Freitag, 7. September 2012

Nähfragezeichen vom 4. September: Trauma oder Vorbild


Eine sehr schöne Frage stellt das Nähfragezeichen über Frau Linkshänderin diese Woche:
Trauma oder Vorbild
Wurdest du als Kind von Mama, Oma, Tante oder vielleicht sogar Papa benäht/bestrickt/becraftelt? Hat diese Person auch für sich selbst genäht? Wie fandest du das damals? Und wie findest du es aus heutiger Sicht. Hat es dich geprägt? 

Ja, meine Mutter hat mich benäht und meine Tante Inge (ihre Cousine) hat mir ein Zierdecke für meine Puppenwagen gestrickt. Diese war knallrot und passte so garnicht zu meinem hellblauen Puppenwagen, aber ich habe mich sehr über die Geste gefreut.
Das erste Teil meiner Mutter für mich, an das ich mich erinnern kann  war ein großkarierter Poncho (die 70er grüßen!), der mir nicht gefallen hat. Aber ich erinnere mich mit Freude an zwei Kleider nach dem selben Schnitt, die ich sehr gern getragen habe. Eins war aus Jeansstoff und mit bunten Zackenlitzen verziert und das zweite aus hellblauem Blumenstoff. Hier das Hellblaue:

Mein Bruder, meine Mutter (in Selbstgenähtem?) und ich 1976 in Barcelona

Später hat meine Mutter mit Telekolleg die Mittlere Reife nachgeholt, noch eine Ausbildung gemacht und wieder angefangen zu arbeiten, so dass sie keine Zeit und Kraft mehr zum Nähen hatte. Aber als sie später nur noch halbtags arbeitete und seit ihrer Pensionierung näht sie wieder mit Begeisterung. Von Trauma kann bei mir also keine Rede sein!

1 Kommentar:

  1. Wahrscheinlich ist es dir dann auch so gegangen wie mir, ich hab gesehen wie es geht, wollte es nachmachen und schwupp hatte ich Nähen Stricken und Häkeln gelernt, irgendwie nebenbei.
    Ich finde es schade, dass diese und andere handwerkliche Tätigkeiten in vielen Familien heute so selten ausgeübt werden und sie deshalb auch kaum noch -fast spielerisch- weitergegeben werden können.

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