Donnerstag, 14. November 2013

Spinnen ohne Rücksicht auf Verluste

Als friedliebender Mensch stehe ich eigentlich null auf diese Militärsprache - das Schema F von gestern hat mich eigentlich schon gestört. F steht nämlich für Frontrapporte (s. Wikipedia). Und obwohl der Militärausdruck den Schluss griffig ausdrückt, muss ich die Geschichte von vorne aufrollen (= ein Begriff aus der Geschichte des Buches - sehr sympathisch):
Nachdem ich  nochmal die ganze Wohnung plus Keller auf der Suche nach der schon versponnenen grünen Wolle durchstöbert hatte, habe ich vor ein paar Tagen zumindest die zugehörige Spule gefunden - sie war genau da, wo sie hingehört, im Korb mit ihren Schwestern. Und ich musste einsehen, dass mein Gedächtnis mich trügt und ich die ROTE Wolle ordentlich versorgt hatte, wohingegen von der GRÜNEN Wolle garnicht mehr als die Spule plus ein Knäuel existiert.
Ein näherer Blick auf die Spule erinnerte mich auch daran, warum es nicht weiterging: Das Ende des Fadens war gerissen und hat sich unauffindbar in die schon aufgewickelten Fäden eingegraben.
Und solange ich es nicht finde, brauche ich die Spule nicht weiter zu benutzen. Denn wenn ich noch mehr Fäden da drüber spinne, sinken die Chancen das Ende wieder zu finden noch weiter.


Ich habe immer mal wieder mit einer Häkelnadel einzelne Fäden verfolgt, bis jetzt erfolglos. Schließlich kam ich drauf, auf einer anderen Spule schon mal gleichviel Garn zu spinnen und in der Zwischenzeit immer mal wieder weiter zu versuchen, das Ende zu finden.
Aber beim Spinnen ist der Faden ist dauernd gerissen und mein Geduldsfaden auch.
Also habe ich die günstigen Fasern hervor geholt, die ich letztes Jahr bei Frau Wolle kaufte und übe an diesen nun Spinnen. Das Vlies ist auf keinen Fall so wunderbar glatt, glänzend und leicht zu verspinnen wie die BFL sondern ähnelt sehr den grünen Fasern. Aber das ist der Sinn der Sache. Ich kann das Spinnrad immer wieder probeweise verstellen und muss mich nicht ärgern, wenn es nicht toll wird.Für einen Schulterwärmer für daheim ist es allemal schön genug. Diesmal bin ich auch so schlau, die Einstellung des Spinnrads auf Karteikärtchen zu notieren!

Inzwischen ist auch die eklige Alpakawolle einen Schritt weiter: Ich habe sie mit Haarwaschmittel 2x mit 30 Grad im Wollprogramm der Waschmaschine gewaschen und beim 2. Mal eine Lanolinkur in das  Weichspülerfach gegeben. Nun ist sie nur minimal klumpiger als zuvor, aber sauberer, neutral riechend und etwas fettig. Im Petziforum stand, die würde sonst zu flusig.


Die Klumpen würden den Handkardierer ruinieren und so nehme ich mir immer mal wieder den Korb vor und entklumpe sie.




Kommentare:

  1. Oh, wie gut ich das kenne, den Faden(anfang) zu verlieren!
    Nicht nur vom Fadenriß beim Spinnen sondern auch von diversen Garnrollen und Nähmaschinenspulen. Meist reißt bei mir irgendwann der Geduldsfaden und ich schneide einfach irgendwo den Faden durch und beginne zu wickeln, beim Spinnen kannst du ja die Enden dann auch leicht wieder zusammenfügen.
    LG
    maliz

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    1. Ja, hatte ich auch schon überlegt. Aber ich gebe noch nicht auf! Viele Grüße, Petra

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