Mittwoch, 1. Februar 2012
Schnell noch ein MMM-Bild
Dies ist ein Lieblingsröckchen, das ich dauernd anhabe, Stoff und Futter sind von Lasik in Paris, glaube ich, als ich zu sparsam war für einen echten Liberty-Stoff. Schnitt ist Standard-A, selbst vermaßt. Oberteil ist gekauft. (Schwanger bin ich nicht).
Sonntag, 29. Januar 2012
Ohne Wolle aus dem September-Urlaub zurück (erst im Januar veröffentlicht)
Wir hatten vom hiesigen Winter genug und wollten noch mehr von Peru sehen, so dass wir für knapp drei Wochen eine Rundreise mit Flieger, Leihauto und Überlandbus in den Norden Perus unternommen haben.
Wir waren in allen drei Landesteilen, die jedes Schulkind nennen können muss: Costa (Küste), Sierra (Hochland) und Selva (Amazonas-Urwald). Woll-Verarbeitung gibt es nur im Hochland. Ich habe mehrere
Frauen gesehen, die Gehen mit einer Fussspindel spannen, bzw. gekauftes Garn stärker verzwirnten.
Ich nehme an, zum Häkeln oder Weben, denn ich sah kaum jemanden stricken, aber viele Frauen (nie Männer) allein oder zu mehreren am Straßenrand sitzen und häkeln. Meist fröhliche, bunte Kissenbezüge oder Schals.
Ich hätte gerne etwas gekauft, denn die Armut war stets fühlbar. Aber ich konnte mich auch nicht überwinden, etwas zu erstehen, was mir eigentlich nicht gefällt. Wir haben nach Spinnfasern gefragt, aber es gab keine zu verkaufen.
Wir waren in allen drei Landesteilen, die jedes Schulkind nennen können muss: Costa (Küste), Sierra (Hochland) und Selva (Amazonas-Urwald). Woll-Verarbeitung gibt es nur im Hochland. Ich habe mehrere
Frauen gesehen, die Gehen mit einer Fussspindel spannen, bzw. gekauftes Garn stärker verzwirnten.
Ich nehme an, zum Häkeln oder Weben, denn ich sah kaum jemanden stricken, aber viele Frauen (nie Männer) allein oder zu mehreren am Straßenrand sitzen und häkeln. Meist fröhliche, bunte Kissenbezüge oder Schals.
| Aus dem Auto heraus fotografiert |
| Der vordere Teil des Webstuhls ist am zweiten Hausbalken eingehängt |
| Verkaufstheke für Handarbeiten in einem Restaurant - Gehäkeltes verziert auch den Sitz des Stuhls |
Donnerstag, 26. Januar 2012
Fünf Monate später
Est tut mir leid, dass ich so lange nichts geschrieben habe. Aber ich habe mich einsam und unglücklich gefühlt und war damit beschäftigt, wie es weitergehen soll. Durchhalten und hier bleiben oder mutig einen Schritt tun und nach Deutschland zurückkehren? Nach heftigen inneren Kämpfen habe ich mich dann entschlossen, auch ohne meinen Mann nach Hause zu fahren. Aber kurz nach diesem Entschluss bekam er hier einen neuen Vorgesetzten und seine Arbeitsbedingungen änderten sich so zum Negativen, dass er nun selbst weg will. Was für eine Erleichterung. Also fliege ich Ende März zurück in meine Stadt. Durch einen unglaublichen Glücksfall wollen die Mieter unserer Wohnung in Deutschland zum 1. April umziehen, so dass alles wunderbar passt. Seit dieser Entwicklung schwebe ich wie auf Wolken vor Glück!
Meinem Glück förderlich ist der Sommer, der hier endlich angekommen ist. Es ist sonnig und mit über 30 Grad auch heiss, so dass wir an den Wochenenden an's Meer fahren.
Nadeltechnische Fortschritte: Die Jacke für meinen Mann ist fast fertig, ich bin dabei, das Bündchen (der Leib ist von oben nach unten gestrickt) italienisch abzuketten und suche gerade dafür eine dicke Nadel. Wie ich den Reissverschluss einnähen soll, ist mir noch nicht klar. Soll ich ihn einfach zwischen den Randmaschen der Vorderteile einnähen oder noch eine Blende anbringen? Und wenn ja, wie? Die von Stephanie van der Linden und Hanna Jaacks empfohlenen quer gestrickten Blenden überzeugen mich nicht. Wahrscheinlich umhäkele ich die Kanten mit Kettstichen und fasse dabei den Reissverschluss mit, in dem ich vorher die Einstichstellen markiere, wie in diesem Interweave Video gezeigt: http://www.youtube.com/watch?v=RnNFOQucals
Die Jacke aus der Schnäppchen-Wolle ist längst fertig und gefällt mir gut.
Die Reste reichen vermutlich noch für ein Spaghettiträger-Top zum Drunterziehen.
Meinem Glück förderlich ist der Sommer, der hier endlich angekommen ist. Es ist sonnig und mit über 30 Grad auch heiss, so dass wir an den Wochenenden an's Meer fahren.
Nadeltechnische Fortschritte: Die Jacke für meinen Mann ist fast fertig, ich bin dabei, das Bündchen (der Leib ist von oben nach unten gestrickt) italienisch abzuketten und suche gerade dafür eine dicke Nadel. Wie ich den Reissverschluss einnähen soll, ist mir noch nicht klar. Soll ich ihn einfach zwischen den Randmaschen der Vorderteile einnähen oder noch eine Blende anbringen? Und wenn ja, wie? Die von Stephanie van der Linden und Hanna Jaacks empfohlenen quer gestrickten Blenden überzeugen mich nicht. Wahrscheinlich umhäkele ich die Kanten mit Kettstichen und fasse dabei den Reissverschluss mit, in dem ich vorher die Einstichstellen markiere, wie in diesem Interweave Video gezeigt: http://www.youtube.com/watch?v=RnNFOQucals
Die Jacke aus der Schnäppchen-Wolle ist längst fertig und gefällt mir gut.
Die Reste reichen vermutlich noch für ein Spaghettiträger-Top zum Drunterziehen.
Mittwoch, 17. August 2011
Bilder vom Fashion district von Lima, Gamarra
Gestern war ich mit meiner Nachbarin Katia, der Shopping-Königin mal wieder in Gamarra, dem Mode- und Schneiderzentrum von Lima. Der eigentliche Stadtteil ist eingezäunt, d.h. die Straßen sind mit Gittern versperrt und überalll stehen Sicherheitsleute. Meine andere Nachbarin Ruth meint, wenn ich mich ausserhalb dieses Bereichs bewegen würde, wäre ich "sofort nackt", also bis auf die Haut beklaut. Weitere Kritikpunkte sind der Dreck und der heftige Geruch nach altem Fleisch, aber ich will eigentlich nicht nur meckern. Schliesslich gibt es wunderbare Stoffe und schöne Wolle plus Knöpfe, Einlagen etc. für Sparpreise. Kleidung auch, aber nur für kleine Größen.
Das Auto muss auf einen bewachten, eingezäunten Parkplatz, sonst sind später die Radabdeckungen weg.
Bei Sonne sicher ein netter, kleiner Park. Leider ist halt gerade Winter und es ist bedeckt, kühl und feucht.
Eine der beiden Haupteinkaufsstrassen. Rechts und
links sind Läden mit Unterwäsche, Sportkleidung
und Mode.
Stoffboutique. Eine von vielen in einem dreistöckigen Kaninchenbau von Haus voller solcher Läden.
Der Nachbarladen, auf Stoffe für festliche Mode spezialisiert.
Tolle Auswahl, oder?
Einfacheres Geschäft.
Sorry, kein gutes Bild. Ich hätte zu gerne die Kartenlegerin mit ihrer Kundin fotografiert, dachte aber nicht, dass die Beiden zustimmen.. So sind es halt nur Marktstände ausserhalb des Zauns geworden. Es gibt Essen, Gemüse, Schuhe, schwarz-kopierte Filme etc. etc.
"Drogerie"; hier gibt es hauptsächlich chinesische, aber auch peruanische Naturmedizin.
Keine Obstsäfte, sondern Pflanzenauszüge für jeden Zweck und gegen jede Krankheit. Ich habe einen Hustensaft gekauft.
Wollgeschäft. 99 Prozent des Angebots entsprachen nicht meinem Geschmack, aber es gab auch eine wunderschöne Alpaka-Wolle in tollen Farben.
Ich habe es geschafft, ohne Wolle und nur mit Stoff für einen Rock aus Gamarra zu kommen. Und mit meiner Kleidung am Leib.
Leider hat heute die Nähmaschine schlapp gemacht. Das Licht geht, aber sie will nicht nähen. Ich denke, die Feuchtigkeit macht ihr zu schaffen.
Das Auto muss auf einen bewachten, eingezäunten Parkplatz, sonst sind später die Radabdeckungen weg.
Bei Sonne sicher ein netter, kleiner Park. Leider ist halt gerade Winter und es ist bedeckt, kühl und feucht.
Eine der beiden Haupteinkaufsstrassen. Rechts und
links sind Läden mit Unterwäsche, Sportkleidung
und Mode.
Stoffboutique. Eine von vielen in einem dreistöckigen Kaninchenbau von Haus voller solcher Läden.
Der Nachbarladen, auf Stoffe für festliche Mode spezialisiert.
Tolle Auswahl, oder?
Einfacheres Geschäft.
Sorry, kein gutes Bild. Ich hätte zu gerne die Kartenlegerin mit ihrer Kundin fotografiert, dachte aber nicht, dass die Beiden zustimmen.. So sind es halt nur Marktstände ausserhalb des Zauns geworden. Es gibt Essen, Gemüse, Schuhe, schwarz-kopierte Filme etc. etc.
"Drogerie"; hier gibt es hauptsächlich chinesische, aber auch peruanische Naturmedizin.
Keine Obstsäfte, sondern Pflanzenauszüge für jeden Zweck und gegen jede Krankheit. Ich habe einen Hustensaft gekauft.
Wollgeschäft. 99 Prozent des Angebots entsprachen nicht meinem Geschmack, aber es gab auch eine wunderschöne Alpaka-Wolle in tollen Farben.
Ich habe es geschafft, ohne Wolle und nur mit Stoff für einen Rock aus Gamarra zu kommen. Und mit meiner Kleidung am Leib.
Leider hat heute die Nähmaschine schlapp gemacht. Das Licht geht, aber sie will nicht nähen. Ich denke, die Feuchtigkeit macht ihr zu schaffen.
Donnerstag, 4. August 2011
Autos von meinem Fenster aus
Wir durften mein Auto -einen Mexiko-Käfer mit Baujahr 1995- nicht nach Peru mitbringen, da Autos, die älter sind als 15 Jahre, nicht importiert werden dürfen. Das verhindert, dass uralte Gurken die eh schon schlechte Luft verpesten. Also hat mein Mann ein kleines Elektro-Auto gekauft und importiert. Das ist es:
Und das sind die Autos der Nachbarn:
Kann unseres nicht gegen anstinken, oder? Im wahrsten Sinne des Wortes...
Und das sind die Autos der Nachbarn:
Kann unseres nicht gegen anstinken, oder? Im wahrsten Sinne des Wortes...
Mittwoch, 3. August 2011
Parallel-Projekt (eines von mehreren...)
Hier ist es kühl und regnerisch. Unsere Kleidung wird ohne Wäschetrockner erst gar nicht trocken und ist nach wenigen Stunden auf dem Bügel schon wieder klamm und muffig. Leder fängt an zu schimmeln. Wie kein Haus hier hat auch unseres keine Zentralheizung und wir bewegen zwei kleine Gasöfen auf Rädern und einen kleinen Heizlüfter immer dorthin, wo wir es gerade warm haben wollen. Ich weiss, dass das Wetter in Deutschland die letzten Wochen auch nicht schön war, aber der graue Himmel hier verstärkt Heimweh und Einsamkeit so sehr, dass ich keine Energie zum Schreiben hatte. Ich surfe viel im Internet, vergrabe mich in Büchern oder höre ein Hörbuch und stricke dabei. Im Moment gerne diese Jacke hier:
Merino-Wolle vom Italienischen Markt in Nürnberg letztes Jahr (10 oder 20 Euro für 500g) und das Muster ist von Elizzas Webseite. Sie nennt es "Sanfte Wellen" und ich finde genial, wie durch Zu- und Abnahmen das schlichte Glatt-rechts subtil zu einem interessanteren Muster verändert wird.
Wieder habe ich erst eine Maschenprobe gestrickt und mir danach die Anleitung durch den Strickrechner ausrechnen lassen. Ich habe mehrmals die Arbeit wieder aufziehen müssen, weil mir die Struktur abwechselnd zu lappig und zu steif vorkam, bis ich dann zur Nadelstärke 3,5 fand. Vermutlich wird die Wollmenge nicht ausreichen und deshalb stricke ich von oben nach unten, so dass ich einfach aufhören kann, wenn die Wolle zu Ende ist. Die Blenden und Bündchen werden dann mit einer passenden, feinen Merinowolle in Violett von Lana-Grossa ergänzt, vermutlich glatt links.
Die Ärmel sind nach Barbara Walkers Anleitung direkt eingestrickt und man sieht, dass der obere Arm bequem weit ist. Nichts schlimmeres, als wenn der Oberarm spannt, finde ich. Es wird möglichst wenig Fäden zum Vernähen geben, denn die drei Fäden, die von oben kommen (von 2 Vorderteilen und einem Rückenteil) werden direkt für das Einstricken der Ärmel und den Leib weiterverwendet.
Ansonsten habe ich einen Römö-Schnitt für mich angepasst und hoffe, dass ich damit demnächst mal anfange.
Wieder habe ich erst eine Maschenprobe gestrickt und mir danach die Anleitung durch den Strickrechner ausrechnen lassen. Ich habe mehrmals die Arbeit wieder aufziehen müssen, weil mir die Struktur abwechselnd zu lappig und zu steif vorkam, bis ich dann zur Nadelstärke 3,5 fand. Vermutlich wird die Wollmenge nicht ausreichen und deshalb stricke ich von oben nach unten, so dass ich einfach aufhören kann, wenn die Wolle zu Ende ist. Die Blenden und Bündchen werden dann mit einer passenden, feinen Merinowolle in Violett von Lana-Grossa ergänzt, vermutlich glatt links.
Die Ärmel sind nach Barbara Walkers Anleitung direkt eingestrickt und man sieht, dass der obere Arm bequem weit ist. Nichts schlimmeres, als wenn der Oberarm spannt, finde ich. Es wird möglichst wenig Fäden zum Vernähen geben, denn die drei Fäden, die von oben kommen (von 2 Vorderteilen und einem Rückenteil) werden direkt für das Einstricken der Ärmel und den Leib weiterverwendet.
Ansonsten habe ich einen Römö-Schnitt für mich angepasst und hoffe, dass ich damit demnächst mal anfange.
Dienstag, 19. Juli 2011
Ehrfurcht...
Diese Kostbarkeit, ein Majacraft Aura hat mir der Liebste zur bestandenen Heilpraktikerprüfung Ende letzten Jahres geschenkt. Im Januar war ich bei Wollinchen zum Probespinnen und Spinnrad aussuchen. Erst war sie ziemlich skeptisch, wie sich jemand ein Spinnrad aussuchen will, der noch null spinnen kann, aber sie fand mich dann ziemlich begabt und war mit meiner Wahl einverstanden. Sie meinte, es sei ein Rad für Leute, die bereit sind, etwas Neues auszuprobieren. Dass ich dieses Rad möchte, wusste ich schon, als ich das erste Mal davon las, doch sie hatte mir zuvor geraten, auf jeden Fall zu ihr zu kommen und ein paar Räder auszuprobieren.
Von meinem Wohnort im Südwesten Baden-Württembergs war es eine längere Fahrt mit Übernachtung bei Freunden in Nürnberg bis zu Wollinchen in Mantel, aber ich bin trotzdem froh, dass ich sie unternommen habe. Denn wenn ich mal nicht zufrieden mit dem Rad sein sollte, muss ich mir wenigstens nicht vorwerfen (lassen), ich wäre zu faul zum überlegten Kauf gewesen.
Jedenfalls ist das gute Stück nach mehreren Wochen Seereise von Neuseeland nach Deutschland noch originalverpackt direkt in unseren Container gezogen und nach weiteren Monaten Seereise kürzlich endlich in Lima angekommen. Und vor 3 Tagen hat es der liebe Mann (u.a. Schreiner) für mich aufgebaut. Für ihn war das nicht so exotisch, weil er auch mal ein Spinnrad plus Handkardatschen hatte und beides erst vor ein paar Jahren verschenkte. So ein Pech - damals habe ich nichts davon gewusst und habe mich noch nicht für's Spinnen interessiert. Eine Wild drumer hat er mir auch noch geschenkt, denn mein Ziel ist es, mal Art yarns zu spinnen. Aber gerade überwiegt noch oben erwähnte Ehrfurcht: Was für ein edles Stück! Hoffentlich erweise ich mich seiner würdig!
Von meinem Wohnort im Südwesten Baden-Württembergs war es eine längere Fahrt mit Übernachtung bei Freunden in Nürnberg bis zu Wollinchen in Mantel, aber ich bin trotzdem froh, dass ich sie unternommen habe. Denn wenn ich mal nicht zufrieden mit dem Rad sein sollte, muss ich mir wenigstens nicht vorwerfen (lassen), ich wäre zu faul zum überlegten Kauf gewesen.
Jedenfalls ist das gute Stück nach mehreren Wochen Seereise von Neuseeland nach Deutschland noch originalverpackt direkt in unseren Container gezogen und nach weiteren Monaten Seereise kürzlich endlich in Lima angekommen. Und vor 3 Tagen hat es der liebe Mann (u.a. Schreiner) für mich aufgebaut. Für ihn war das nicht so exotisch, weil er auch mal ein Spinnrad plus Handkardatschen hatte und beides erst vor ein paar Jahren verschenkte. So ein Pech - damals habe ich nichts davon gewusst und habe mich noch nicht für's Spinnen interessiert. Eine Wild drumer hat er mir auch noch geschenkt, denn mein Ziel ist es, mal Art yarns zu spinnen. Aber gerade überwiegt noch oben erwähnte Ehrfurcht: Was für ein edles Stück! Hoffentlich erweise ich mich seiner würdig!
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