Donnerstag, 1. September 2016

Rentrée

Ein wunderbares französisches Wort für den Schulanfang nach den Sommerferien. In Frankreich und auch Spanien wichtiger als Neujahr im Sinne von Jahresanfang.
 Hier auch sehr passend, denn ich fange die Kosmetikerin- und die Fußpflegeausbildung an, um meine Heilpraxis neu auszurichten.
Die letzten acht Wochen war ich zur Hälfte im Urlaub -wo ich diese Idee bekam- und zur Hälfte im Trubel des Lebens.
Drei Jacken wurden übrigens (fast) fertig gestellt:



Brioche Basic aus Ann Budds Buch Top-Down Sweaters. Leider trägt sie sehr unschmeichelhaft auf und der Ausschnitt ist für eine Frau nicht tief genug. Deshalb habe ich sie dem Lieben Mann verehrt.
Aus in Lima gekaufter Baumwolle, die genau gereicht hat.



Cleanes Jäckchen II. Mit dem Strickrechner von www.fully-fashioned.net ausgerechnet und von unten nach oben gestrickt. Da ich un-be-dingt Ärmel und Leib als Passe stricken wollte und nicht einzeln, wurde es am Ende ein ziemliches Gewurschtel. Leider etwas zu klein, muss auf schlankere Zeiten warten. Ob die Fäden bis dahin vernäht werden? Eher nicht. Garn ist Cotton Merino von Lanade.



Der kleine Faden ist wirlich der letzte Rest Garn. Allerdings überlege ich noch, die Ärmel zu kürzen.

Cleanes Jäckchen I. Nach derselben Anleitung von oben nach unten umgedacht. Der Ausschnitt ist fast zu hoch (falsch eingeschätzt) und beim Anprobieren schien sie mir zu groß, deshalb wurde Jacke II kleiner. Allerdings passt diese hier perfekt. Auch Cotton Merino.

Richtig stolz bin ich darauf, jeweils die Knöpfe gleich mit eingestrickt zu haben. Auch bei der Jacke für meinen Mann, wo es mit vier Löchern pro Knopf ein ziemliches Gezerre wurde.

Bei den Jacken für mich habe ich jeweils die Taille-Hüfte-Abnahmen der Vorderteile an die Knopfleiste gesetzt. Bei den Fotos fällt das vielleicht auf, am angezogenen Stück nicht und sie sitzen beide perfekt auf Figur. Ich bin ziemlich beeindruckt von meiner Idee! Die Abnahmen der Rückenteile sind jeweils an den Seitennähten gearbeitet. Natürlich wurde der Leib jeweils in einem gestrickt.
Die Knöpfe beider Jacken sind aus demselben Päckchen bunter Perlmuttknöpfe von Buttinette.

Anfang des Sommers gab es den Plan, die bunten Blumenröcke entweder ganz zu entsorgen, oder die Überröcke gegen solche in Schwarz-Weiß-Mustern auszutauschen. Eigentlich eine gute Idee und ich habe auch gleich passende Ballerinas und Hoodies gekauft.
Aber seit Anfang Juni trage ich nur die für China gekauften Shorts und Tanktops. Viel kühler und unkomplizierter als ein Rock und mir gefallen meine braunen Beine und Füße! Der erste Rock liegt halbfertig herum und für Hoodies und Ballerinas war es bisher zu warm.
Meine Nähärbeit erschöpfte sich darin, in diese Shorts hinten einen breiten Gummi zum besseren Sitz einzuarbeiten, die Hosen des Lieben Mannes zu flicken, meine sehr weiten Bootcuts zu Slimfits umzuändern und Katzenhalsbänder und sonstigen Kleinkram herzustellen.

Vor zwei Wochen ist mir die Idee eines Temperature Blanket begegnet und hat mich nicht mehr losgelassen. Dabei strickt oder häkelt frau im Lauf eines  Jahres jeden Tag eine Reihe, wobei sich die Farbe dieser Reihe nach der Tageshöchttemperatur richtet. Maßgeblich sind diese Farbleisten auf Wetterkarten, also z.B. dunkelrot für über 37 Grad Tageshöchsttemperatur. Ich habe mich noch nie für Blankets, Afghans oder Decken interessiert, aber das hat mich nicht mehr los gelassen: Einen Jahresverlauf auf diese Weise zu dokumentieren und sich dabei so vom Zufall beeinflussen zu lassen - geniale Idee.
Für die Temperaturspanne von Freiburg braucht frau ungefähr acht Farben, die ich natürlich nicht im Vorrat hatte und bestellen musste. Heute am meteorologischen Herbstanfang habe ich mit Häkeln begonnen und werde berichten.

Gestern habe ich auch schon mit der nächsten Jacke angefangen: Lucy in the Sky von Laura Chau. Wie das Original in Braun und in der leider nicht mehr erhältlichen Filosoft von Wolle Rödel. Hänge an der Entscheidung fest, welche Knöpfe ich nehmen soll. Im Vorrat gibt es nichts Passendes, muss in die Stadt fahren.

Weiterhin schaffe ich es ziemlich oft, mich mal kurz an's Spinnrad zu setzen und das Ende der grünen Fasern, die ja vorher aufwändig kardiert werden müssen, ist absehbar. 

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