Montag, 18. Juli 2011

Nähmaschinenkäufe

Nein, nein, ich habe mir keine Nähmaschine gekauft, aber eine Lampe und ein Tischchen: 
Meine liebe Nachbarin Katia und ihre Kusine Regina haben mich nach Miraflores (den Touri-Stadtteil von Lima) zum Shoppen mitgenommen; Katia suchte Schmuck mit Grün passend zum Kleid, das sie demnächst auf einer Hochzeit tragen wird, Regina ist eine Shopping-Königin und kennt die besten Läden. Erst haben wir einen Inka Market gründlich durchstöbert, dann sind wir weiter gezogen in die Antiquitätenläden. In einem Laden, dem ich von außen keine Chance gegeben hätte, hat sie schließlich ganz besondere Stücke gefunden. Schon im zweiten Laden habe ich mich in diese Lampe verliebt. Sie wurde ohne den Schirm verkauft, aber glücklicherweise haben wir diesen, wunderbar Passenden in Lima dabei. Sein eigentlicher Fuß ist in Deutschland geblieben, denn die Stehlampen passten am Schluss nicht mehr in den Container.
Sofa nicht unseres!
Derselbe Laden hatte auch dieses Tischchen: Ich bin total happy, so eins habe ich schon länger gesucht, und der „Domestic“-Ständer und die Holzplatte gefallen mir viel besser als das häufigere „Singer“ mit Marmorplatte. Die Preise waren auch völlig im Rahmen und Katia und Regina haben die Inhaberin noch frech runtergehandelt.
Nach einigen Umwegen durch die Stadt sind wir noch zu Katias Schneiderin, die ihr das erwähnte Kleid näht und eine Anprobe brauchte. Das ist hier ziemlich üblich und kann, muss aber nicht, auch sehr günstig sein. Bei diesem Kleid war es bereits Katias zweiter Versuch, etwas Exklusives und perfekt Passendes zu bekommen. Ihre erste Schneiderin verlangte zwar nur 160 Soles (40 Euro), aber das Kleid und auch ein Rock waren zu eng. Auch die zweite Schneiderin hat eine Tendenz, zu eng zu nähen. Merkwürdig! Das zweite Kleid hat einen raffinierteren Schnitt und die Schneiderin verlangt 160 Dollar. Mich hat das erst mal abgeschreckt, denn wenn ich Kleidung haben will, die nicht perfekt passt, kauf ich mir irgendwas oder gebe mir keine Mühe beim Nähen! Wir waren fünf Stunden in der Stadt unterwegs und ich war schließlich völlig fertig - dabei musste ich nicht mal Auto fahren. Lima ist sehr anstrengend, auch wenn man sich zwischendurch mit Churros mit Schokolade stärkt.

Die Stoffe haben wir übrigens bei einer Tour in den „Garment district“ von Lima, Gamarra gekauft. In Peru haben einige große Marken ihre Fabriken und so gibt es dort die Originalware zu günstigen Preisen, z.B. H*lf*ger, La_Coste und Abercromb*e & F*nch.
Aber das Beste ist natürlich das Angebot an Stoffen und Zubehör. In Häusern, die von außen gammeligen, ungezieferverseuchten Höhlenbauten ähneln, gibt es eine kleine, etwas zimmergroße Stoffboutique neben der anderen, die reinsten Paradiese. Und um die Ecke dann Läden mit Borten und Knöpfen. Aber eher Standardware, nichts wirklich Ausgefallenes. Keine Einzelschnitte, nur ein mobiler Stand mit Nähzeitschriften. Keine Patchworkstoffe, keine Nähbücher. Ich habe gefragt, Einzelschnitte gibt es nirgendwo zu kaufen.
Auch Wollgeschäfte gibt es, auch hier eher die Standardqualitäten, nichts Ausgefallenes. Gestrickt wird hier übrigens eher für den Lebensunterhalt denn als Hobby.
Leider, leider ist Gamarra für seine Diebstähle bekannt, Handtasche und Geldbeutel, gar Kreditkarten darf man dorthin nicht mitnehmen, nur Bargeld in der Hosentasche. Keinen Goldschmuck, keine teure Uhr. Und natürlich keine teurere Kamera. Sobald ich meine nicht-digitale, alte Kamera wieder gefunden habe, werde ich aber Bilder nachreichen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen