gehäkelte Ärmel wie der Leib bekommen oder lieber dünnere, gestrickte, die nicht so auftragen und direkt angestrickt werden können?


Original-Häkelmuster

Oder:

Gestrickter Leinenstich
Um der Frage auzuweichen, habe ich angefangen, ein Paar Socken zu häkeln. Eigentlich wollte ich stricken, aber ich stricke so locker, dass 48 Maschen für die anvisierte Größe 42/43 gereicht hätten und die Strümpfe nicht schön geworden wären. Mit dünneren Nadeln wäre es nur eine gelenkebelastende Quälerei geworden, also habe ich mich auf die Alternative besonnen und das Ergebnis gefällt mir ganz gut. Wirkt auf dem Foto etwas plump, sitzt aber nett am Fuß. Anleitung aus Gehäkelte Trend-Socken von Bärbel Born.

Ferse wird nachträglich eingehäkelt, evtl. in Uni-Blau

Jetzt habe ich wieder richtig Lust auf Socken! Einige Knäuel schöne Sockenwolle sind auch noch im Vorrat.

Der Drift-Cardigan ist auch on hold: Den Ärmel habe ich gleich nach dem letzten Post aufgezogen (ohne zu Heulen) und ich bin schon wieder genauso weit mit einem viel besseren Ärmel, der auch schöner eingestrickt ist. Bloß habe ich den Cardigan mal übergezogen und er kam mir so klein und eng vor... Da muss eine richtig fette Blende im Perlmuster an Saum und Ausschnittkanten!

Beim Stöbern in der Buchhandlung habe ich übrigens einige hilfreiche Bemerkungen zu  den ständigen Unschlüssigkeiten und Unzufriedenheiten mit den eigenen Werken gefunden. U.a., dass frau sich nicht so in den Perfektionismus verbeißen sollte. Leider sind sie in einem 25 €-teuren Buch Wohlfühlmode aus Jersey von Tilly Walnes enthalten. Tolle Schnittmuster habe ich genug und deshalb bin ich unschlüssig, ob ich für Psycho-Tipps so viel Geld ausgeben will.... Ich glaube, ich mache einen Anschaffungsvorschlag bei der Stadtbibliothek.

Mittwoch, 28. März 2018

Farbverlaufsgarn färben mit Ostereier-Farben im Slow Cooker

Beim Stöbern auf Pinterest und Youtube bin ich letzte Woche auf das Färben mit Ostereierfarben im Kochtopf gestossen. Bestechend, dass das Lebensmittelfarben sind, frau also nicht erst im Keller die Färbe-Ausrüstung zusammensuchen muss!
Bin gleich in den Drogeriemarkt gegangen und habe Farben besorgt.

 
Bei der oberen Express-Sorte gefiel mir, dass es Pflanzenfarben sind, das schien zu meiner naturfarbenen, selbst gesponnen Texel-Wolle zu passen und das Ergebnis sehr naturverbunden werden zu lassen. Zwei fette Cakes hatte ich noch und habe einen in Apfelessig beizen lassen und dann in den Slow Cooker gesetzt.

Der umgekehrte Deckel soll sanft runterdrücken


In die Mitte des Cakes kamen ein paar blaue Farbtabletten von den Kaltfarben unten im Foto, nördlich und südlich davon je eine rote und westlich und östlich je eine gelbe.

Leider, leider verlief es danach nicht mehr nach Plan. Hauptsächlich, weil ich mittendrin dachte, ich sollte mal auf den Cake drücken, damit er sich auch wirklich ganz vollsaugt. Das hat aber leider die blaue Farbe aus der Mitte rausgespotzt und die Farbe wurde ein fast durchgehendes fahles Grün. Trotz Kaltfarbe habe ich natürlich den Cooker ein Stunde warm laufen lassen, so dass sich die Farben auch schön miteinander vermischen konnten....

Enttäuscht und entmutigt habe ich dann den zweiten, auch gebeizten Cake mit dem Blau, dem Gelb und dem Grün aus den Express-Pflanzenfarben gefärbt. Die Farbe kommt flüssig in einer kleinen Kammer, damit hätte ein Farbverlauf eh nicht richtig funktioniert. Diese Färbung ist viel leuchtender geworden, aber auch nicht tragbarer für mich.

Im Vordergrund die Kaltfarben, im Hintergrund die Express-Farben
Probiere ich das nochmal? Erstmal nicht. Und was mache ich jetzt aus der Wolle? Im Zweifelsfall wieder ein einfaches Dreiecktuch aus abwechselnd eine Reihe leuchtend, eine Reihe fahl. Und das gebe ich dann an die Kleiderstube.

Die Färberei macht Spaß, aber die Ergebnisse überzeugen selten so wirklich, finde ich. Und das habe ich schon bei den Youtube-Videos gedacht. Jetzt verstehe ich auch, warum da hauptsächlich Sockengarn gefärbt wird: Schliesslich muss das Ergebnis nicht perfekt oder auch nur halbwegs schön sein. Sieht eh niemand in den Schuhen. Nur doof, dass ich nicht so unglaublich gerne Socken stricke. Aber vielleicht aus diesem Garn Socken und doch kein Tuch? Auf jeden Fall würden Socken schnell fertig und sehr warm.

À propos: Das erste gesprenkelte Tuch ist fast fertig und ich finde es perfekt! Nichts mit Kleiderstube!
Vier Knäuel Rico Fashion Colour Pop à € 2,49 - was will frau mehr?  Der Katze gefällt es auch


Montag, 14. August 2017

Aufgearbeitet

Die Spiralsocken machen Fortschritte. Einerseits langweilen sie mich endlos, andrerseits sitzt mir die Angst im Nacken, dass das Kind schon aus ihnen rauswächst und wiederum andrerseits geht es eigentlich ganz schnell, wenn ich es mal mache.

Ganz schnell gingen auch zwei Dinge, die schon länger herum lagen und jetzt endlich fertig gemacht sind.
Ein Rock, den ich vor einem Jahr geplant hatte und bei dem zu meiner freudigen Überraschung nur noch der Bund fehlte. Wurde gestern genäht:

A-form + ungefüttert + Tunneldurchzug = unkompliziert


Weiterhin wurden endlich drei Markisenstoffe aus einem Butinette-Paket verarbeitet, die auch schon mindestens ein Jahr auf das Machen warteten. Der Liebe Mann war vom Rosa nicht begeistert, aber jetzt im Sommer ist seine Toleranz gestiegen:

Die Befestigung mit Kabelbindern und Haken ist nicht so schön und wird nächstes Jahr verbessert

Habt ihr im aktuellen SPIEGEL das Interview mit Frank Trentmann über sein Buch mit dem Titel "Die Herrschaft der Dinge gelesen"? Er fragt dabei, wer eigentlich noch seine Socken stopft und ich kann sagen, zum Beispiel ich:




Donnerstag, 3. August 2017

An Spiralsocken in Baby-Größe gescheitert.... aber Wandersocken in der Planung

Es ist kaum zu glauben, aber ich habe die Söckchen für den Neffen viermal angefangen, bin jetzt bei der Hälfte des Ersten und werde ihn wieder aufribbeln.
Bei drei Malen war der Anschlag zu eng, dann hat mir die Aufteilung für die Spiralung nicht gepasst und bei dieser Socke kommt beides zusammen:


















Dabei habe ich extra einen Spezialanschlag nochmal bei Makerist angeguckt etc. Echt peinlich.
Der Junge hat am Sonntag ersten Geburtstag und es ist mal wieder klar, dass ich für Arbeiten mit Deadline nicht gut geeignet bin.
Dummerweise waren wir am Wochenende in einer anderen Stadt (Nürnberg) und ich hatte ein paar Stunden alleine und bin müßig durch die Geschäfte gestreift. Dabei habe ich das Buch Wandersocken stricken von Ewa Jostes entdeckt - und gekauft natürlich. Wandersocken haben eine verstärkte Sohle, die raffiniert mit zwei Fäden gestrickt wird. Genau die Art Herausforderung, die mir Spaß macht.
Zwei Rezensentinnen bei Amazon schreiben, die Anleitungen wären uralt. Für mich nicht. Und ein neuer, guter Hinweis, wie frau einen superlockeren Anschlag macht, steht auch drin. Toll!
Als Fingerzeig des Schicksals hatte ich schon am selben Morgen beim Discounter eine Großpackung Sockenwolle gekauft. Daheim gehe ich nie in einen Discounter. Aber in der Nähe der Ferienwohnung gab es halt nur diesen Lebensmittelladen. Das Strickzeug mit dem Babysocken hatte ich übrigens daheim vergessen......


Montag, 25. November 2013

Es ist nicht so, als ob hier nicht mit Nadeln gearbeitet würde

Vor einer Woche habe ich zwei Paar Cubics Nadelspiele gekauft (rechteckiger Querschnitt, 15cm und 20cm) und innerhalb von drei Tagen ein Paar Strümpfe für mich (Schuhgröße 40) gestrickt. Zwar aus dem extra-dickem Sockengarn (Quick Socks von Wolle Roedel) der aufgeribbelten Notebooktasche, aber trotzdem ist das für mich ein absoluter Rekord. Und dank der Cubics-Nadeln ohne Schmerzen hinterher! Ich bin ganz begeistert. Als nächstes bekommt der Liebe Mann ein Paar Socken, dann bin wieder ich dran.
Schwierig zu fotografieren und nach dem bevorzugten Rezept

Weiterhin habe ich die Jacke für ihn fertig gestrickt bis auf die Blenden, an denen ich im Moment bin.
An der linken Schulter ist eine falsche Verzopfung :-(
Von der blauen Wolle ist noch recht viel übrig. Hätte ich doch -nachdem das erste Paar Ärmel weg war- die Farben anders aufteilen sollen? Zu spät, mich jetzt zu ärgern...

Ich werde einen Reißverschluss einnähen und stricke gerade die erste von vier Blenden dafür:
Ich will italienisch abketten und bin genau vor der abschließenden Reihe
Ich kann es kaum fassen, dass ich end-lich so weit bin. Der Abschluss dieser Jacke wird ein Loch in meinem Leben hinterlassen! (Aber das wird sich auch schnell wieder füllen....).

Abends sitze ich öfter mal am Spinnrad, höre ein Hörbuch und bin tatsächlich mit den schwierigen Fasern weiter gekommen und nun an der zweiten Hälfte.
Genau die Hälfte der Fasern sind hier drauf.
Es läuft ganz gut und ich erkenne, dass auch Spinnen eine Frage der Übung ist und ich langsam besser werde! Nach dem Verzwirnen wird gefärbt, ob mit noch vorhandenen Pflanzenfarben oder mit erst zu kaufenden Industriellen habe ich noch nicht entschieden.

Nähen liegt leider etwas brach. Ein Jumper-Kleid ist schon seit Wochen zugeschnitten, wird aber ignoriert.


Dienstag, 12. November 2013

Die verstrickte Dienstagsfrage 46/2013 - definitv Schema F

Heute grub das Wollschaf eine alte Frage von 2005 aus dem Archiv:
Hast Du für Dich die ultimative Socke gefunden?
Und strickst Du sie immer nach dem Schema F? Das heißt - nach welcher Tabelle, mit welcher Ferse, mit welcher Spitze? Immer das gleiche oder variierst Du?


Wenn ich in der ersten Jahreshälfte 2005 geantwortet hätte, so hätte ich geschrieben, dass ich vom Bündchen nach unten stricke mit einer klassischen dreiteiligen Fersenkappe und einer Bandspitze. Und dass ich praktisch keine Socken stricke, weil ich es eher doof und langweilig finde und die fertigen Socken spießig.
Aber ungefähr in der Mitte dieses Jahres entdeckte ich Bine Bröhls Übersetzung von Wendy's Toe-Up Sock Pattern mit Bumerangferse und strickte im August 2005 mein erstes Paar auf diese Weise. Von da an habe ich so viele Socken gestrickt, bis ich das perfekte Paar für mich hatte und dann wieder so ziemlich das Interesse verloren.
Das perfekte Paar nach Schema F beginnt also toe-up mit Beilaufgarn-verstärktem Garn aus einer Luftmaschenkette. Zum Spann hin werden seitlich ein paar Maschen zugenommen, dann kommt eine wieder mit Beilaufgarn-verstärkte Bumerangferse und schließlich ist der Schaft mindestens genauso viele Runden hoch wie zwischen Zehen- und Fersenteil sind.
Muster gibt es nicht, am besten finde ich glatt rechts oder Fußrücken und Schaft gerippt. Für Socken benutze ich gern selbstmusterndes Garn, was ich für alles andere gar nicht schön finde. Für irgendwann in der Zukunft habe ich aber auch die "In 80 Socken um die Welt"-Hefte.
Ich stricke Socken immer parallel, evtl. aus einem Knäuel von der Mitte und von außen gleichzeitig. Erst vom ersten Socken den Zehenbereich, dann vom zweiten. Dann wieder vom ersten bis zur Ferse ungefähr, dann vom zweiten. So vergesse ich nicht, was ich beim ersten gemacht habe und bin ungefähr gleichzeitig fertig. Und außerdem kann ich das Garn bis zum letzten Zentimeter ausnutzen. Naja, das ist nun auch spießig....