Samstag, 25. Februar 2012

Between Cardis - zwischen Jacken

Vor ein paar Jahren hatten wir mal Servas-Besuch aus Neuseeland, die "between farms" waren, d.h. sie hatten gerade eine Farm verkauft, machten langen Urlaub in Europa und würden zurück in Neuseeland eine neue Farm kaufen. Das war damals für mich eine völlig neue Antwort auf die Frage: "Und was machst du beruflich?" Noch neuer war für mich das Konzept, stolz erzählen zu können, durch den Verkauf einer im Wert gestiegenen Farm einen Millionengewinn gemacht zu haben und sich im nächsten Satz über die Zugticketpreise in Europa beschweren, während man gleichzeitig kein Hotel zahlt, weil man bei Servas-Mitgliedern kostenlos verpflegt wird und übernachtet.

Langes Vorwort zu meinem Unglück, "zwischen Jacken" zu sein. Die für meinen Mann ist fast fertig, das Bouclé-Garn läuft von einer Kone und ist deshalb nicht reisetauglich. Ein neues Projekt will ich nicht anfangen, da unsere Sachen in wenigen Wochen in den Container gepackt werden, worin sie mindestens zwei Monate unterwegs sind und ich im Fluggepäck keinen Platz für 600g Strickzeug habe. Ich habe zwar ein paar Socken angefangen, aber die zu stricken ist nicht richtig befriedigend. Soll ich doch noch eine Jacke anfangen? Ich glaube ja!
Eigentlich wollte ich ein wenig rumjammern und vielleicht meine Woll-Schätze vor euch ausbreiten, aber blitzschnell habe ich mich entschieden: Es wird eine Frühling-Sommer-Jacke aus dem Bananenfasern-Garn, dass ich schon ein paar Jahre im Vorrat habe.


Ich habe 570g, das sollte für ein kurzes Jäckchen, evtl mit ellenbogenlangen Ärmeln reichen. Die Stränge sind recht unterschiedlich und ich werde versuchen, für Vorderteil, Rückenteil und Ärmel jeweils einen Strang zu verwenden und nicht zu mischen.
Aus einem ähnlichen Garn, nämlich recycelter Sari-Seide, habe ich vor anderthalb Jahren einen kurze Jacke gestrickt und dabei gelernt, dass Perlmuster zwar ungewollte Farbstreifen gut verhindert, aber einem lappigen Material keine Festigkeit gibt. Ein Bild von jener Jacke mit Jerry drauf gibt es unten rechts in der Diashow.
Also versuche ich es diesmal mit dem Tweedmuster aus "Das große Strickmuster-Lexikon". Ich glaube, im Englischen heisst es linen stitch. Das wollte ich schon länger mal ausprobieren, denn es ergibt ein Webstoff-artiges Maschenbild, das finde ich interessant. Und die abgehobenen Maschen könnten den Flächen die gewünschte Festigkeit verleihen.
Es gibt keine Empfehlung des Herstellers für die Nadelstärke zu diesem Garn, aber ich habe mal gelesen, wie man auf eine gute Ausgangsstärke für die erste Maschenprobe kommt. Man verdreht ein Stück Garn bis es sich doppelt legt und nimmt eine Nadelstärke, die dieser Dicke entspricht.



Mir scheint 4.00mm ganz gut zu passen, ich stricke zwar einerseits sehr locker, andrerseits ist das Tweedmuster eh schon sehr unflexibel. Fortsetzung folgt!

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