Montag, 23. Juli 2012

Nude or not?

Auf die Gewissensfrage, ob ich im Urlaub ein neues Strickprojekt anfangen darf, habe ich eine salomonische Antwort gefunden: Ich darf, aber nur aus einer alten Wolle, nicht aus solcher, die ich in den letzten drei Jahren gekauft habe. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Erlaubnis :-)
Drei Garnpakete aus dem Vorrat kommen in Frage:

Laut Kassenbon im Jahr 2000 gekauft....  Ein Knäuel hat 10 Franken gekostet - ich muss echt des Wahnsinns fette Beute gewesen seinn. Nach der mitgelieferten Einfachanleitung wurde ein Pulli in einer Winzgröße begonnen (also eher eine dünne Beute), aber es ist abzusehen, dass die 9 Knäuel nicht für einen Pulli in meiner aktuellen Größe reichen. Zwar habe ich damals schon Abnäher ergänzt, aber Vorder- und Rückteil stricke ich heute in einem. Die Wolle gefällt mir auch nicht mehr, ist zwar 80% Merino, sieht aber aus wie Plastik.


Das wäre die erwähnte Nude-Wolle, ein Schnäppchen, bei dem ich damals die erste, leicht erhältliche Öko-Qualität ausprobieren wollte. An der schon mitverpackten Textilfarbe ist zu sehen, dass ich mit der Farbe daneben gegriffen habe und färben will. Damit wäre zwar Schluss mit Öko, ich würde das Teil aber tragen. Und vor allem endlich stricken! Geplant war Parsley aus Rowans Anleitungsheft "the organic wool collection". Dafür brauche ich aber nur 9 Knäuel, also würden 3 übrig bleiben. Also doch Comfrey? Dafür bräuchte ich genau 12 Knäuel. Ist nett, aber ein wenig langweilig. *Seufz* ich weiß immer noch nicht, was mit dieser Wolle machen.

Hier wüßte ich es: Ein RVO. Ich habe nur 358g, das gäbe einen netten Bolero. Und dieses Garn von Wolle Roedel ist garantiert das Älteste im Vorrat, denn die Qualität wird schon lange nicht mehr hergestellt. Die Farbe gefällt mir auch und die Menge ist nicht zuviel Belastung im Feriengepäck.
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Drei Tage später:
Ich habe versucht, den Workshop "The Perfect Fit Seamless Crazy Lace Cardigan" von Craftsy anzugucken, um den Bolero perfekt hinzubekommen. Die große Weiterbildung war es aber nicht. Die Übertragung oder Verarbeitung auf meinem PC ist stotterig und die Dozentin ist ein wenig chaotisch, so dass ich den Eindruck habe, genau die wichtigen Punkte werden nicht ausreichend erklärt. Z.B. schlägt sie vor, die Maschenprobe wie eine Raglanschrägung zu stricken, misst aber dann doch genauso aus wie bei einem normalen Rechteck. Was ist dann der Vorteil?? Oder habe ich das Entscheidende nicht verstanden?
Gerade trocknet meine (normale) Maschenprobe nach dem Dämpfen. Als Muster habe ich mir Mrs. Montague's Lace von Knittingfool, einer kostenlosen Mustersammlung ausgesucht. Später werde ich sie ausmessen und die Daten in das vom Workshop mitgelieferte Arbeitsblatt eintragen.

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